1905 *** Kurznachrichten ***
Zeitraum  1905
Hildesheim Waehlersaal _1908
  • Berlin Arbeitszeit: Die wöchentliche Arbeitszeit bei den im Fernsprechdienst eingesetzten weiblichen Beamten wurde bei schwierigen Arbeitsverhältnissen auf 42 Stunden pro Woche festgesetzt. Diese Maßnahme sollte die Güte des Fernsprechverkehrs verbessern.
    Diese Verkürzung der Arbeitszeit wurde dann später auf alle Vermittlungsstellen in Deutschland ausgedehnt.

  • Nachtdienst: Es wurden jetzt auch weibliche Arbeitskräfte in den Fernsprechämtern für den Nachtdienst eingesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Nachtdienst von Beamten des einfachen Dienstes ausgeführt.

  • Hildesheim: Ein deutsches Ortsnetz, das nur aus einer einzigen Vermittlungsstelle besteht, soll für den Selbstwählbetrieb umgebaut werden. Die Wahl fiel auf die Ortschaft Hildesheim. Die Anlagen in dieser Vermittlungsstelle waren bereits erneuerungsbedürftig. (Bild rechts)

  • Loewe & Co: Dieses Konsortium erhielt den Auftrag für die Lieferung einer Ortsvermittlungsstelle mit Wählbetrieb für den Öffentlichen Verkehr. Die Herstellung und damit auch die Lizenzen für die Strowger Wähler gingen an die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken Berlin-Karlsruhe.

  • Steckbare Telefone: die ersten Fernsprechanlagen mit steckbaren Anschlussdosen werden hergestellt.

  • Die tischförmigen Fernsprechumschalter wurden nicht mehr neu beschafft. Sie haben sich in der Praxis nicht bewährt, da sie das Eindringen von Staub und Fremdkörpern in die Klinken begünstigten.

  • 19. Januar: Der Staatssekretär des Reichspostamts beziffert vor dem Deutschen Reichstag in Berlin das im Post Gesamtbetrieb steckende Kapital mit circa 652 Mio. Reichsmark. Aufgeteilt ergibt das: Post 230 Mio. RM, Telegrafie 143 Mio. RM und Fernsprechwesen 279 Mio. RM.
    Der Telefonbetrieb erwirtschaftete zu dieser Zeit bereits die ersten, aber noch geringen Überschüsse.

  • 12. März: Patent auf Vakuumröhre als Detektor
    Guglielmo Marconi erhielt ein deutsches Patent auf die Benutzung der Vakuumröhre als Detektor


  • Siemens: Entwicklung des "Gesellschaftsanschlusses" bei Siemens & Halske. Mit ihm konnten zwei (später vier) Anschlüsse an nur einer Leitung betrieben werden. Der Nachteil: Es konnte immer nur einer der Teilnehmer zur gleichen Zeit telefonieren

  • Österreich: Die Teilnahme am Telefondienst war in verschiedene Tarifklassen eingeteilt. Je nach Größe des Ortsnetzes und der Nutzungsart (Sehr starker, starker, schwacher) wurden verschiedene Gebühren erhoben. Diese konnten sich jedoch nur Geschäftsleute und eher reichere Bürger leisten. 

    Der Oberbaurat Dietl und Baueleve Koch erfinden das sogenannte Gesellschaftsanschluss-System. In der Zentrale Meidling werden im Jahr 1905 die ersten Teilnehmer nach diesem System angeschlossen. Dazu teilten sich 2 oder 4 Teilnehmer eine gemeinsame Leitung.

  • Löschfunkensender: Es war eine Weiterentwicklung des Knallfunkensenders. Er diente dazu, Nachrichten mit Hilfe von Morsezeichen drahtlos zu übermitteln. Entwickelt wurde er 1905 von Max Wien.

  • Österreich 1. April: die erste automatische Vermittlung zum Probebetrieb wird in der Berggasse für 200 Teilnehmer eingerichtet. Die Ergebnisse waren zufriedenstellend.

    Erster Gesellschaftsanschluss Österreichs von Herbert Dietl und Friedrich Koch für 2 oder 4 Teilnehmer auf einer Leitung wird in der Zentrale Wien-Meidling in Betrieb genommen

  • Island 20. Oktober: Verabschiedung eines Gesetzes über das Fernsprechwesen. Es wird festgelegt, das Telegrafen- und Fernsprechanlagen nur vom Staat errichtet und betrieben werden dürfen.
Klappenschrank OB 05 für 5 Leitungen
  • Einführung des kleinen Klappenschrank OB 05 für 5 Leitungen.
    Siehe Bild rechts.