Siemens erfindet den Siemens-Zeigertelegraf
Zeitraum  1846
Land:  D
Siemens Zeigertelegraf aus dem Jahr 1847

Werner von Siemens erfand im Jahr 1846 den Siemens-Zeigertelegraf, nachdem er an Versuchen mit Zeigertelegrafen von Wheatstone beteiligt war.

Ein Jahr später gründeten Siemens und der Mechaniker Halske das Unternehmen Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske.

Eine Scheibe bestand aus 30 Tasten, wobei jede mit einem Buchstaben des Alphabets versehen war. Wenn eine Taste gedrückt wurde, rastete der Zeiger der Sendestation mechanisch ein und der Stromkreislauf wurde unterbrochen und man erreichte so, dass der Zeiger der Empfangsstation an der gleichen Stelle stehenblieb. In späteren Versionen war eine elektrische Glocke hinzugefügt worden und ein elektromagnetischer Stromerzeuger versorgte den Schrittmotor mit Strom. Durch die Sicherheit und Schnelligkeit, mit der man nun telegrafieren konnte, wurde der Siemens-Telegraf sehr erfolgreich. 1848 erhielt das Unternehmen Siemens & Halske den öffentlichen Auftrag, die Telegrafenlinie zwischen Berlin und Frankfurt mit den Zeigertelegrafen auszustatten.

Der Apparat war sehr klein, da der Sender und der Empfänger identisch waren. Es wurde auch nur eine Leitung für die Übertragung benötigt. Die Nachricht musste nicht erst kodiert werden. Die Übertragung erfolgte buchstabenweise. Es wurde auch anstelle des Uhrwerks ein Schrittmotor verwendet, um den Zeiger rotieren zu lassen. Das gewährleistete eine saubere Synchronisierung zwischen dem Sender und Empfänger. Wenn der Telegrafist an der Sendestation den Stromkreis schloss, begann der Zeiger seines Instruments sich zu drehen, und wenn das gleiche Gerät an der Empfangsstation auch in den Stromkreis eingeschaltet war, drehte sich dort der Zeiger synchron zum Sender.

Mit diesem Gerät waren erstmals die Mängel behoben, die manchmal bei den konkurrierenden Geräten von Cooke und Wheatstone auftraten.

Siemens  Zeigertelegraf - Schema Schaltung

Schemazeichnung des Zeigertelegrafen aus dem Jahr 1947 von Siemens.

Bildquelle: (cc) by-nc-sa, Lehrstuhl für Nachrichtentechnik, RWTH Aachen


  • Am 1. Oktober 1847 gründeten Werner von  Siemens  und Johann Georg Halske in Berlin in der Schöneberger Straße 19, die Offene Handelsgesellschaft Telegraphen-Bau-Anstalt von Siemens & Halske (nicht korrekt mitunter auch "Telegraphen-Bauanstalt [...]" oder "Telegraphenbauanstalt [...]" bezeichnet; kurz Siemens & Halske).

  • Der Gesellschaftervertrag vom 1. Oktober sicherte Siemens und Halske je zwei Fünftel sowie dem Kapitalgeber, Siemens Vetter, dem Justizrat Johann Georg Siemens, ein Fünftel des Unternehmensgewinns.

  • Am 12. Oktober 1847 war die 150 qm große Werkstatt der Telegraphen-Bau-Anstalt im ersten Geschoss eines fünf Jahre zuvor errichteten Hinterhauses mit Werkzeugen und Maschinen (unter anderem drei noch mit Muskelkraft angetriebenen Drehbänken) eingerichtet, sowie am 20. Dezember mit 10 Arbeitern voll besetzt.

  • Halske führte die Firma in den ersten beiden Jahren erfolgreich allein, da Siemens anfangs noch als Offizier beim Militär diente.

  • 1849 zählte die Firma bereits 25 Beschäftigte.

  • Um 1855 war Siemens & Halske zu einem bekannten Unternehmen aufgestiegen, und die Belegschaft auf etwa 100 Mitarbeiter gewachsen.

 

Weitere Information finden Sie unter:
  • Siemens Zeigertelegraf   
  • Zeigertelegraf in der Militärverwaltung   
  • Zeigertelegraf   
  • Zeigertelegraf