Blockadefreischalteeinrichtung
Abkürzung:  BFE

Wird beispielsweise von einem Teilnehmer durch Wahl der Ziffer 1 eine unvollständige Wahl erzeugt (um sich Ruhe vor dem Telefon zu schaffen), so wird während dieser Zeit bis zur Auslösung dieser unvollständigen Verbindung ein 1. und 2. GW blockiert und somit der Verkehr in der Gasse 1 wegen der unnötigen Belegung eingeschränkt.

Noch viel schwerwiegender jedoch wirkt es sich aus, wenn Teilnehmer (bewusst oder versehentlich)  die Wahl nach den beiden Ziffern 11 beendet und den Handapparat nicht auflegt. Dadurch wird pro Verbindung außer dem 1. und 2. GW zusätzlich auch noch ein erster Dienstgruppenwähler (DGW) unnötig belegt, was insbesondere bei klei­nen Ortsvermittlungsstellen, in denen für den Notrufdienst (110, 112) nur 2 bis 3 DGW vorhanden sind, die Blockierung des Notrufdienstes und bei allen anderen Diensten, die über die Anfangsziffern 11 erreicht werden, zumindest eine erhebliche Ver­kehrsbeschränkung zur Folge haben kann.

Zur Vermeidung derartiger Blockierungen (insbesondere bei Notrufan­schlüssen) ist es erforderlich, eine automatische Blockadefreischaltung für unnötig belegte Gruppenwähler bzw. DGW-Stufen einsetzen zu können.

Aus diesem Grunde wurde eine sogenannte Blockadefreischalteeinrichtung (BFE) ent­wickelt, die ab dem Jahr 1988 bei Bedarf in die entsprechenden GW oder DGW einge­baut werden kann.

Bei GW bzw. DGW mit eingebauter BFE wird mit der Belegung über einen Kontakt des Belegungsrelais ein Zeitglied mit einer Zeitschleife von 80 Sekun­den gestartet. Wird innerhalb dieser Zeit nicht weiter gewählt, so legt die BFE ein dem Flackerschlusszeichen an die Ader-a an. Dieses Zeichen wird im ZZS des 1. GW wie das Flackerschlusszeichen vom LW ausgewertet, so dass nach dem 8. Impuls die Verbindungen vom 1. GW aus durch Auftrennen der Ader-c ausgelöst und die unnötig belegten Wahlstufen dadurch frei geschaltet werden.

Erfolgt jedoch vor Ablauf der 80 Sekunden die Weiterwahl, so wird das Zeit­glied der BFE zurückgesetzt und die BFE abgeschaltet, so dass sie auf den wei­teren Verbindungsaufbau keinen Einfluss mehr hat.

Die BFE kann nicht nur in EMD Wählern, sondern auch bei den GW bzw. DGW der HDW-Technik eingesetzt werden.