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    I. Vorwähler WS 48 mit RC Glied
    1. Vorwähler  WS 48 Schaltplan mit RC Zusatz für Nebenstellenanlagen

    Zusatz RC Glied für Teilnehmer an Nebenstellenanlagen.

    Anbei der Stromlaufplan des I. Vorwähler. Es wurde an der 12 Ohm Wicklung des Relais-T ein 2,5 kOhm Widerstand mit einem Elektrolyt Kondensator an Erde angeschaltet.

     

    Dieser RC-Zusatz (2,5 kOhm + 100 uF/100V, später wegen der Neunormierung der Widerstandswerte 2,7 kOhm+ 100uF/100V) wurde bei Teilnehmern, die eine Nebenstellenanlage angeschlossen hatten, im Teilnehmersatz zusätzlich eingebaut (allerdings erst ab etwa 1971, früher gab's eine andere (allerdings aufwendigere) schaltungstechnische Lösung).

     


    Vorwähler Rückseite mit RC Glied (gelber Elektrolyt Kondendsator)

    Diese RC-Kombination bewirkt, dass nach Verbindungs- bzw. Belegungs-Ende das T-Relais für etwa 200 bis 250 Millisekunden länger angezogen bleibt, als es im Normalfall erforderlich wäre.

     

    Nachdem aber alles "rundherum" bereits während dieser Abfallverzögerung im Ruhezustand ist, wird die teilnehmerseitige Leitung für diese Viertelsekunde komplett in die Luft gehängt, also amtsseitig potentialfrei gehalten. Dieser Vorgang nennt sich "Schleifenlücke" und dient dazu, die Nebenstellenanlage beim Teilnehmer auszulösen und in den Ruhezustand zu versetzen.

     

    Da sich die österreichischen Telefonanlagen bei kommendem Ruf a gegen Erde (hochohmig) festkrallen, kann damit das Ende des Anrufwunsches erkannt werden, bei bestehender Verbindung bewirkt die Schleifenlücke die Unterbrechung der Speisung und damit des Schleifenstromes. Die hiesigen Anlagen haben meist auch eine Schleifenüberwachung, die in diesem Falle die Schleifenlücke erkennt und die Amtsübertragung der Nebenstellenanlage in den Ruhezustand versetzt.

     

    Diese Schleifenlückenfunktion wirkt übrigens sowohl im kommenden, wie auch im gehenden Verkehr. Das ist auch deshalb von Interesse, weil es ja möglich wäre, eine Fernwahlsperre in der Anlage zu umgehen, indem man eine zulässige Richtung wählt, dann wartet, bis die Freischalteeinrichtung die erste Verbindung abwirft und dann eine neue, "frische" Verbindung beistellt. Da Fernwahlsperren jedoch eine Schleifenstromüberwachung haben, die diese Schleifenlücke erkennt, kann also die Fernwahlsperre daher nicht umgangen werden.

     

    Nachdem das auch bei reiner ankommender Belegung, auch ohne Melden des Teilnehmers wirkt, lässt sich ein Rufende recht leicht erkennen. Während also deutsche Kleinanlagen nach einem ersten Ruf klingeln, bis eine interne Schutzmechanik den Ruf löscht, wird hierzulande das Ende des Verbindungswunsches sofort erkannt.

     

    Übrigens wurde diese "Schleifenlücken"-Funktion dann bei beiden österreichischen Digitalsystemen (OES-D und OES-E) generell als Schaltungsfunktion bei der POTS-Schnittstelle implementiert.

     

    Bildquelle: Archiv Dulosy

     

     


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