Münzfernsprecher
Abkürzung:  MF, M, MüFw, ÖMünz
Münzfernsprecher aus dem Jahr 1902

Abkürzungen:
MF oder M = Münzfernsprecher
MüFw = Münzfernsprecher, Modelljahr 19...
ÖMünz = öffentlicher Münzfernsprecher

Der erste öffentliche Münzfernsprecher stand in Berlin. Es gab noch keine Münzprüfer. Die Münzen fielen in eine Glockenschale mit Mikrofon.

Daraus ergab sich eine interessante Betriebsart durch Klangzeichen:

Das Fräulein vom Amt (Fernamt) wird durch die Wahl einer Nummer (Kennzahl vom Fernamt) mit dem Nummerschalter (Wählscheibe) angerufen. Im Fernamt wird am dem Arbeitsplatz der Münzfernsprecher durch ein besonderes Zeichen, wie z. B. Flackern der Anruflampe angezeigt. Das Fernamt kann dadurch einen gewöhnlichen Teilnehmer und einen Münzfernsprecher unterscheiden.  Der Teilnehmer meldet sein Ferngespräch beim Fernamt an. Es wird wie üblich ein Gesprächszettel mit allen Angaben ausgefüllt. Die Verbindung wird, wenn es möglich ist, sofort hergestellt. Bei einem normalen Teilnehmer nach dem Gespräch der Gesprächszettel an die Rechnungsstelle weitergeleitet und der Teilnehmer erhält die Gebühr für das Ferngespräch auf seiner nächsten Telefonrechnung. Die Gesprächszettel sind dabei der Einzelgebührennachweis für Ferngespräche.


Beim Münzfernsprecher fordert das Fernamt den Teilnehmer auf, die entsprechende Gebühr für das Ferngespräch am Münzfernsprecher einzuzahlen. Es können 4 verschiedenen Arten von Münzen eingeworfen werden, 5-  10- 50-Pf oder 1 DM Stücke.
Durch den Einwurf entsteht ein Klangzeichen, das vom Fernamt überwacht wird.

Zum Beispiel: der Einwurf eines 5-Pf Stückes erzeugt einen tiefen Ton, das 10-PF Stück erzeugt zwei tiefe Töne, ein 50-PF Stück erzeugt einen hohen Ton und das 1-DM Stück erzeugt zwei hohe Töne.  Der Gesamtbetrag der eingeworfenen Münzen lässt sich durch die Tonfolgen vom Fernamt leicht überwachen

Weitere Information finden Sie unter:
  • Münzfernsprecher halbselbsttätigen Fernverkehr   
  • Münzfernsprecher für Selbstwählfernverkehr