Ortszeitzählung
Zeitraum  ab 1980
Abkürzung:  OZZ
Gruppenwähler Gestell umgerüstet auf Zeitzählung

Im Jahr 1980 wurde bei der DBP die Gesprächsdauerabhängige Erhebung der Ge­bühren für Ortsgespräche eingeführt. Sie wird als Zeitzählung im Ortsdienst (OZZ) be­zeichnet.

OZZ = Ortszeitzählung

Vorher wurde ein Ortsgespräch, egal wie lange es gedauert hat, immer mit einer Einheit abgerechnet. Der sogenannte Ortsbereich wurde auf den Nahbereich ausgedehnt.

Die Dauerbelegung einer Telefonleitung für 23 Pfennig war nicht kostengerecht, sagte der damalige Bundespostminister.

Er wusste aber auch, dass durch die Neugliederung der Kommunen in den siebziger Jahren weitere Ungerechtigkeiten aufgetreten sind. Die kleinen Gemeinden wurden zusammengelegt. Die zuständige Behörde in der Gemeinde war jetzt auf einmal ein paar Kilometer weiter und der Anruf dorthin war jetzt ein teures Ferngespräch.

Die Grenzen für die Ortsgespräche wurden deshalb neu gezogen. Als staatliche Behörde wurde dafür eine neuer Begriff geschaffen: ND-OZZ oder auch "Nahdienst-Ortszeitzählung". Im Nahdienst wurden nun die Orte zusammengefasst, die in einem Radius von 20 Kilometern lagen

Zu diesem Zweck wurden kleine universelle Platinen entwickelt, die sich in den vorhandenen 1. Gruppenwählern leicht nachrüsten ließen.

Diese Platinen wurden im EMD System 55, 55v und im System 50 nachgerüstet. Noch vereinzelt vorhandene ältere Systeme wurden zu diesem Zeitpunkt enggültig ausgemustert.

Mit dieser Umbaumaßnahme wurde auch erstmals im großen Stil die Elektronik in der Ortsvermittlungstechnik eingebaut.

Zur Realisierung der OZZ wurden in der OVSt folgende Techniken eingesetzt.

  • Zentrale Zeittaktgeber (EZTGO)

  • Teilzentralen Signalzusätze (SZS)

  • Leitungsindividuelle Zählzusätze (ZZS)

  • Tarifumschaltung Zentrale Tarifumschalteeinrichtung (TUEO)

  • alternativ Taktfernübertragungseinrichtungen

  • Prüf- und Überwachungs- bzw. Störungssignalisierungsein­richtungen
ZZS Platine an Rückseite vom Gruppenwähler

Dazu mussten die Schaltungen des 1. Gruppenwähler und der Übertragungen durch eine kleine Platine erweitert werden.

Die Platine hieß Zählzusatz (ZZS), siehe auch Schaltungsunterlagen 1. Gruppenwähler 50a

Das Bild zeigt die Rückseite der 1. Gruppenwähler Relaissätze aus dem System 55 mit den nachgerüsteten Platinen.



Bildquelle: Fernmeldemuseum Aachen Foto: JH
Weitere Information finden Sie unter:
  • ZZS und ZIV   
  • ZZS Platine   
  • ZZS Nachrüstung System 50 und 55v   
  • Zeitzählung im Ortsdienst ab 1980   
  • Einführung des 8 Minuten Zeittaktes bei Ortsgesprächen