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    Telegraphie auf der Industrie-Ausstellung - Paris

    Die elektrische Telegraphie auf der allgemeinen Industrie-Ausstellung zu Paris im Jahre 1867.


    Nach einem Berichte des GrafenTh. du Moncel in den Études sur l'exposition de 1867 par M.Eug. Lacroix (4. fascicule p. 364) im Auszuge frei bearbeitet.
    Aus dem Polytechnischen Journal 1867, Band 186, Nr. LV. (S. 249–271)

    I. Allgemeines.

    Die äußerst rasche Entwickelung, welche der elektrischen Telegraphie vom Jahre 1837 an bis zu dem Beginn des gegenwärtigen Jahrzehntes zu Teil wurde, lässt uns erkennen, dass die eigentlichen Fortschritte auf diesem Gebiete in der neuesten Zeit nur auf Verbesserungen und Vervollkommnungen der bekannten Systeme und der zu diesen gehörenden Organe sich beziehen können. Der uns vorliegende Bericht zeigt auch in der Tat – was wir auch aus anderen Mitteilungen über den in Rede stehenden Gegenstand teilweise bereits schon ersehen konnten –, dass nur Weniges auf der gegenwärtigen Ausstellung vorgeführt wurde, was nicht schon die vorausgegangenen Ausstellungen der Jahre 1851, 1854, 1855 und 1862 zur Kenntnis gebracht haben, und dass selbst jenes, in soweit dasselbe lediglich der Telegraphie angehört, bloß die Verbesserung bekannter Konstruktionen zum Gegenstande hat.


    Um die Übersicht zu erleichtern, betrachten wir die Hauptbestandteile eines jeden Telegraphen gesondert von einander; wir gehen daher in der folgenden Ordnung die vorliegenden Verbesserungen durch, und zwar:

    1. eigentliche Telegraphensysteme;
    2. Anordnung der Leitung nebst den zugehörigen Organen;

    Hieran reihen sich sodann die für die Einrichtung von Telegraphenstationen noch besonders notwendigen Nebenbestandteile, sowie endlich die Betrachtung einiger Anwendungen der Telegraphie für besondere Zwecke. Auf diese verschiedenen Fragen gehen wir jedoch nicht weiter ein, als sich bei den vorliegenden Besprechungen hierfür Gelegenheit darbietet.

    II. Telegraphen-Systeme.

    Bekanntlich unterscheiden wir gegenwärtig ohne Rücksicht auf die dabei benutzte Stromquelle die folgenden Systeme elektrischer Telegraphen:

    1. Nadel-Telegraphen (télégraphes à aiguilles, needles telegraphs)
    2. Zeiger-Telegraphen (télégraphes à cadran, dial telegraphs)
    3. Zeichen-, Schreib- oder Druck-Telegraphen (télégraphes écrivants, telegraphs marking)
    4. elektrochemische Druck-, Zeichen- oder Schreib-Telegraphen (télégraphes électro-chimiques, electro-chemical telegraphs)
    5. Typendruck-Telegraphen (télégraphes imprimeurs, printing telegraphs)
    6. Kopier- oder autographische Telegraphen (télégraphes autographiques, telegraphs copying)
    7. akustische Telegraphen und telephonische Apparate (télégraphes auditifs, acoustic telegraphs).

    Dass die sogen. Schreib- oder Zeichen-Telegraphen sich einmal hinsichtlich der Beschaffenheit der Marken, welche sie reproduzieren (nämlich farblose oder schwarze Schrift), dann bezüglich der Operationen des Telegraphierens (mittelst des gewöhnlichen Tasters oder auf automatischem Wege) von einander unterscheiden können, ist ohnehin bekannt; es erscheint aber deshalb nicht notwendig, eigene Klassen von Schreibapparaten zu unterscheiden, da der Grundtypus bei allen diesen Systemen der amerikanische oder Morse'sche Telegraph ist. Eben so wenig halten wir es für notwendig, die submarinen oder Untersee-Telegraphen einer eigenen Klasse zuzuteilen, da bei diesen die Anordnung der Leitung, sowie die des Zeichengebers den wesentlichen Unterschied den gewöhnlichen Telegraphen gegenüber ausmachen. – Von den eben genannten Telegraphen-Systemen haben die elektrochemischen (im eigentlichen Sinne dieses Ausdruckes) keine weitere Aufmerksamkeit erregt; das bei denselben zu Grunde gelegte Prinzip findet jedoch bei den Kopiertelegraphen wieder zum Teile seine Anwendung. Die akustischen Telegraphen im engeren Sinne scheinen nach den uns vorliegenden Berichten eine weitere Fortbildung in den letzten Jahren nicht gefunden zu haben.

    Nadel-Telegraphen.

    – Dieses System (dessen Ursprung wir füglich auf das Jahr 1820 zurückversetzen dürfen, wenn gleich dasselbe erst später durch Schilling, Gauß, Steinheil und Wheatstone seine eigentliche Ausbildung erlangt hat), ist überall bereits schon aufgegeben und findet nur noch auf einigen englischen Linien für Eisenbahnzwecke u. dgl. seine Anwendung. In der gegenwärtigen Ausstellung ist dasselbe trotzdem durch zwei Apparate, von denen der eine von Naple in Namur, der andere von Leopolder in Wien herrührt, dann durch einen Signalapparat vertreten, wie solche zur Sicherung gegen Gefahr auf englischen Eisenbahnen zur Anwendung kommen. „Neues enthalten diese Apparate in ihrer Construction nicht.“ – Obgleich die Nadel-Telegraphen manche wesentliche Übelstände an sich tragen, so können dieselben dennoch, namentlich ihrer großen Einfachheit wegen, nicht ganz verworfen werden; nach den Untersuchungen von Bright beträgt im Mittel die Signalisierungsgeschwindigkeit mittelst des Doppelnadel-Telegraphen 24,3 Worte per Minute, während unter den gleichen Umständen mittelst des Morse'schen Telegraphen 26,5 Worte per Minute befördert werden konnten. Dass dieses System bei dem transatlantischen Telegraphen (unseres Wissens) auch bis jetzt noch nicht entbehrlich geworden ist, muss besonders hervorgehoben werden.


    Zeiger-Telegraphen.
    – Von den sehr zahlreichen Apparaten dieses Systems, welche in der Ausstellung gezeigt werden, und von denen manche, wie der magneto-elektrische Zeiger-Telegraph von Siemens und Halske, dann der Apparat von Bréguet, ohnehin schon bekannt sind, andere aber, wie der Apparat von Hipp, eine nähere Einsicht nicht gestatten, werden in unserer Quelle bloß einige hervorgehoben, die jedoch in ihren Konstruktionsprinzipien auch wenig Neues darbieten.

    Hierher gehören zunächst die Apparate von Guillot und Gatget (in der Ausstellung von Bréguet), deren Anordnung an den neuesten Zeiger-Telegraphen von Wheatstone 30) erinnern soll. Die Kurbel ist wie bei diesem Apparate an einer vertikalen Achse angebracht, welche eine aus zwei Sektoren gebildete, sehr breite Armatur trägt; letztere kann über die Polflächen von vier geraden Elektromagneten, welche zu je zwei an den Polflächen eines permanenten Hufeisen-Elektromagnetes in der Art angeschraubt sind, dass ihre oberen Enden eine quadratische Fläche bilden, abwechslungsweise in zwei rechtwinkelig zu einander stehenden Lagen gedreht werden, so dass also bei fortgesetzter Drehung diskontinuierliche Ströme von wechselnder Richtung (und Stärke) in andauernder Weise zu Stande kommen. Die vier Ströme wirken daher (also wie bei schon bekannten Apparaten) in kontinuierlicher Weise auf den Elektromagneten des Receiver, ohne dass hierfür ein Kommutator oder ein Stromunterbrecher nötig wäre. Mittelst eines eigentümlichen Ausschalters kann die Kommunikation mit der Linie unterbrochen oder hergestellt werden.

    Bei dem Receiver, dessen Mechanismus von dem des Bréguet'schen Eisenbahn-Telegraphen nicht verschieden sein soll, wird die Zeigerwelle mittelst eines magnetisch polarisierten Ankers in Drehung versetzt, der zwischen den Polflächen zweier Elektromagnete oszillieren muss. – Dieser Zeiger-Telegraph, von der Compagnie der Orleans-Bahn adoptiert, soll bezüglich der Sicherheit und Geschwindigkeit der Transmission der Depeschen sich sehr vorteilhaft von den bekannten Zeiger-Telegraphen auszeichnen.

    Bei dem (in der Ausstellung von Digney befindlichen) Apparate von Chambrier ist die Art und Weise, wie durch die Anordnung des Manipulators die Unsicherheit des Signalisierens beseitigt werden kann, besonders hervorzuheben; die Kurbel kann hier ohne Störung nach Bedürfnis vor- oder rückwärts gedreht werden, um auf dem kürzesten Wege zu dem einen oder dem anderen Buchstaben zu gelangen. Zu diesem Zwecke trägt das Zifferblatt des Manipulators vor jeder einem Buchstaben korrespondierenden Kerbe einen isolierten Doppelkontakt, mit welchem zwei an der Kurbel angebrachte Federn in Verbindung gebracht werden, wenn die Kurbel in die eine oder die andere Kerbe eingesetzt wird. In Folge dieses Kontaktes wird eine Lokalkette geschlossen, welche auf elektromagnetischem Wege die Auslösung eines Uhrwerkes bewirkt, das ein Kammrad sodann in Bewegung versetzt; dieses Kammrad stellt mittelst eines Stiftes die Kontakte für den Telegrafierstrom her, wodurch sodann der Receiver in Tätigkeit versetzt werden kann, und wenn dann ein an der Achse der Kurbel angebrachter Zeiger mit dem Griffe der letzteren koinzidiert, so kann das Signalisieren fortgesetzt werden. – Neben den Apparaten von Chambrier, welche auf den Linien der französischen Ostbahnen eingeführt sein sollen, werden noch die belgischen Zeigerapparate von Naple in Namur besonders hervorgehoben, bei welchen der Manipulator in einem Tasterwerke besteht, und wobei bei der einen Art durch ein Triebwerk, bei der anderen auf direktem elektromagnetischem Wege der Zeiger in Tätigkeit gesetzt wird; letztere sollen durch ihre große Einfachheit sich auszeichnen.

    Schreib-Apparate.

    – Unter den Schreib-Apparaten der Ausstellung befinden sich sowohl solche der älteren Anordnung mit trockener Spitze, als auch Morse'sche Telegraphen mit schwarzer Schrift; da jene gegenwärtig wohl ganz und gar außer Gebrauch gesetzt sind, so kann nur das letztere System bei dieser Gelegenheit in soweit einiges Interesse darbieten, als wir hierin die neuesten Verbesserungen repräsentiert sehen. Zu diesen gehört zunächst das von Thomas John verbesserte System, von welchem Bréguet einen Apparat ausgestellt hat; bei diesem ist das kleine Rädchen, welches statt der Spitze die Eindrücke in das Papier zu machen hat, wie bei der John'schen Anordnung, an dem Ende des Ankerhebels des Elektromagnetes angebracht, jedoch wird dasselbe von einer mit Flanell überzogenen Farbenwalze während der Tätigkeit des Apparates beständig mit Tinte versehen. – Der von Digney, Baudoin und Siemens seiner Zeit angeordnete Schwarzschreiber für kontinentale Stationen, transportable Zwecke und unterseeische Telegraphen findet sich in verbesserter Form in verschiedenen Exemplaren und von verschiedenen Ausstellern vor.

    Die von Digney vorgenommenen Verbesserungen sind in Fig. 1 und 2 dargestellt, und lassen nur sehr geringe Abänderungen des (a. a. O. beschriebenen) früheren Apparates erkennen. Da die Funktionen der einzelnen Organe, nämlich

    1. die des Elektromagnetes B, B mit der zugehörigen Armatur, welche in dem um O drehbaren Ankerhebel besteht,
    2. die des Uhrwerkes mit den Räderumsetzungen R, R', r etc. bekannt sind,

    und ebenso der Zweck aller einzelnen Bestandteile nach den schon vielfach beschriebenen Morse'schen Schreib-Telegraphen leicht verständlich gemacht werden kann, so mag es ausreichen, die Beschreibung des in Rede stehenden Digney'schen Schwarzschreibers nur in Kürze zu geben. Es bedeutet nämlich a das eigentliche Markierrädchen (la molette), welches die trockene Stahlspitze der alten Apparate ersetzt, und das – nebenbei gesagt – um eine eigene Achse drehbar ist und eine solche Drehung nur dann annimmt, wenn der mittelst des Triebwerkes vorüber gezogene Papierstreifen g, i, e der dasselbe berührt, diese Bewegung veranlasst; hierbei wird dieses Rädchen a gegen die mit Druckerschwärze bestrichene Walze t gedrückt, wenn der Anker V, V' gegen die Polflächen des Elektromagnetes B, B angezogen, also der um O drehbare Ankerhebel Y, O, v in seine Arbeitslage versetzt wird; notwendig muss also hierbei das mit Schwärze benetzte Markierrädchen a während seiner Umdrehung auf den Papierstreifen, durch welchen es selbst in Drehung versetzt wird, schwarze Marken eindrücken, welche bekanntlich entweder in Punkten oder Strichen bestehen, je nachdem der Ankerhebel O, v während eines Momentes oder während längerer Dauer in seiner Arbeitstage erhalten wird.

    Hierin liegt nun der wesentliche Unterschied zwischen dem John-Digney'schen Schwarzschreiber mit Markierrädchen und dem früheren Morse'schen Schreibapparate. Da ein sehr schwacher Druck des Hebelendes v von unten nach oben ausreicht, um das Markierrädchen a mit der Imprägnierwalze in Berührung zu bringen, und da die von dem Rädchen auf dem Papier hinterlassenen Marken nicht in dieses eingedrückt zu werden brauchen, um deutlich zu erscheinen, so reicht unter den meisten Umständen die Stärke des Telegrafierstromes aus, der bei den früheren Morse'schen Apparaten bloß das Relais in Tätigkeit zu versetzen hatte, um unmittelbar mit dem Schreibapparate ohne Lokalbatterie sicher signalisieren zu können. Es muss daher hier besonders hervorgehoben werden, dass die neuen Schwarzschreiber – und vermutlich alle Morse'schen

    Schreibapparate mit farbiger Schrift

    – nicht bloß den Zweck haben, deutliche und unveränderbare telegraphische Schriftlichen in sicherer Weise hervorzubringen, sondern auch das Relais und mithin auch die Lokalbatterie ganz überflüssig zu machen. Bei den uns bekannt gewordenen Telegraphenstationen ist das Relais etc. seit mehreren Jahren deshalb auch nicht mehr in Anwendung. Die Druckwalze t befindet sich an dem um die Achse x drehbaren Hebel, mittelst welchem sie verschoben und adjustiert werden kann, und die selbst, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, mittelst des Triebwerkes gedreht wird; der Papierstreifen e geht, nach, dem er die Papierrolle G verlassen und seine Führung bei g und an der Walze i erhalten hat, zwischen den Rollen q und P, von welchen die eine durch das Uhrwerk in Drehung versetzt wird, vorwärts, um in regelmäßiger Weise abgewickelt zu werden; mittelst der Schraube Z, die auf eine Feder der oberen Rolle drückt, wird diese in ihrer sicheren Lage erhalten, während in dem Falle, wo der Apparat als Translator zu wirken hat, mittelst des um Q drehbaren Hebels Q, Q', q' die obere Papierwalze gehoben werden kann.

    Dass mittelst der Schraube F die Gegenfeder E des Ankerhebels O, v reguliert werden kann, dass ferner mittelst des Armes J, J' das Uhrwerk arretiert oder ausgelöst, und dass endlich letzteres, das mittelst einer starken Feder in Bewegung versetzt wird, mittelst des Schlüssels d, d' aufgezogen werden kann, ist ohnehin aus den Abbildungen ersichtlich. Bemerkt mag noch werden, dass mittelst der rückwärtigen Verlängerung Y des Ankerhebels und der beiden Kontaktschrauben m, n, welche isolirt von einander an der metallenen Säule I', p' angebracht sind, der Schreibapparat an Haupt- und Endstationen als Translator benutzt werden kann.
    Ähnliche, nämlich Schreibapparate nach dem Systeme von John, Digney u.s.w. sind mit einigen Abänderungen von Sacco in Turin, Poggioli in Florenz, Vinay u.a. ausgestellt.

    Unter den Apparaten, bei welchen der trockene Schreibstift durch ein anderes Organ für gefärbte oder schwarze Schrift ersetzt ist, hebt unsere Quelle bloß den Schreib-Telegraphen von Cacheleux mit Reißfedern und den Hermann'schen Telegraphen mit Kapillarröhre zum Ersatze des Schreibstiftes und zwar diesen als eine wesentliche Vervollkommnung hervor; den Schreib-Telegraphen von Hermann haben wir bereits schon früher vorgeführt, während jener in unseren Quellen nicht näher beschrieben wird.

    Zu den besonderen Anordnungen, welche sich in der Ausstellung von Schreib-Telegraphen befinden, gehören unter den bekannten Systemen noch jene, bei denen die elektrodynamischen Spiralen aus verschiedenen Spulen zusammengesetzt sind, so dass man nach Bedürfnis durch verschiedenartige Kombination der einzelnen Spulen den Widerstand in der Spirale vergrößern oder verkleinern kann, oder wie der Verfasser sich ausdrückt, die Spirale nach Intensität oder nach Quantität zu ändern im Stande ist: Anordnungen, deren Zweckmäßigkeit für den telegraphischen Gebrauch man wohl in Frage stellen darf.

    Unter den automatischen Schreibtelegraphen, welche in der Ausstellung sich vorfinden, werden in unserer Quelle die von Siemens und Halske, Wheatstone  und Digney als besonders interessant hervorgehoben.

    Der Apparat von Digney zeichnet sich besonders durch seine Einfachheit aus; durch den Perforator werden auf dem Papierstreifen die langen und kurzen Löcher ausgeschnitten, welche den telegraphischen Schriftlichen entsprechen, der automatisch wirkende Manipulator oder Transmetteur wird durch ein Uhrwerk in Tätigkeit versetzt, das zugleich für den Receiver  – dem schon beschriebenen Schwarzschreiber – den Papierstreifen beim Empfange von Depeschen abzuwickeln hat. Diese Anordnung soll keine besonderen Schwierigkeiten veranlassen, weil es ausreiche, den durchbohrten Papierstreifen durch eine Feder anzudrücken und durch die Stöße dieser Feder einen Stromunterbrecher in Tätigkeit zu versetzen, der harmonierend mit den Strichen und Punkten, die unter dem Transmetteur vorübergehen, die längeren oder kürzeren Schließungen des Telegrafierstromes zu bewirken hat.

    Unter den weiteren Ausstellungsobjekten dieser Art seien noch erwähnt die Apparate von Siemens und Halske für Unterseeleitungen, die Schreibapparate mit doppelten Marken von Glösener und Morénès, der Morse'sche Schlüssel mit Quecksilberkontakt von Siemens in der englischen Ausstellung, ein Morse'scher Schlüssel von Lacoine zum Entladen der Linie nach jedem Signale, endlich die Einrichtung von Sortais zum automatischen Auslösen und Arretiren des Uhrwerkes an dem Morse'schen Receivers.

    Auch die militärischen Zwecke sind bezüglich der elektrischen Telegraphie auf der Ausstellung vertreten. Dass für diese Zwecke unter den bekannten Telegraphensystemen aus wohl erwogenen Gründen vorläufig nur der Morse'sche Apparat mit farbiger Schrift vorgeschlagen werden kann, wird wohl jeder Sachkundige als gerechtfertigt ansehen. Für Feldtelegraphen hat man, wegen der schwierigen Umstände, unter denen dieselben benutzt werden müssen, unter Anderen besonders darauf Bedacht zu nehmen, dass der Rheomotor auf die möglich einfachste Form zurückgeführt werde. Ein ganz compendiöser und leicht tragbarer magneto-elektrischer Manipulator reicht aus, um das bekannte polarisierte Relais von Siemens und Halske in gesicherte Tätigkeit zu bringen und mittelst derselben Stromquelle die Lokalbatterie am Receiver zu ersetzen, wenn man die Funktionen des letzteren nicht schon von vornherein durch das Relais verrichten lassen will.

    Will man das System ganz wie bei den Morse'schen Apparaten beibehalten, so kann man eine kleine Batterie, aus etwa vier Elementen der Marié-Davy'schen Kette oder dgl. zusammengesetzt, wählen; nur ist es dann notwendig, entweder den ganzen Induktionstelegraphen von Siemens und Halske, dessen Einrichtung übrigens äußerst einfach ist, für die Ingangsetzung des Morse'schen Schreibapparates in Anwendung zu bringen, oder einen Kommutator als Taster zu wählen, der die Transmission von Strömen mit wechselnder Richtung gestattet; auch hier kann das Relais sogleich als Receiver benutzt werden.

    Die Militärtelegraphen der gegenwärtigen Ausstellung gehören auch, in so weit dieß unsere vorliegenden Quellen erkennen lassen, ausschließlich den eben genannten Systemen an. So findet sich in der österreichischen Abteilung ein von Marcus konstruierter, äußerst einfacher und sinnreich ausgestatteter magneto-elektrischer Morse'scher Telegraph.

    Bei dem von der französischen Administration ausgestellten Militärtelegraphen ist der Morse'sche Schwarzschreiber in seiner gewöhnlichen Einrichtung beibehalten, nur bestehen der Compendiosität wegen alle nicht magnetischen metallenen Konstruktionsteile aus Aluminium.

    – Digney wählte bei seinem Apparate direkt das Siemens'sche Relais, welches hierbei zugleich so angeordnet ist, dass es die Stelle des Receiver unmittelbar vertritt; man kann bei demselben entweder eine Volta'sche Batterie mit geeignetem Taster etc. oder einen magneto-elektrischen Manipulator benutzen. Ähnliche Apparate für militärische Zwecke sollen auch in der preußischen und englischen Abteilung der Firma Siemens etc. sich befinden.

    Typendruck-Telegraphen.

    – Dieses Telegraphensystem hat sich wohl neben dem später zu erwähnenden die ganz besondere Aufmerksamkeit erworben; 7 Apparate dieses Systems befinden sich in der französischen, 1 in der spanischen und 1 in der preußischen Ausstellung, von denen zwei, nämlich die Apparate von Hughes und d'Arlincourt bereits in größerem Maßstabe in der Praxis eingeführt sind.

    Seit der Erfindung dieses Telegrafensystems, welche auf das Jahr 1837 zurückdatiert werden darf, und von der bis jetzt noch nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden kann, ob sie amerikanischen (Morse und A. Vail) oder englischen (Wheatstone) Ursprungs sei, sind bekanntlich die mannichfachsten Anordnungen und Verbesserungen vorgeführt worden, ohne dass es möglich war, einem oder dem anderen der so sinnreichen Vorschläge auf längere Dauer in der Praxis den Eingang zu verschaffen; die verhältnismäßig geringe die Kompliziertheit der Anordnung selbst, namentlich aber die Unsicherheit, in den gewöhnlichen Leitungen einen vollkommen synchronistischen Gang für zwei korrespondierende Stationen mittelst derselben herzustellen, waren nächst anderen Umständen, welche sich auf die Translation der Depeschen auf große Entfernungen beziehen u.s.w., die Hauptursachen, die dem in Rede stehenden Systeme das Vertrauen durch lange Zeit entzogen hatten.

    Eine neue Epoche für die Anwendbarkeit der Typendruck-Telegraphen wurde durch den amerikanischen Physiker Hughes herbeigeführt; seine schon im Jahre 1860 vorgenommenen Untersuchungen über die Verbesserung dieses Systems wurden in Frankreich wesentlich unterstützt, und es gelang ihm unter tätiger Beihilfe des bekannten (im vergangenen Jahre verstorbenen) Konstrukteurs Froment in Paris seiner neuen Erfindung eine derartige Vollkommenheit zu verschaffen, dass man von den wesentlichen Voltheilen, welche die Typendruck-Telegraphen darbieten, in gelungener Weise wenigstens auf nicht zu langen Linien gegenwärtig Gebrauch machen kann.

    Die wesentlichen Unterschiede des Hughes'schen Systems den anderweitig bekannten Vorschlägen gegenüber, sowie die Einrichtung desselben haben wir bei einer früheren Gelegenheit in ausführlicher Weise erörtert, weshalb wir bezüglich des Hughes'schen Apparates, der, wie unsere Quelle zeigt, in der Ausstellung den ersten Rang unter den Apparaten des in Rede stehenden Systems einnimmt, auf jene Darlegungen hinweisen.

    Neben dem Apparate von Hughes ist der Telegraph von d'Arlincourt besonders hervorzuheben, welcher ebenfalls in der Praxis zum Gebrauche gekommen ist.

    Die Transmissionsgeschwindigkeit der Depeschen ist zwar bei diesem geringer wie bei jenem Apparate; die Einfachheit seiner Ausstattung aber, seine Compendiosität und die leichte Handhabung desselben lässt seine Brauchbarkeit, namentlich für Eisenbahnzwecke, Bezirks-, Stadt- und Privattelegraphen außer Zweifel. Bei diesem Systeme, dessen Einrichtung ohne detaillierte Abbildungen nicht verständlich genug gemacht werden kann, findet die Bewegung der Apparate an beiden korrespondierenden Stationen in kontinuierlicher Weise statt; jedoch ist diese Bewegung, die durch ein Uhrwerk unterhalten wird, durch eine elektromagnetische Tätigkeit bestimmt, welche beim Durchgange des Signals mittelst eines kontinuierlichen Stromunterbrechers eine Auslösung und beziehungsweise Arretierung des Uhrwerkes zu bewirken hat.

    Bei jeder Stromunterbrechung wird durch den Rheotom ein zweiter Effekt bewirkt, nämlich nach der ersten Bewegung des Typenrades eine zweite Auslösung zu bewerkstelligen, der sodann in unmittelbarer Aufeinanderfolge eine dritte, vierte u.s.w. nachfolgt. Auf diese Weise wird der synchronistische Gang der Apparate beider Stationen gesichert, so dass immer die gleichen Buchstaben des Typenrades an dem Druckhammer beider Stationen gleichzeitig vorübergeführt werden.

    Der Abdruck der Lettern geschieht bei diesem Apparate durch Einwirkung eines Lokalstromes und eines besonderen Uhrwerkes durch elektromagnetische Wirkung eines Rheotomes; dieser Rheotom, aus zwei Elektromagneten zusammengesetzt, steht unter dem alleinigen Einflusse des Elektromagnetes des Receiver und ist so angeordnet, dass die Anker seiner beiden Elektromagnete kontinuierlich oszillieren müssen.

    Hierbei stoßen die Ankerhebel gegen Kontakte und schließen so den Lokalstrom des Druckapparates; jedoch muss dabei der Gang beider Anker in entgegengesetzte Sinne erfolgen, so dass der eine angezogen, während der andere abgestoßen wird, und diese Wirkung tritt nur in den Augenblicken ein, in welchen eine Unterbrechung der Bewegung des Typenrades stattfindet. Dass für eine derartige Funktionierung andauernd der Telegrafierkontakt hergestellt, also der Telegrafierstrom gleichsam kontinuierlich bleiben muss, ist selbstverständlich.

    Der Manipulator ist hierbei ein Taster-Apparat und scheint ähnlich dem von Hughes angeordnet zu sein; das Nähere hierüber läßt sich aus unseren Quellen nicht ersehen.

    Ein kleiner an dem Apparate angebrachter Mechanismus soll dazu dienen, um in einfacher Weise das eine der beiden Typenräder (Lettern- und Ziffern-Rad) durch das andere je nach Erfordernis zu ersetzen. In Fig. 3 finden wir den Apparat von d'Arlincourt in den Grundrissen – jedoch nur in schematischer Weise – dargestellt. A, A ist der Elektromagnet, welcher das Echappement dirigiert; G, H ist der Arm des Ankerhebels, welcher bei e und g die Kontakte für das Doppelrelais S, S' herstellt, um durch dieses die Lokalkette für den Druckapparat in Tätigkeit zu versetzen; B, B stellt den Elektromagneten des Druckapparates dar, durch welchen die Auslösung und Arretierung des Uhrwerkes bei Y bewirkt wird; D ist der Rheotom (Rad-Unterbrecher), welcher mittelst der schleifenden Federn I, I' den synchronistischen Gang beider Apparate zu unterhalten hat; M, M', M'', N, N' ist das eigentümlich gestaltete Hebelsystem, durch welches das Anhalten der Mechanismen bewirkt wird, während durch die schleifenden Federn m, m' und n, n' die elektrischen Kontakte für den Telegrafierstrom bewerkstelligt werden; F ist das unter dem Einflusse des Ankerhebels G, H, H' stehende Echappementrad, E' das Typenrad und Q das Exzentrik, welches den Typendruck ausführt. In C und Z sind die Polenden der Telegrafierbatterie, in L ist die Einmündungsstelle der Leitung, in T der Erdkontakt, in C' und Z' sind die Polenden der Lokalbatterie angedeutet, deren leitende Verbindung mit den Kontaktfedern, Enden der Spiralen der Elektromagnete, dem Rheotom D etc. durch punktierte Linien angezeigt ist. Der Apparat von d'Arlincourt figuriert sowohl in der Ausstellung der Administration der französischen Telegraphen, als auch in der von Bréguet.

    Unter den weiteren Verbesserungen erwähnt unsere Quelle auch einen Typendruck-Telegraphen von Alphonse Joly, dessen äußere Form den neuen Morse'schen Telegraphen sich annähert. Bei diesem Apparate, welcher, wie die Zeigertelegraphen, durch Echappements funktioniert, trägt die Achse des Typenrades ein zweites Echappementrad mit zugespitzten Zähnen, das auf einen zum Druckmechanismus gehörenden Unterbrecher zu wirken hat und ein zweites Typenrad, das mit den Ziffern besetzt ist.

    Der genannte Unterbrecher ist aus zwei von einander isolierten federnden Lamellen Zusammengesetzt, von denen die eine, nämlich die längere, mit ihrem unteren schwach gekrümmten Ende gegen die Zähne des Spitzenrades stößt. Von beiden Lamellen trägt jede ein platiniertes Kontaktstück, welches einen Lokalstrom für den Druckmechanismus schließt, wenn die längere Feder nicht durch das Spitzenrad gehoben wird. Der Manipulator ist nicht anders eingerichtet als der bei einem Zeigertelegraphen mit Kurbelvorrichtung, und der Druckmechanismus besteht in einem Uhrwerke, welches die Annäherung des Papierstreifens an das Typenrad zu besorgen hat. Ist der Apparat mit hinreichender Geschwindigkeit in Tätigkeit versetzt, so daß ohne wahrnehmbare Unterbrechung das Typenrad rotiert, so wird durch die zugespitzten Zähne die gekrümmte Feder bloß zum Vibrieren gebracht, ohne dass hierbei ein Kontakt zu Stande kommen kann; in dem Augenblicke aber, in welchem eine Arretierung des Typenrades stattfindet, legt sich der gekrümmte Teil der längeren Feder in eine Zahnlücke des Spitzenrades, stellt dadurch den Kontakt mit der anderen Feder her, und das Abdrucken der entsprechenden Type kann sodann erfolgen. Soll das Letternrad durch das Typenrad, welches mit Ziffern besetzt ist, ersetzt werden, so wird der Strom mittelst eines Kommutator umgekehrt, und der magnetisch polarisierte Anker des zum Rceiver gehörenden Elektromagnetes führt dann mittelst seines Hebelsystems den Papierstreifen gegen das verlangte Typenrad.

    – An der dem Druckmechanismus abgewendeten Seite ist an der Achse des Typenrades ein Zeiger angebracht, der oberhalb eines Zifferblattes gleichzeitig mit dem Typenrade rotiert, so dass man die zum Abdrucken gekommenen Buchstaben oder Ziffern zugleich ablesen kann, wodurch also mit dem Apparate auch ein Zeigertelegraph verbunden ist. Ein vor dem Zifferblatte angebrachter Spiegel gestattet die Signale beider Telegraphen gleichzeitig abzulesen.

    – Es muss hier nachträglich bemerkt werden, dass der Telegraph von d'Arlincourt gleichfalls, wie der eben beschriebene von Joly, die abgedruckten Chiffren durch einen Zeigerapparat zur Wahrnehmung bringt; dass jener seine praktische Brauchbarkeit bewährt hat, ist bekannt. Eine weitere Anwendung des Apparates von Joly hingegen in der Telegraphenpraxis wird in unserer Quelle nicht erwähnt.

    Der Apparat von Desgoffe, welcher in der Ausstellung von Digney sich befindet, gehört zur Klasse jener Typendruck-Telegraphen, welche den synchronistischen Gang der Apparate beider Stationen als Bedingung voraussetzen; die Anordnung des Receiver, sowie des Druck-Mechanismus erfordert aber bei diesem Apparate für den sicheren Gang so viele automatische Regulierungen, dass die praktische Anwendung desselben wohl in Frage gestellt werden dürfte.

    Immerhin sind einzelne Anordnungen interessant genug, um einige Erwähnung zu verdienen. Dem Äußeren nach gleicht die vorliegende Anordnung einem Morse'schen Receiver; jedoch ist derselbe mit zwei übereinstimmend ausgerüsteten Elektromagneten versehen, deren Spiralen in der Linie sich befinden, deren Armaturen übereinstimmenden Gang haben müssen, und von welchen der eine zum Regulieren, nämlich zur Herstellung des synchronistischen Ganges an beiden Stationen dienen soll.

    Für letzteren Zweck wird ein Rheotom aus einer Elfenbeinscheibe, die mit einem den Kontakt herstellenden Daumen versehen ist, benutzt, welche mit dem Typenrade rotiert. Gegen die Scheibe drücken zwei Kontaktfedern, welche beständig in der Linie eingeschaltet sind, und wobei der Strom unterbrochen wird, wenn der Daumen mit einer an dem zusammengesetzten Ankerhebel des Elektromagnetes angebrachten Sperrklinke zum Eingriffe kommt. Das Typenrad wird sodann festgehalten und zwar so lange bis ein Auslösen des genannten Daumens stattfindet; letztere Funktion wird immer von dem Apparate verrichtet, wenn die Receiver beider Stationen einen nicht übereinstimmenden Gang haben. So lange dieser nicht gestört ist, geht der Telegrafierstrom mittelst der an der Scheibe angebrachten Kontakte, die sämtliche Elektromagnetspiralen passieren, von einer der Federn zur anderen über, und das Abdrucken des Signals erfolgt, und zwar, wie aus einer uns vorliegenden schematischen Abbildung hervorzugehen scheint, wie bei dem Morse'schen Schreibapparate.

    Der wesentliche Teil der Verbesserung soll also darin bestehen, dass, wenn ein Voreilen einer der Receiver eintreten würde, derselbe nach einem kurzen Intervalle mittelst des erwähnten Unterbrechers so lange angehalten wird, bis die Unterbrechungsscheibe und das Typenrad des Receiver der anderen Station in dieselbe Lage gekommen ist; bei jenem kann der Linienstrom von einer Linie zur anderen dabei übergehen, ohne dass die Armatur des Elektromagnetes eine Wirkung hervorbringen kann, bis nach Herstellung des Synchronismus der Daumen die Sperrklinke des Ankerhebels verlässt, und das Typenrad wieder seine freie Bewegung annehmen kann.

    Unsere Quelle erwähnt außerdem einen Typendruck-Telegraphen von Digney, dann von Vinay in der spanischen und einen anderen Apparat von Levin in Berlin in der preußischen Ausstellung; von letzterem wird gesagt, dass er zu kompliziert sei, um seine Anordnung von vornherein verstehen zu können, und von jenem wird bloß erwähnt, dass seine Einrichtung den älteren von Bain, Brett u.s.w. gegenüber nicht viel verschieden sei; hingegen finden sich wieder einige Erläuterungen über Apparate der französischen Ausstellung, die nach ihrer prinzipiellen Construction teilweise schon von du Moncel in seinem Exposé (t. V p. 385) zur Erläuterung gekommen sind.

    Es sind dieß zwei Apparate von Dujardin in Lille, welche von dem im Jahre 1862 ausgestellten Typendruck-Telegraphen desselben Konstrukteurs wesentlich verschieden sein sollen. Die neuen Modelle von Dujardin gehören zu einer Klasse von Typendruck Telegraphen, welche zwischen jene mit einfachem Echappement und die mit synchronistisch ausgestatteten Uhrwerken eingeschaltet werden können. Soviel wir aus den kurzen Erläuterungen unserer Quelle ersehen können, besteht das Wesen der Verbesserungen von Dujardin darin, dass bei dem Receiverdie beiden Polflächen des Elektromagnetes tätig sind; einer der Anker ist mit einem vertikalen Stiele versehen, woran Sperrklinken angebracht sind, um auf das eine oder das andere der beiden Typenräder auf mittelbarem Wege einzuwirken; der zur abgewendeten Seite des Elektromagnetes gehörende Ankerhebel dient als Relais zum Schließen einer Lokalkette für den Elektromagneten, welcher das Abdrucken der Lettern oder Ziffern zu besorgen hat. Bei dem einen der beiden Modelle ist der Manipulator ein Tasterapparat, beim anderen eine Kurbel, wie bei vielen Zeigertelegraphen; bei jenem, der seit zwei Jahren auf verschiedenen englischen Linien, unter anderen zwischen London und Edinburg (bei einer Distanz von 700 Kilometern, etwa 94 deutschen Meilen), sicher funktionieren soll, ist die Anordnung so, dass je nachdem die eine oder die andere der beiden weißen Tasten angeschlagen wird, durch elektromagnetische Wirkung das Letternrad in eine vertikale und das Ziffernrad in eine schiefe Lage gebracht wird, oder umgekehrt, je nachdem Buchstaben oder Ziffern signalisiert werden sollen.


    Kopier- oder autographische Telegraphen.

    – Der erste Apparat dieses Systems, welcher in unserer Quelle erläutert wird, ist der bekannte Pantelegraph von Caselli, dessen Anordnung wir bereits früher42) eingehend erläutert haben. Der Caselli'sche Telegraph funktioniert bekanntlich auf der Linie zwischen Paris und Lyon, und obgleich seine Leistungen im Allgemeinen befriedigend sind, so wird er doch weniger benutzt als der Typendruck-Telegraph von Hughes, weil die Signalisierungsgeschwindigkeit geringer und die Kosten der Depeschen bei demselben größer sind als die im gewöhnlichen telegraphischen Verkehre. Der Verfasser unserer Quelle meint, dass diese Übelstände zum Teile gehoben werden können, wenn die Zeilen auf dem Papierblatte enger aneinander gewählt werden.


    Als eine besondere Verbesserung der Kopietelegraphen finden wir die Einrichtung von Lenoir's Apparaten hervorgehoben, bei welcher – ähnlich wie bei den elektromagnetischen Chronographen für astronomische Zwecke – die telegraphische Schrift ohne elektrochemische, sondern nur durch die mechanische Wirkung auf elektromagnetischem Wege vermittelt, welche ein Kopiestift gegen gewöhnliches Druckpapier ausübt, hervorgebracht wird; einigermaßen kann die Druckanordnung an die elektromagnetische Graviermaschine von Gaiffe und Iglinicki  erinnern. Hauptsächlich ist bei der Anordnung von Lenoir die Art, wie der synchronistische Gang der Apparate beider Stationen unterhalten wird, ohne den Mechanismus zu kompliziert zu machen, und dennoch die erforderliche Kraft hierfür zu erhalten, erwähnenswert. Es kann allerdings nur im Allgemeinen eine Idee hierüber mitgeteilt werden, da die ganze Anordnung des Lenoir'schen Telegraphen bloß durch eine schematische Abbildung (Fig. 4) repräsentiert ist, welche die Verbindu

    ng der wesentlichsten Teile des Apparates darstellt. In dieser Abbildung ist die Anordnung der Apparate an den beiden korrespondierenden Stationen so dargestellt, dass Stat. I die gebende, Stat. II die empfangende vorstellt. Die beiden Schreibzylinder R und R' aus Buchsbaumholz werden jeder durch ein starkes Triebwerk A und A' während der Tätigkeit des Apparates beständig in Drehung erhalten. An diesen gleiten die metallenen Kopierstifte, welche sich an einer Schraube ohne Ende befinden, die ebenfalls durch das zugehörige Uhrwerk in Bewegung versetzt wird, und nehmen dabei, wie bei den bekannten Apparaten dieser Art, eine fortschreitende Bewegung an.

    Die Walze R ist mit Metallfolie umwickelt, auf welcher die Depesche mit einer isolierenden Tinte geschrieben ist, und der Stift R bleibt während der Tätigkeit des Apparates beständig mit der Schrift und der Metallfolie – ohne Benutzung elektrischer Wirkungen – in Berührung. Die Walze R' des Receiver ist wie eine lithographische Druckwalze angeordnet und beim Abdrucken beständig mit fetter Tinte imprägniert. Der Schreibstift B' befindet sich an einem Rahmen E, mit welchem er an der zugehörigen Schraube ohne Ende mittelst eines Schlittens angebracht ist; dieser Schreibstift ist an dem Ankerhebel eines an dem genannten Schlitten mittelst des Rahmens E angebrachten Elektromagnetes und wird teils durch sein eigenes Gewicht, teils durch eine Abreißfeder gegen das Druckpapier, mit welchem die Druckwalze R' umwickelt ist, beständig und so lange angedrückt, als durch die Spirale des Elektromagnetes bei E kein Strom geht, also so lange dieser Elektromagnet außer Tätigkeit ist; hierbei werden von dieser Spitze, die eine Art stumpfe Schneide zu bilden scheint, die Marken als schwarze oder gefärbte Striche auf dem Druckpapier hervorgebracht.

    Wenn wir uns also nach der in der Figur angedeuteten Weise den Stromlauf von der Telegrafierbatterie P aus angeordnet denken, so wird, wenn beide Uhrwerke gleichzeitig in Tätigkeit versetzt werden und übereinstimmend gehen, der Kopierstift B' so lange schreiben als der Schreibstift B mit der isolierenden Schrift der Metallfolie in Berührung bleibt, da hierbei der Telegrafierstrom immer unterbrochen ist; hingegen wird jedes Mal, wenn der Schreibstift B die Metallfolie der Walze R berührt, der Telegrafierstrom hergestellt und in Folge dessen der Kopierstift B' durch elektromagnetische Wirkung gegen die Polflächen des Elektromagnetes bei E angezogen und mithin von seiner Papierwalze R' dabei abgehoben.

    – Was die Anordnung des Apparates zur Herstellung des synchronistischen Ganges der Apparate beider Stationen betrifft, so muss vor Allem erwähnt werden, dass bei jedem der beiden Uhrwerke als Regulator eine Art konisches Pendel verwendet wird, das an der vertikalen Achse des Flügelrades v (beziehungsweise v') angebracht ist und mittelst des letzteren die Regulierung zu bewirken hat. An der Achse des Flügelrades v der gebenden Station sind nun diametral die drei Arme aus weichem Eisen f, f, f horizontal und so angebracht, dass sie während der Tätigkeit des Manipulators beständig über die Polflächen des Elektromagnetes e, e und sehr nahe an diesen vorübergehen müssen; die Welle des Flügelrades v' ist nach Art des Kommutator bei magneto-elektrischen Apparaten etc. mit isolierten Kontakten (also mit einem Stromunterbrecher) I versehen, gegen welche die sechs Kontaktfedern i, i'... beständig während der Rotation dieser Flügelachse streifen.

    Während nun der von Stat. I ausgehende Telegrafierstrom durch die Spirale des an der gebenden Station befindlichen Relaiselektromagnetes T geht, kann vermöge der Anordnung der Armatur dieses Relais und seiner Spirale bei letzterem keine Ankeranziehung eintreten; hingegen wird diese Anziehung bewirkt, sobald der von der Kette P' der Empfangsstation ausgehende und mittelst der Kontaktfedern i, i'... in derselben Leitung hergestellte Strom etwa anderthalbmal so stark ist (!) wie der Telegrafierstrom. Der Schluss dieser Kette wird bei jeder Umdrehung des Flügelrades sechsmal vermöge der genannten Anordnung erfolgen; jedes Mal wird also hierbei mittelst des Ankers des Relais T die Lokalbatterie p der gebenden Station geschlossen und so der Elektromagnet e, e des Manipulators angeregt, wodurch also auch, da nach und nach die diesem Elektromagneten als Anker dienenden diametralen Eisenarme f, f, f zur Anziehung gelangen, ein Beschleunigen und hierauf ein kleines Verzögern des Flügelrades v eintreten kann. Vermöge der von Lenoir getroffenen Anordnung soll nun diese Regulierung nur dann auftreten, wenn das Flügelrad v' schneller oder langsamer sich dreht als dasjenige des Manipulators, d.h. wenn beide Uhrwerke keinen vollkommen übereinstimmenden Gang haben.

    Ist letzterer aber hergestellt, so soll der kompensierende Linienstrom, welcher von der Empfangsstation kommt, keine wesentliche Einwirkung auf das Ankersystem bei v, welches dieselbe gleichförmige Bewegung mitmachen muß, ausüben können. – Der Lenoir'sche Telegraph funktioniert gegenwärtig im Ausstellungspalais am Marsfelde an einer sehr kurzen Leitungskette und soll bezüglich der Geschwindigkeit der Transmission, sowie der Deutlichkeit der graphischen Darstellungen des Receiver ausgezeichnete Resultate ergeben haben; auch bei Einschaltung in eine Telegraphenleitung von 150 bis 200 Kilometer sollen die Resultate der Versuche sehr befriedigend gewesen sein.

    Da aber der sichere Gang dieses Apparates von der Wirkung eines Differentialstromes abhängig gemacht ist, so kann über die Anwendbarkeit dieses Systems in der Praxis wohl schwerlich früher ein Urteil abgegeben werden, bis durch Versuche im Großen auf langen Linien bei mangelhafter Isolation der Leitung nachgewiesen worden ist, dass den Bedingungen, welche für die sichere Funktionierung der Apparate von Lenoir vorausgesetzt werden, und die unter so günstigen Umständen wie bei einer lokalen Leitung leicht erfüllt werden können, auch unter allen Umständen entsprochen zu werden vermag. Zu befürchten steht, dass wenn bei schlechter Isolierung der Telegrafierstrom eine zu geringe Stärke erlangt hat, um den Elektromagneten des Receiver in Tätigkeit zu versetzen, der kompensierende Strom der Empfangsstation den Elektromagneten des Kopiestiftes bleibend anregen und letzteren außer Tätigkeit setzen könnte, und dass andererseits mittelst des Telegrafierstromes der Anker des Relaiselektromagnetes zur bleibenden Anziehung und dadurch der Manipulator selbst zum Stillstande gebracht würde. Es lässt sich übrigens erwarten, daß diesen vermuteten Übelständen durch anderweitige Anordnungen Rechnung getragen werden könne; durch Benutzung einer zweiten Telegraphenleitung kann dem angestrebten Zwecke wohl sicher entsprochen werden.

    Unterseeische Telegraphie.

    – Insoweit wir aus unserer vorliegenden Quelle dieß ersehen können, sind in der Ausstellung die Anordnungen für die Einrichtung des transatlantischen Telegraphen und die für die Untersuchungen der bei demselben angewendeten Apparate von W. Thomson, Varley etc. vertreten. Da wir aber hierüber bereits berichtet haben44), so mag es ausreichen, auf jene sinnreichen Anordnungen hier nochmals aufmerksam gemacht zu haben.
    Verschiedenes Zubehör für Telegraphenstationen. – Zu den Nebenbestandteilen der Telegraphen, welche auf der Ausstellung vertreten sind, gehören die Alarm- und Läutewerke verschiedener Systeme von Bréguet, Siemens, Leopolder in Wien, Drivers, Stanislas Fournier aus den Vereinigten Staaten, de Vos (Belgien), Colombet, de Lafollye, Bardonnault u. s. w., die Relais von Wanckeback, Froment, Boivin, Siemens, Digney, Bréguet, d'Arlincourt u.s.w., Modelle der Blitzableiter, wie sie auf den Telegraphenlinien der verschiedenen Staaten benutzt werden, dann Ausschalter und Wechsel der französischen und schweizerischen Telegraphenstationen, Boussolen verschiedener Art und Rheostaten von Siemens, Becquerel u.s.w.

    Wir müssen uns auf die bloße Andeutung dieser Apparate beschränken, da die kurzen Umrisse, welche der Verfasser unserer Quelle diesem Abschnitte seines Berichtes widmet, größtenteils nur Bekanntes enthalten.

    III. Telegraphische Leitungen.

    Von dem, was in der vorliegenden Quelle, sowie aus anderen) uns zugänglich gewordenen zur Erwähnung kommt, mag Einiges über die Isolatoren für oberirdische Leitungen und über die Anordnung von Unterseekabeln hier besonders hervorgehoben werden.

    Wenn man die verschiedenen Bedingungen ins Auge fasst, welche die Träger der oberirdischen Leitungen mit den zugehörigen Isolatoren zu erfüllen haben, damit keinerlei Störungen auf der Telegraphenstrecke vorkommen, so muss man, mögen die Anordnungen auch noch so sorgfältig zur Ausführung kommen und überwacht werden – wie bei einer früheren Gelegenheit in diesem Journale ausführlich erörtert wurde – zu dem Schlusse gelangen, dass eine vollständige Vermeidung der meisten bei den oberirdischen Leitungen vorkommenden Übelstände nicht möglich gemacht werden kann.

    Eine wichtige Rolle nehmen hierbei bekanntlich die Isolatoren selbst ein; ihre Brauchbarkeit hängt von dem Isolationswiderstande des Materials, aus dem sie gefertigt sind, von ihrer Unfähigkeit Wasserdampf an ihrer Oberfläche zu verdichten und meteorische Niederschläge aufzunehmen und zu behalten, sowie nicht minder von ihrer Verbindungsweise mit ihrem Träger selbst ab.

    Die – namentlich in Preußen – hierüber angestellten Versuche haben bekanntlich zu folgenden Resultaten geführt:  die Isolatoren aus Porzellan sollen in geeigneter Weise und ausreichend gebrannt, es soll nämlich schon bei der Anfertigung des Materiales dafür gesorgt werden, dass sie keine wahrnehmbare spezifische Zeitungsfähigkeit besitzen oder dass ihr spezifischer Leitungswiderstand so groß ist, dass eine Stromabzweigung durch dieselben nicht möglich werde; die Isolatoren sollen auf ihrer ganzen Oberfläche und namentlich an den Höhlungen des Verschlusses gefirnisst werden;  der Eisenstab, mit welchem der Isolator an den Träger befestigt wird, soll in jenen eingeschraubt, und zwar soll bei der hierbei vorzunehmenden Verbindung des Isolators mit dem Eisenstabe geteertes Werg verwendet werden. (Diese in Preußen und Russland vorgenommene Anordnung sei dem Verschlusse mittelst Gips, Schwefelkitt, Paraffin u. dgl. vorzuziehen.)

    Die Gestalt der Isolatoren als Doppelglocken mit ringförmigen Höhlungen von großer Tiefe und geringer Dicke der Isolierglocken sei anderen Anordnungen vorzuziehen. – Die übrigen Anforderungen beziehen sich auf die Art der Befestigung des Isolators an den Träger, sowie auf die Anbringung des Drahtes.

    Der Hauptsache nach sind die verschiedenen Systeme von Isolatoren, wie sie auf der Ausstellung vertreten sind, in Fig. 5 bis 10 dargestellt, wobei jedoch ein System (Fig. 11) einer Verbesserung der letzten Zeit angehört, das in der Ausstellung nicht vorkommt. Dass bei allen, vielleicht mit Ausnahme des in Frankreich üblichen Isolators, die Anordnung so beabsichtigt ist, dass bei einer möglichst großen Tiefe der Isolierglocke die Querschnitte der letzteren möglichst klein ausfallen, damit die äußere Oberfläche gering werde, und überhaupt die äußere Gestalt so zu wählen angestrebt wird, um das Ansammeln etc. der meteorischen Niederschläge zu verhindern, ist aus den Abbildungen ersichtlich.

    Fig. 5 stellt den von Varley konstruierten, in England häufig vorkommenden Isolator dar. Er besteht aus zwei von einander getrennten Glocken aus brauner Töpfermasse, welche unter sich mit Schwefelkitt oder Gips (dem sogen. Pariserkitt) vereinigt sind. Die äußere Glocke enthält eine Rinne, in welche der Liniendraht eingelegt wird. Das ganze System wird vor dem Gebrauche in geschmolzenem Paraffin getränkt, und selbst bei der Befestigung des den Isolator tragenden Eisenstabes wird ein Isolationsmittel angewendet, da die Bolzen, mittelst welchen der Stab an den Träger angeschraubt wird, mit einer Unterlage aus Hartkautschuk u. dgl. versehen sind.

    Fig. 6 stellt den bekannten Isolator von Siemens und Halske dar, bei welchem der Drahtträger d mit einer Porzellanglocke in eigentümlicher Weise verbunden und letztere selbst von einer gusseisernen Hülle umgeben ist. Die gegenseitigen Verbindungen werden durch einen Kitt aus Schwefel und Eisenfeile hergestellt. Dass die Siemens'schen Isolatoren in verschiedener Anordnung vorkommen, und zuweilen auch Hartkautschuk statt des Porzellans verwendet worden ist, mag als bekannt vorausgesetzt werden.

    In Fig. 7 und 8 finden wir die in Preußen hauptsächlich eingeführten Isolatoren47), von welchen jener von Chauvin – bei Benutzung von lebenden Bäumen als Träger – herrührt, dieser den verbesserten Clark'schen Doppelglocken-Isolator repräsentiert.

    In Fig. 9 ist der von der Verwaltung der französischen Telegraphen ausgestellte Isolator abgebildet, der bloß aus einer einfachen Porzellanglocke besteht, mit welcher der Eisenhaken mittelst Schwefelkitt verbunden ist.
    Der bisher zwischen New-York und Pittsburgh, dann auf verschiedenen Linien in Pennsylvanien angewendete Isolator von Brooks (Fig. 10), bei welchem die den Drahthalter einschließende Glasglocke mit einer eisernen Umhüllung versehen, und wobei die gegenseitige Verbindung durch eine eingegossene Masse aus Schwefelkitt hergestellt und hierauf der ganze Isolator in geschmolzenem Paraffin getränkt wurde, ist von Brooks in letzterer Zeit dahin abgeändert worden, dass (Fig. 11) an den Drahthalter ein umgekehrter Glastrichter, dicht an denselben anschließend, angeblasen, diese geblasene und eigentümlich geformte Glasglocke selbst wieder mit einer zweiten gläsernen Hülle versehen und nach dem vollständigen Auskitten der Zwischenräume mittelst Schwefel, das Ganze mit einer – nach unten etwas konisch zulaufenden – eisernen Glocke mittelst vorsichtiger Verkittung umgeben wird; nach Herstellung der ganzen Verbindung wird der Isolator in geschmolzenem Paraffin getränkt, um eine vollständig isolierende Masse zu bilden und jeden nachtheiligen Zwischenraum zu beseitigen.

    Unter den für Unterseeleitungen in der Ausstellung vorkommenden Mustern von Kabeln können wir nur die Anordnung von William Hooper und der London India-rubber Works hervorheben, da die von den übrigen Ausstellern herrührenden Fabricate (Henley in London, Siemens in London, Rattier in Paris, Trevisani, Detti und Balestrini in Italien, Machabée in Paris) in unseren Quellen bezüglich der fraglichen neuesten Verbesserungen nicht näher berührt worden sind. Hooper verwendet nebst einem isolierenden Materiale, das bis jetzt noch nicht bekannt geworden ist, die Kautschukumhüllungen aus gewöhnlichem und vulkanisiertem Kautschuk; beide Umhüllungen sind aber durch ein isolierendes Zwischenmaterial – separator – von einander getrennt.

    Das mit diesen drei verschiedenen Isolationshüllen versehene Kabel wird bei der Anfertigung bis zu einer Temperatur von etwa 140° C. erhitzt, und hierdurch wird die ganze Umhüllung in eine homogene Masse verwandelt, deren äußere Lage die Eigenschaften des vulkanisierten Kautschuks oder Vulkanits annehmen soll. Die Eigenschaften dieser Kombination sollen dabei ganz andere sein, als jene der gewöhnlich zur Anwendung kommenden Kabelsorten; weit bedeutendere Dauerhaftigkeit, großer Widerstand gegen mechanische Beschädigungen und gegen Erwärmung, fast vollständige Undurchdringlichkeit der Isolationshüllen beim Versenken in die Tiefsee, sehr hoher Isolationszustand, bedeutender spezifischer Leitungswiderstand, ein sehr geringes spezifisches Verteilungsvermögen etc. sollen dem Kabel von Hooper große Vorzüge den bekannten Anordnungen gegenüber verleihen.

    Der Isolationswiderstand soll mehr als 40mal größer als der des früheren persischen Golf- und mehr als 20 mal so groß als der des letzten atlantischen Kabels sein; dabei soll nach den Beobachtungen von Charles Bright mit der Zeit jener Widerstand, der bei 24° C. nach der Vollendung des Kabels zu 6000 Millionen Ohmad's geschätzt wird, um 33 Prozent sich erhöhen können.

    Bei einer Versuchsreihe, bei welcher ein Druck von 2 Tonnen auf den englischen Quadratzoll angewendet wurde, hat sich herausgestellt, dass der Isolationswiderstand des untersuchten Kabelstückes nach 140 Stunden um 66 Prozent zugenommen hatte.

    Über das Fabrikat von Machabée wird von du Moncel erwähnt, dass bei der Anfertigung desselben ein eigentümliches – in unserer Quelle nicht näher bezeichnetes – Material verwendet werde, welches einen weit größeren Isolationswiderstand als die Guttapercha darbieten und bei welchem unter sonst gleichen Umständen eine Kostenersparnis von 25 Prozent erwachsen soll.

    Auch für unterirdische Drahtleitungen finden sich Vorschläge, die einigermaßen den Versuchen bei der alten Pariser Stadtleitung49) sich anreihen dürften, und denen die Absicht von Nicoll in London am nächsten kommt. In der holländischen Abteilung befindet sich eine Probe von Holtzmann in Amsterdam, bei welcher die Drähte parallel neben einander und durch Glas von einander getrennt in einem gusseisernen Kasten angeordnet sind, der mit flüssigem Teer bei der Anfertigung ausgefüllt worden ist. Die Teermasse soll beim Abkühlen einen festen unveränderlich bleibenden Isolator für die sämtlichen Drähte darbieten.

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    Bild Tabelle

    IV. Rheomotoren.

    Unsere Quelle führt verschiedene Volta'sche Ketten auf, von denen die meisten (Zaliwski, Prudhomme, Marié-Davy, Secchi etc.) in diesem Journale schon früher ihre Besprechung gefunden haben. Als ein besonderer Fortschritt wird die Kombination von Leclanché bezeichnet, die jeder Abnutzung bei geschlossener Kette widerstehen soll.

    Es ist dies eine Kohlenzinkkette, welche in der einen Zelle eine Art Teig enthält, der durch Mischung eines groben Pulvers aus Mangansuperoxyd (Braunstein) und Kohle erhalten wird, während in der anderen Zelle eine Salmiaklösung sich befindet; in diese taucht ein amalgamiertes Zinkstäbchen, angeblich deshalb, um den inneren Widerstand der Kette zu vergrößern.

    Die Brauchbarkeit dieser Kombination soll sich auf den verschiedenen Telegraphenlinien Frankreichs, wo sie zum Versuche benutzt worden sei, bewährt haben. Die elektromotorische Kraft der Kombination von Leclanché soll nahe dieselbe sein, wie die derjenigen von Marié-Davy; 28 Elemente derselben sollen – natürlich unter sonst gleichen Umständen – 40 Daniell'sche ersetzen; bei der von Leclanché gewählten Anordnung soll der innere Widerstand dieser Kette 600 Meter (welcher Widerstandseinheit?) betragen.

    – Bei der Combination, welche die österreichische Artillerie ausgestellt hat, soll die Anordnung der Smee'schen Kette ähnlich sein; sie soll sich von dieser einmal dadurch unterscheiden, daß (wie bei der Callan'schen Kette) platinirtes Blei als ein Anreger benutzt wird, während statt der Zinkplatte eine Reihe von Zinkstücken angewendet wird, welche in einem an seinem Boden mit einer Quecksilberschicht versehenen und an seinen Seiten mehrfach durchbohrten Diaphragma sich befinden; das Diaphragma ist an dem oberen Teile des Apparates angebracht, so dass es die Anregungsflüssigkeit bloß berührt. Diese Kette soll mancherlei Vorteile darbieten; Neues enthält aber diese Kombination nicht.

    Die magneto-elektrischen Rheomotoren der neueren Art, welche in unserer Quelle zur Besprechung kommen (Wilde, Wheatstone etc.) sind in diesem Journale bereits schon ausführlich, in so weit deren Construction zur öffentlichen Kenntnis gekommen ist, erörtert worden, weshalb wir in dieser Beziehung auf die betreffenden Bearbeitungen hinweisen.50) Als neu mag hier hinzugefügt werden, dass die Grundidee für die in Rede stehenden magneto-elektrischen Apparate schon von dem rühmlichste bekannten Petersburger Physiker Jacobi, bei dessen seinerzeitigen Untersuchungen über die elektromagnetischen Kraftmaschinen, erkannt worden sein soll.

    Zum Schlusse erwähnen wir, dass als besondere Hilfsmittel der elektrischen Telegraphie auch die Modelle jener Apparate auf der Ausstellung figurieren, welche zum Depeschentransporte in Berlin und in Paris dienen und die auf pneumatischem Wege funktionieren. Bekanntlich wurde das erste System dieser Art von Latimer Clark im J. 1852 ausgedacht und im Jahre 1853 zur Herstellung der pneumatisch-telegraphischen Verbindung zwischen der Centralstation der Electric Company und der Stock Exchange zur wirklichen Ausführung gebracht.

    Auf die Einrichtung eines Telegrafensystems für öffentliche Zwecke in großen Städten von Ritter A. v. Bergmüller machen wir, da dasselbe bloß seinen allgemeinen Umrissen nach in unserer Quelle erwähnt ist, hier noch aufmerksam.

     


    Zeitraum  1867
    Land:  F

    Telegraphie auf der Industrie-Auss....  43 von 435eine Seite zurückeine Seite vor
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