1936 *** Kurznachrichten ***
Zeitraum  1936
Kabel 1936 in Berlin zur Fernseh- und Nachrichtenübertragung
  • Sommerspiele: In Berlin fanden die olympischen Sommerspiele statt. Es wurden dazu 369 Übertragungen ins europäische Ausland und 794 Übertragungen nach Übersee durchgeführt.

    Dazu wurde das Olympia Fernamt in Berlin eingerichtet. Es hat 72 Meldeplätze und 65 Fernleitung mit 4-draht Technik. Auf dem Olympischen Gelände stehen dazu 133 öffentliche Sprechstellen und circa 500 Münzfernsprecher zur Verfügung. Bei den Münzfernsprechern wurde die Bedienungsanweisung in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch angebracht um den Gästen der Olympischen Spiele die Benutzung zu erleichtern.

    Es wurde ein fahrbares Postamt eingerichtet, das sowohl den Postdienst als auch den Fernmeldedienst mit Fernsprechzellen anbot. Das Postamt enthielt dazu eine eigene Vermittlungseinrichtung die für den sowohl für den Orts- und Ferndienst ausgestattet war.

    Das Bild zeigt ein Kabel vom Typ: PMz 27-paarig Deutsche Reichspost.
    Es wurde für die Fernseh- und Nachrichtenübertragung verwendet.

    Bildquelle: kabelmuster.de


  • Winterspiele: Vom 6. bis 16. Februar fanden in Garmisch-Partenkirchen die olympischen Winterspiele statt. In diesem Zeitraum wurden 25.000 handvermittelte Ferngespräche und 26.000 automatisch hergestellte Ferngespräche abgewickelt. Zu diesem Zweck wurden fahrbare Verstärker zum ersten Mal eingesetzt. Die täglichen Sportveranstaltungen wurden durch Rundfunk und Fernkabel in 18 Länder übertragen. 

  • Mai:  Die ersten Gemeinschaftsanschlüsse wurden in Magdeburg eingerichtet. Als Grundgebühr für einen Gemeinschaftsanschluss im Zehnersystem wurden 3 Reichsmark festgesetzt.

  • Fernschrank: Die neue Schaltung im Fernschrank 1936 verbesserte den Fernverkehr. Zum Zusammenschalten von 2 Fernleitungen wurden Verstärker in Röhrentechnik eingesetzt. Die gleichen Fernschränke wurden auch für den Durchgangsverkehr zum nächsten Fernamt eingesetzt.

  • Funksprechdienst: in den deutschen Nachrichten Büros wird der Siemens-Hell-Schreiber eingesetzt.

  • Koaxialkabel: Die ersten Breitbandkabel (Koaxialkabel) mit einer Kapazität von 200 Fernsprechkanälen und einem Fernsehkanal wurden auf der Strecke Berlin-Leipzig-München ausgelegt.

  • Gebührenübertragung: In der Schweiz wurden die ersten Versuche für die Gebührenzählung während des Gespräches durchgeführt. Der Versuch wurde mit Wechselstrom über die Ader c durchgeführt. In Jugoslawien wurde mit der Übertragung auf der Ader-b mit Gleichspannung experimentiert.

  • Trägerfrequenz: Die Kabelstrecken Berlin-Hannover-Dortmund-Düsseldorf-Köln-Aachen (Rheinlandkabel) sowie die Strecke Berlin-Nürnberg-München wurden auf Trägerfrequenz Technik (Zweiband Technik) umgerüstet.

    T 1/T 3 TF Geräte mit Ringmodulatoren und Einseitenbandübertragung ohne Träger wurden eingesetzt.
    - ca.    200.000 km TF-Sprechkreise in Deutschland
    - ca. 1.000.000 km TF-Sprechkreise in USA

  • Richtfunk: Bereits im Jahr 1930 experimentierte Telefunken mit der Erzeugung von hohen Frequenzen mit ca. 600 MHz und in der Folge mit gerichteten Funkstrecken zur Nachrichtenübertragung. Dabei gelang im Jahr 1936 die stabile Übertragung über eine Strecke von 130 km. Die Einrichtungen wurden aber zunächst nur militärisch weiter entwickelt und eingesetzt.

  • Zeitansage: Der Versuchsbetrieb der Zeitansage aus dem Jahr 1935 in Berlin geht in den Regelbetrieb über. Die Zeitansage wird auch in den Orten Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Hannover, Köln, Leipzig und Wuppertal eingeführt. Die offizielle Eröffnung erfolgte aber erst am 4. November 1937.

  • Bildtelefon: Der erste Probebetrieb (Fernseh-Sprechen) zwischen Berlin und Leipzig wurde durchgeführt.

  • Großbritannien London 31. Juli: Erste automatisch Zeitansage in der Vermittlungsstelle Holborn in London.

  • Italien: Versuchsweise wird zwischen Mailand und Rom eine UKW Verbindung über zwei Relaisstationen mit Verstärkern eingerichtet.


Motorwähler Siemens
  • Versuchsamt: Das erste Versuchsamt mit Motordrehwählern in Eisenberg /Thüringen wurde aufgebaut und im Jahr 1938 eröffnet.
    Das Projekt war sehr erfolgreich, es wurde in der Motorwählertechnik weiterentwickelt.

  • Spanien 17. Juli: Beim Beginn des Bürgerkrieges wurde die Kontrolle von ITT über den CTNE vollkommen entzogen.

  • Polen 31. Dezember: Polen hatte bereits 97.489 Fernsprechteilnehmer.

  • Polen: Fernleitung Eröffnung der Teilstrecke Korsniewice – Thorn.

  • Finnland: Nach einigen Jahren Stillstand, bedingt durch politische Belange, wurde nach der Bereitstellung der Mittel durch den Staat wieder kräftig investiert. Das staatliche Leitungsnetz ist auf eine Länge von 115.000 km angewachsen. Es sind 159.900 Sprechstellen angeschlossen.

  • Jugoslawien: Netzgruppe Veldes wurde eingeschaltet. 
    Eröffnung des Wählamts in Sarajevo.

  • Luxemburg: Pétange wurde auf  eine automatische Vermittlungsstelle umgestellt.

  • Monaco: Alle Vermittlungsstellen wurden auf Wählbetrieb umgestellt.

  • Ungarn:  Aufgrund der Zunahme von  Zweieranschlussstationen ging man in Budapest auf sechsstelligen Rufnummern über.

  • Österreich: Es wurde erstmals in Österreich ein Telexdienst (Wählvermittlung für Fernschreibverkehr) eingerichtet
Weitere Information finden Sie unter:
  • System 36