Bayern Online EDV Administration Internet Hosting Email Archivierung und Historische Fernmeldetechnik Bayern Online EDV Administration und Historische Fernmeldetechnik EDV Service | Historische Fernmeldetechnik | Bildersammlung
Suchen
info@bayern-online.com
Tel: 0160-6753587


 

Webseiten
  • Homepage
  • Was ist Neu
  • Suchen
  • Suchen - Neu
  • Spritkosten Berechnen
  • Impressum
  • AGB
  • Haftungsausschluss
  • Sitemap
  • Login
  • Marktplatz

  • Kategorien
     > Telefontechnik
       Geschichte Telekommu..
       Lexikon
       Vorwort
       Chronik des Fernmeld..
       Abkürzungen
       Videos
       Hauptbauteile
       Landesfernwahl
       Systeme Liste
       Verbreitung in Europ..
       Bilder
       Stromversorgung
       Animationen
       Links
       2 Sprechstellen mit..
       Vorfeldeinrichtungen
       Rund um die Telefont..
       Schaltungen
       Zusatzeinrichtungen
       Verbindungen
       Fernsprechauskunft
       >> Biografien
       1909 bis 1922
       Reichspostsystem - B..
       System Dietl Wien
       System 22
       System 27
       System 29
       System 31
       System 34
       System 40
       Wählsystem 48
       Wählsystem 48M
       System 50
       System 55 (EMD)
       System EMK
       Endamt 57
       System 58
       Endämter mit Koordin..
       Technische Dokumenta..
       Fachbuch 40 Jahre Fe..
       Fachbuch Das Rheinla..
       Das Fernsprechkabel ..
       Fachbuch Feyerabend
       Cyclopedia Telephony..
     Bilder
     Webmail Zugang
     Netzwerk EDV Service
     Email-Hilfe
     Schaltpläne
     Rundfunk

  • zuletzt angesehen


  • Zeige Details von 1926 *** Kurznachrichten ***  
    1926 *** Kurznachrichten ..
     
    Zeige Details von Stromversorgungsanlage - Central telefonica en San Sebastián Spanien  
    Stromversorgungsanlage - ..
     
    Zeige Details von 1941 *** Kurznachrichten ***  
    1941 *** Kurznachrichten ..
     
    Zeige Details von Sowjetunion  
    Sowjetunion
     
    Zeige Details von Gotthilf Betulander  
    Gotthilf Betulander
     
     
    Homepage > Telefontechnik > Biografien
    Claude Chappe  12 von 46eine Seite zurückeine Seite vor

    Claude Chappe
    Claude Chappe

    Abbé Claude Chappe  war ein französischer Techniker und Geistlicher.
    * 25. Dezember 1763 in Brűlon, Maine; † 23. Januar 1805 in Paris

    Leben und Werk


    Chappe entwickelte gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Abraham und Ignace 1791 eine von ihm als Tachygraf (Schnellschreiber) bezeichnete Vorrichtung. Sie erlaubte die rasche Übermittlung offener wie auch codierter Meldungen über weite Strecken. Von 1793/94 an ging es dabei seit dem Bau der ersten Fernlinie von Paris bis Lille (225 km) um eine völlig neue und in vielen Ländern Europas erfolgreich praktizierte Nachrichtentechnik, die vor allem militärischen und wirtschaftspolitischen Zwecken diente.

    In diesem Zusammenhang führte der Abteilungsleiter im Kriegsministerium, André-François Comte Miot de Mélito (1762–1841), die Bezeichnung télégraphe ein. Von Vorteil war, dass der Nationalkonvent am 19. Juli 1794 die Eigentumsrechte von Autoren, Komponisten, Malern und Zeichnern an ihren Werken gesetzlich festlegte.

    Der Chappe'sche Télégraf (Sémaphore) bestand aus einem fünf Meter hohen Holzgerüst, an dessen oberem Ende ein 4,62 m langer und 0,35 m breiter Balken (Regulator) um seinen Mittelpunkt schwenkbar befestigt war. An jedem Balkenende war ein 2 m langer und ebenfalls schwenkbarer Arm (Indikator) mit einem Gegengewicht zur Erleichterung des Einstellens der Zeichenstellungen angebracht.

    Über Rollen und Seile ließen sich drei bewegliche Arme so verstellen, dass man 196 verschiedene Zeichen mit Wort- und Satzbedeutung bilden konnte. Die Schwenkarmvorrichtungen wurden auf hohen Gebäuden errichtet. Ihr Abstand voneinander betrug meist rund 11 km. Zur Ausstattung jeder Station gehörten Fernrohre, um die eingestellten Zeichen der Nachbarstationen in beiden Richtungen beobachten zu können. Ein Zeichen durchlief in einer Minute eine Strecke von 135 km. Mit Hilfe von Lampen, die an den Flügelarmen befestigt wurden, versuchte man auch nachts zu telegrafieren.

    Er starb durch Freitod am 23. Januar 1805 in Paris.


    Télégraphe Chappe

    Info aus Budovnits. Chappe Semaphore. Techniques of Youth. Nummer 4. 1937.


    • Im Juni 1789 erreichte Claude Chappe, ein Priester, Paris. Schon wenige Tage später führte er am Place de Étoile seinen Telegraphen vor, den er „Semaphor“ nannte. Eine Übertragung über 15 km Entfernung wurde erfolgreich ausgeführt. Doch am Vorabend der Französischen Revolution interessierten sich die Pariser nur wenig für den Telegraphen und dessen Erfinder: Seine Experimente blieben unbeachtet, und es wurden sogar Teile des Telegraphen gestohlen.


      Doch Chappe ließ sich nicht entmutigen. Nachdem er mit seinen Brüdern, die ihm bei der Ausführung seiner Experimente assistierten, in seine Heimatstadt Brulon in Südfrankreich zurückgekehrt war, begann er, seinen Semaphoren zu verbessern. Leider war er zum Scheitern verurteilt. Die einheimischen Bauern, die an seinen Konstruktionen zweifelten, verdächtigten den Priester, der einen eigenen Wagen besaß, heimlich mit den Feinden der Revolution Geschäfte zu machen.

      Aufgebrachte Bauern zerstörten die Telegraphenkonstruktion und bedrohten Chappe und dessen Brüder mit dem Tode, sollten sie ihre „verdächtigen“ Anlagen wieder aufbauen. Doch Claude Chappe gab nicht auf. Erneut reiste er nach Paris und dank seines älteren Bruders, Urban Chappe, der Abgeordneter in der Gesetzgebenden Versammlung war, erhielt er die Erlaubnis, drei Telegraphenstationen zu bauen: in Menilmonte, Ekuane und Saint-Martin-du-Tertre.
    • Die Entfernung zwischen den benachbarten Stationen betrug drei Meilen.


    • Zu den Abgeordneten gehörte auch G. Romm, ein Liebhaber der Physik und der Mechanik. Nachdem er die Beschreibung des Chappe-Telegraphen gelesen hatte, war er sehr angetan von dieser Idee, und in seinem Bericht an das Militärdepartment und das Komitee für öffentliche Bildung schrieb er: „Es gab schon immer ein Bedürfnis nach einer schnellen und zuverlässigen Möglichkeit, Nachrichten über weite Entfernungen hinweg zu versenden. Es war besonders während des Krieges extrem wichtig, sowohl zu Lande wie zur See umgehend über alle Ereignisse informiert zu sein, Befehle weiterzugeben, über eine belagerte Stadt zu informieren oder ob man von feindlichen Truppen umringt war.“ Es gab in der Geschichte bereits zahlreiche Hinweise auf Erfindungen, die zu diesem Zwecke dienen sollten, doch sie wurden nahezu alle verworfen, da sie fehlerhaft waren oder sehr schwierig zu bedienen. Ein neuer Erfinder kann geniale Möglichkeiten anbieten, um „in der Luft zu schreiben“, ein paar Buchstaben einfach wie eine gerade Linie, dabei aber klar voneinander zu unterscheiden, zusammensetzen und sie fehlerfrei über eine weite Entfernung hinweg übermitteln.


    • Die Obrigkeit gab Finanzmittel für die Konstruktion einer Telegraphenleitung von Paris nach Lille über eine Entfernung von 210 km frei. Diese Leitung wurde im Juli 1794 fertiggestellt. Sie bestand aus 20 Zwischenstationen, jede war mit einem senkrechten Masten, ähnlich einem Eisenbahn-Semaphor, ausgestattet. Am Ende des Mastes war ein beweglicher Balken angebracht. Mithilfe von Seilen und Blöcken kann dieser Balken 196 verschiedene Positionen einnehmen und so nicht nur alle Buchstaben, sondern sogar einige der am meisten benutzen Wörter darstellen. Jede Station wurde von ein oder zwei Angestellten bedient. Diese beobachteten den „Nachbarn“ durch ein Teleskop und wiederholten am eigenen Mast jene Signale, die der Nachbar gerade gesandt hatte. Die Signale wurden somit weitergegeben, Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort immer der Linie entlang.

    • Diese Idee ist für die Telegraphie an sich nicht neu. Schon der römische Militärschreiber Flavius Vegetius beschrieb eine Methode, Neuigkeiten durch Anheben und Senken von Balken weiterzugeben. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurden auf Befehl eines britischen Admirals, des Dukes of York (des späteren Königs James II.) Alarmflaggen auf auslaufende Schiffe gesetzt.


    • Chappes Verdienst jedenfalls war die Tatsache, dass er ausgehend von der Idee des optischen Telegraphen alle weiteren Details selbst entwickelt hat. Er entwarf und baute eine geniale Maschine, die mithilfe von Stangen sehr genau und sehr rasch die Position des Fließtextes wechselte. Chappe entwickelte sein bedingtes Alphabet, überwachte persönlich die Konstruktion der Leitungen, die über Hunderte von Kilometern liefen, und er bildete die Mitarbeiter aus. Die Ähnlichkeiten zwischen dem optischen Telegraphen, Claude Chappes Semaphor und Flavius Vegetius‘ Modell waren rein optischer Natur.


    • Am 1. September 1794 wurde in Paris das erste Telegramm mit Chappes neuem optischen Telegraphen empfangen: Von Lille aus wurde der Nationalkonvent darüber benachrichtigt, dass die Armee der Französischen Republik die Österreicher vernichtend geschlagen hatte. Die Vermittlung der Botschaft über 210 km hinweg dauert drei Stunden. Eine solche Geschwindigkeit war im 18. Jahrhundert unübertroffen, weshalb die Obrigkeit und die gesamte Öffentlichkeit enorm beeindruckt waren. Die Zustellung von Botschaften von Brest nach Paris dauerte sieben Minuten, und von Köln nach Berlin nur zehn Minuten. Die nationale Regierung in Paris schuf ein Telegraphenamt und beförderte Chappe von seiner Position als Telegrapheningenieur zu dessen Leiter.


    • Einige Jahre später wurden Chappes Telegraphenleitungen von Napoleon benutzt. Im April 1809, als die Österreicher München, die bayerische Hauptstadt, besetzt und belagert hatten, erfuhr die Pariser Versammlung davon durch die optischen Telegraphen. Napoleon kam den Bayern umgehend zu Hilfe und befreite deren Land von den Feinden.


    • Der Eindruck, den Chappes Telegraph auf die Zeitgenossen machte, war offensichtlich, so beispielsweise in diesem Textausschnitt aus Alexandre Dumas‘ Novelle „Der Graf von Monte Christo“, die 1845 erschienen war, als der optische Telegraph seine letzten Blütejahre erlebte. “Manchmal, an einem sonnigen Tag”, sagte der Graf von Monte Christo zum Ehepaar Villefort, “sehe ich am Ende der Straße auf dem Hügel die schwarzen, wie die Füße eines ungeheuren Käfer sich biegenden Arme, und jedes Mal betrachte ich sie mit Spannung, das versichere ich Ihnen, weil ich dachte, dass diese seltsamen Signale, die so klar die Luft durchschneiden und über 300 Meilen hinweg den unbekannten Willen eines Mannes, der an einem Tisch sitzt, einem anderen Mann, der am Ende der Linie an einem anderen Tisch sitzt, verkünden, sich abheben von grauen Wolken wie vom blauen Himmel allein durch die Kraft des Allmächtigen.“


    • Chappes Telegraph hatte natürlich eine Menge Nachteile: Die Stationen mussten sehr nah beieinander gebaut werden, und bei größerer Entfernung war der Text oft verfälscht.


      Aber der wichtigste Nachteil des optischen Telegraphen war seine Abhängigkeit vom Wetter, denn der Telegraph funktionierte nur an Tagen mit klarer Sicht.

    • Und doch, trotz all seiner Mängel, revolutionierte der Chappe-Telegraph die Kommunikation. Er verbreitete sich rasch über ganz Frankreich, aber auch in anderen Ländern. 1795 wurde der optische Telegraph erstmals in Schweden eingesetzt, 1796 in England, 1802 in Dänemark, 1832 in Preußen und 1835 in Österreich. In Russland wurde der Chappe-Telegraph mit einigen Verbesserungen 1833 eingeführt und verband St. Petersburg mit Warschau. Diese Leitung arbeitete ziemlich erfolgreich, eine kleine Botschaft über 1.000 km hinweg zu übermitteln dauerte eine Stunde. Die Leitung bestand etwa zwanzig Jahre und wurde später durch eine elektrische Telegraphenleitung von Siemens ersetzt.

    • Ein Jahr nach der Eröffnung der Linie Paris-Lille erschien in Moskau eine Broschüre mit dem Titel: „Eine vollständige und detaillierte Beschreibung des Telegraphen oder der kürzlich erfundenen Fernschreiber-Maschine“. Sie hob besonders die hohe Geschwindigkeit des Chappe-Telegraphen lobend hervor.


    • Chappes optischer Telegraph existierte im Europa des 19. Jahrhunderts etwa 40 Jahre lang. Er wurde zuerst auf den Eisenbahnlinien der 1830er Jahre benutzt, deren Geschwindigkeit entlang der Leitung ohne den Telegraphen undenkbar gewesen wäre. Heutzutage ist der Semaphor eine vereinfachte Variante von Chappes optischem Telegraphen.


    • Als Chappe seine Experimente unternahm, wurde er öffentlich verspottet. Und als sein Semaphor schließlich Anerkennung gewann, gab es dennoch Leute, die die Überlegenheit seiner Erfindung in Frage stellten und ihn daran erinnerten, dass optische Signale schon immer und von allen Kulturvölkern benutzt worden seien. Diese Angriffe nahm sich der empfindsame Chappe sehr zu Herzen, und am 23. Juni 1805 wurde sein lebloser Körper in einem Brunnen gefunden. „Ich habe beschlossen, Selbstmord zu begehen“, schrieb Chappe, „um den trostlosen Zustand meines Gemütes zu beenden. Ich habe nichts getan, wofür ich mich schämen müsste.“

    • Chappes optischer Telegraph existierte etwa ein halbes Jahrhundert lang und wurde durch den elektrischen Telegraphen ersetzt.


    Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar
    Bild: Gemeinfrei


    Zeitraum  1763-1805
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Optische Telegrafie - Preußen Weitere Informationen verfuegbar Optische Telegrafie - Preußen Weitere Informationen : Optische Telegrafie - Frankreich Weitere Informationen verfuegbar Optische Telegrafie - Frankreich
    Weitere Informationen : Optische Telegrafenlinie Metz–Mainz Weitere Informationen verfuegbar Optische Telegrafenlinie Metz–Mainz Weitere Informationen : Stilllegung Balkentelegrafenlinie in Frankreich Weitere Informationen verfuegbar Stilllegung Balkentelegrafenlinie in Frankreich

    Claude Chappe  12 von 46eine Seite zurückeine Seite vor
    Homepage > Telefontechnik > Biografien