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    Mehrfachröhre - die erste inte....  129 von 234eine Seite zurückeine Seite vor

    Mehrfachröhre - die erste integrierte Schaltung

    Vor der Entwicklung der integrierten Schaltungen gegen Ende der 1950er Jahre wurden elektronische Schaltungen mit einzelnen diskreten Bauteilen aufgebaut. Das bedeutet mit einzelnen Widerständen, Transistoren, Dioden usw. Diese Bauteile wurden im weitesten Sinne frei zu einer Schaltung verdrahtet. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Bauteile auf einer Leiterplatte eingelötet und ebneten den Weg zu einer automatischen Bestückung.

    Das war hinsichtlich der Größe und Lebensdauer bereits ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den damals bekannten Röhren. Zwar gab es schon vor der Erfindung des Transistors elektronische Bauelemente, die mehrere Funktionen in einem Bauteil integriert hatten, wie z. B. die Mehrsystemröhre.
    War die Mehrsystemröhre dann ein Vorläufer, oder schon selbst eine integrierte Schaltung.

    Etwas Geschichte zur Mehrsystemröhre:

    Die Entwicklung zu der ersten Mehrfachröhre basierte auf den Arbeiten zum Widerstandsverstärker. Dieser Verstärker ist im amerikanisches Patent mit der Nr. 1129942 vom Mai 1914 von Harald de Forest-Arnold beschrieben worden.

    Dieses Prinzip hatte auch Siegmund Loewe aufgefasst und sah darin sehr viele Vorteile. Das war die Frequenzunabhängige hohe Verstärkung bei einem einfachen Aufbau der Röhre.

    Loewe erkannte damals schon, dass die bekannten Widerstände auf Silitbasis dazu nicht geeignet waren und entwickelte im Jahr 1924/1925 die Widerstände auf Basis eines mit Ruß beschichteten Glasstäbchens, das in ein Glasröhrchen eingeschmolzen wurde. Die Massenfertigung begann dann im Jahr 1925.

    Das rechte Bild zeigt Widerstände die in einem Glaskörper eingeschmolzen sind und dann in einer Mehrfachröhre verbaut wurden.


    Mehrfachröhre

    Bereits im Jahr 1921 hatte sich die Dr. Erich Huth GmbH im Patent mit der Nr. 394657 den Einbau von Spannungsteilern mit Widerständen in Röhren mit einem oder mehreren Systemen patentieren lassen.

    Loewe hatte damals bis in das Jahr 1918 bei Huth die technische Leitung gehabt und darüber hinaus noch weitere Kontakte zu dieser Firma gepflegt.

    Er selbst hatte bereits am 26. September 1924 ein Patent über Mehrfachröhren angemeldet.

    Erst 1926 nach Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit der Firma Telefunken durfte Loewe die Mehrfachröhren für den deutschen Bedarf und normale Röhren für den Export bauen.

    Im Jahr 1926 war die Präsentation der Dreifachröhre 3 NF von der Firma Radiofrequenz. Das grundlegende Patent über den Widerstandsverstärker wurde M. von Ardenne und Loewe übrigens nie erteilt, auch wenn es oft geschrieben worden ist.

    Dei erste Mehrfachröhre war die Doppelgitterröhre 2 HF, gefolgt von der 2 NF und der 3 NF.

    Das Bild zeigt die Mehrfachröhre 3 NF (3-fach Röhre), hier ist das Innenleben mit den eingeschmolzenen Widerständen und Kondensatoren gut zu erkennen.

    Bis zum Ablauf der Lizenzvereinbarung im Jahre 1936 baute Loewe für Deutschland ausschließlich Mehrfachröhren.

    Bildquelle: jogis-roehrenbude.de und Siegfried Neumann


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