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    Homepage > Telefontechnik > Geschichte Telekommunikation bis 1999
    1882 *** Kurznachrichten ***  69 von 435eine Seite zurückeine Seite vor

    1882 *** Kurznachrichten ***
    Phantomschaltung 3 Gespräche über 2 LeitungenInland:
    • Stuttgart 1. Juni: Eröffnung eines Fernsprechamtes mit 75 Teilnehmern.
      In den ersten 10 Monaten werden pro Tag durchschnittlich 144 Verbindungen durchgeschaltet.

    • Dresden 18. September: In Dresden ging, 17 Monate nach Berlin, die Stadtfernsprecheinrichtung mit 59 Teilnehmer in Betrieb.

    • Bayern Ludwigshafen am Rhein: Das erste bayerische Ortsfernsprechnetz wurde mit 9 Teilnehmern eröffnet.

    • Phantomschaltung: Im Labor wurden die ersten Versuche mit der Phantomschaltung durchgeführt. Es können dadurch auf einer Leitung mit 4 Drähten anstelle von 2 Gesprächen, gleichzeitig 3 Gespräche geführt werden. Damit sollten die teuren Fernleitungen besser ausgenutzt werden

    • Änderungen im amtlichen Telefonbuch: der erste Teil mit der Sortierung der Teilnehmer nach dem Namen hat sich bewährt und wird beibehalten. Der zweite Teil, wo die Teilnehmer nach der Nummer sortiert aufgeführt waren, fällt weg.

    • Untersuchung Bedarf: Mehrere größere Firmen erklären, dass kein Bedarf an Ferngesprächen mit den Nachbarorten besteht. Von der Postverwaltung werden aber trotzdem solche Anlagen und Leitungen vorbereitet.

    • Gebühren: Pauschal Gebühr 200 Mark pro Jahr für einen Hauptanschluss + 50 Mark Zuschlag wenn ein Vororts- oder Nachbarortsverkehr möglich ist.

    • Anzahl Fernsprechämter: Es gibt 1.280 Fernsprechämter im gesamten Deutsche Reichspostgebiet. Außer der Einrichtung von Fernsprechanlagen in kleineren Orten richtete die Reichspostverwaltung auch ihr Augenmerk auf die Anlage von Fernsprechvermittlungsstellen für den großstädtischen Lokalverkehr.

    Ausland:


    • Frankreich 16. Mai: Die erste Fernsprechversuche über eine Telegrafenleitung zwischen Paris – Brüssel wurden durchgeführt.

    • Österreich:  Es gibt schon fast 1.000 Teilnehmer und an der Wiener Börse wird die erste öffentliche Sprechstelle eingerichtet.

    • Schweiz: Nach einem gerichtlichen Vergleich stellte die International Bell Telephone Company ihre 125 Aktien der Züricher Gesellschaft zur Verfügung. Seit diesem Zeitpunkt ist es ein reines Schweizer Unternehmen.

    • Schweiz 6. Januar: Durch das wachsende Interesse wünschten sich immer mehr Städte und Gemeinden ein eigenes Telefonnetz, das auch mit dem Netz in Zürich verbunden werden soll.
      Der Bundesrat beauftragte die Telegrafenverwaltung von den Gemeinden bis zur Stadtgrenze von Zürich je eine Leitung zu erstellen.

    • Schweiz 15. Mai: Eröffnung der vierten Telefonzentrale der Schweiz in Genf mit 120 Teilnehmern.

    • Frankreich: Durchbruch des Fernmeldedienstes. Die Société Générale eröffnet mehrere kleine Ortsnetze auf dem Land. Der Staat beginnt mit der Einrichtung neuer Netze und Fernleitungen.

    • Niederlande 1. September: Die NBTM eröffnet durch eine Konzession das Netz in Rotterdam.

    • Niederlande: Die NBTM schlug der Rijkstelegraaf vor, die Netze auch zur fernmündlichen Lieferung von Telegrammen zu verwenden.

      Am 3. Juli 1882 erhält Rijkstelegraaf  ein Fernsprechamt.
      Es folgten noch weiter Ämter:
      * 1984 21. Februar: Utrecht
      * 1884 20. Juni: Zaandam
      * 1884 5. August: Haarlem
      * 1884 16. September: Rotterdam
      * 1884 17. September: Dordrecht

    • Malta: Die Melita Telephon Company erhält vom Staat eine Konzession und eröffnet eine kleine Vermittlungsstelle mit Ortsbatteriebetrieb.


    Die Fernsprechanlagen im Gebiete der Deutschen Reichstelegraphenverwaltung.

    Nach einem Bericht von  C. L. Unger (Elektrotechnische Zeitschrift, 1882 S. 3) wurde in Deutschland der Fernsprecher zu allererst in die Verkehrsverwaltung eingeführt.

    Bereits im November 1877 ist die Deutsche Reichpost- und Telegraphenverwaltung mit der Einrichtung von Fernsprechanlagen in kleineren Orten vorgegangen. Am 12. November 1877 wurde das erste Fernsprechamt in Friedrichsberg bei Berlin eröffnet.

    Gegenwärtig finden sich 1280 Fernsprechämter, über das gesamte deutsche Reichspostgebiet verteilt, in voller Tätigkeit. Außer der Einrichtung der Fernsprechanlagen in kleineren Orten richtete die Reichspostverwaltung auch ihr Augenmerk auf die Anlage von Fernsprechvermittlungsstellen für den großstädtischen Lokalverkehr.

    Anfangs jedoch verhielt sich das größere Publikum gegen das neue Verkehrsmittel gleichgültig und zurückhaltend und erst nach wiederholten Bekanntmachungen gelang es, zuerst in Mülhausen i. E. und in Berlin, eine genügende Anzahl von Teilnehmern zu gewinnen, um mit den Fernsprechanlagen beginnen zu können.

    Im April 1881 wurde, in der Reichshauptstadt der Fernsprechverkehr mit 87 Teilnehmern eröffnet, nachdem die Vermittlungsanstalt in Mülhausen schon einige Monate früher dem Betriebe übergeben worden war.


    Gleich nach dem Inslebentreten der ersten Einrichtungen trat aber rasch ein Umschwung ein und gegenwärtig wächst z.B. in Berlin die Zahl der zwischen den einzelnen Teilnehmern mittels des Fernsprechers geführten Gespräche mit jedem neuen Monat um durchschnittlich 6000. Nicht nur von Handeltreibenden und Industriellen, sondern auch von Privatpersonen werden die Fernsprecheinrichtungen mit Vorteil benutzt.

    Sämtliche Ministerien der Reichshauptstadt, viele Behörden, alle Eisenbahnverwaltungen mit ihren Bureaux und Güterexpeditionen, die Gütersammelstellen und zahlreiche Spediteure, sehr viele Bank- und Handelsfirmen, Fabriken, Buchhandlungen und Buchdruckereien, Zeitungsredaktionen, Rechtsanwälte, Ärzte usw. führt das Berliner Verzeichnis als Teilnehmer an der allgemeinen Fernsprecheinrichtung auf.

    Gegenwärtig sind auch in Hamburg, Frankfurt a. M., Breslau, Köln und Mannheim Fernsprechvermittlungseinrichtungen im Betriebe. Für Altona, Barmen, Elberfeld, Hannover, Leipzig, Magdeburg, Stettin ist eine gleiche Einrichtung bereits genehmigt und in der Herstellung begriffen; auch noch für andere Städte des Deutschen Reiches, wie beispielsweise für Stra?sburg, Bremen und Dresden (sowie Stuttgart) ist sie in Aussicht genommen. Sogar von einer Reihe kleinerer Orte sind dem Reichspostamte Anträge auf Einrichtung von Fernsprechanstalten zugegangen.

    In den zuerst angeführten 7 Städten mit Fernsprecheinrichtungen haben die zu diesen Zwecken dienenden Drahtleitungen gegenwärtig die ansehnliche Gesamtlänge von 3.147 km erreicht. In erster Reihe kommt Berlin mit 1.554 km Leitung; es folgen Hamburg mit 911 km, Breslau mit 200 km; Frankfurt a. M. und Mannheim haben je 163 km; Mülhausen hat 87 und Köln 69 km Drahtleitungen für Fernsprechzwecke aufzuweisen.

    Zur Befestigung der Drähte waren allein in Berlin 2.148 Stützpunkte, in Hamburg 964 Stützen auf den Firsten oder an schwer zugänglichen Seitenteilen der Hausgiebel anzubringen und die Drähte oft über weite Zwischenräume fortzuführen.

    Die Anzahl sämtlicher angemeldeter Stellen in den erstgenannten 7 Städten beziffert sich zurzeit auf 1.694 und nimmt mit jeder Woche zu; 1.413 von ihnen sind bereits an die Vermittlungsstellen angeschlossen und können tagsüber mündlich nach Belieben mit anderen Teilnehmern in Verbindung treten. In Berlin beträgt die Zahl der angemeldeten Stellen gegenwärtig 668. In Hamburg sind zurzeit 523 Stellen angemeldet.
    In Berlin sind zurzeit 3 Vermittlungsstellen eingerichtet. Es sind dies die Zentralstellen in den reichseigenen Gebäuden (Französische Straße 33 c, in der Mauerstraße 74 und in der Oranienburger Straße 35).
    In der Zentralstelle in der Französischen Straße sind gegenwärtig 4 Klappensysteme mit je 50 Klappen aufgestellt. 3, zeitweilig 4 Beamte nehmen in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 9 Abends den Vermittlungsdienst wahr.

    Sie haben bereits große Übung erlangt und sind mit den bezüglichen Gewohnheiten der Fernsprechenden schon ganz vertraut geworden. Sie wissen, zu welchen Zeiten, mit wem und wie lange die Einzelnen mit einander zu sprechen pflegen; es erleichtert dies die Dienstgeschäfte nicht unwesentlich, umso mehr, als noch vielfach vergessen wird, die Vermittlungsstelle durch Drücken der Taste davon zu benachrichtigen, sobald eine Unterredung beendet ist.

    Bei den 3 Vermittlungsstellen sind in den Tagen vom 1. bis 21. Dezember 1881 34.539 einzelne Drahtverbindungen ausgeführt worden; es entfallen also auf den Tag rund 1.650 Verbindungen oder, wenn man die schwächer benutzten 3 Sonntage mit 720, 540 bezieh. 333 Verbindungen in Abrechnung bringt, 1.830 Verbindungen auf den Wochentag.

    Am stärksten sind die Vermittlungsbeamten in der Zeit von 12 bis 1 Uhr Mittags während der Börse in Anspruch genommen. In dieser einen Stunde werden allein im Zentralamt in der Französischen Straße durchschnittlich 150 Verbindungen hergestellt; es kommen also auf alle 2 Minuten deren 5. Von 3 bis 4 Uhr Nachmittags tritt eine kleine Ruhepause ein, während der Verkehr in der Zeit von 5 bis 7 Uhr Abends sich bedeutend wieder hebt. Von der Übermittlung der Nachrichten zur Weiterbeförderung mittels Postkarte wird in Berlin, wohl wegen der Schnelligkeit, welche die Rohrpost bietet, seither kein bedeutender Gebrauch gemacht, dagegen beläuft sich die Zahl der in den genannten 21 Tagen mittels Fernsprecher aufgegebenen Telegramme auf 156.


    Zum Schlusse sei noch Einiges über die Fernsprecheinrichtungen in der Börse und über die öffentlichen Fernsprechstellen erwähnt. Die Fernsprechzellen in der Börse sind so eingerichtet, dass das gesprochene Wort nicht hinaus dringen kann und dass die Sprechenden durch Geräusch von außerhalb nicht belästigt werden. Die Zellen haben doppelte Wände und die Zwischenräume sind mit schlechten Schallleitern (Asche, Lehm oder Sägespänen) ausgefüllt. Der innere Raum ist zunächst mit einer Schicht von dünner Pappe bekleidet, dann folgt auf Leisten gespannter, mit Baumwollstoff überzogener Filz und erst auf diesen ist die Tapete gespannt. Diese Einrichtung erfüllt ihren Zweck vollständig.


    Die 9 Fernsprechzellen an der Berliner Börse werden seitens der Börsenbesucher lebhaft benutzt. Durchschnittlich werden täglich 250 Verbindungen im Verkehre mit der Berliner Börse ausgeführt. Auch die öffentlichen Fernsprechstellen (gegenwärtig 1 in Hamburg und 2 in Berlin: beim Postamt 64, Unter den Linden 5 und am Potsdamer Thor sind seitens des Publikums beifällig aufgenommen worden. Durch sie kann Jedermann gegen Entrichtung einer Gebühr von 50 Pf. für je 5 Minuten Sprechzeit nach Belieben mit jeder anderen Person in mündlichen Verkehr treten, deren Wohnung oder Geschäftslokal an das allgemeine Fernsprechnetz angeschlossen ist.

    Dieser Bericht steht uner der Creative Commons by-nc-nd 3.0.


    Auszug aus dem Polytechnischen Journal 1882, Band 246 (S. 130–133)



    Telephonische Musikübertragungen in München.

    Auch die Elektrizitätsausstellung im Glaspalaste zu München hat reichlichen Anlass gegeben, musikalische Aufführungen telefonisch in anderen Räumen genießbar zu machen.

    In erster Reihe ist die Übertragung der Oper aus dem Hoftheater nach dem Glaspalaste zu nennen. Diese Anlage ist von J. Berliner in Hannover ausgeführt worden, welcher dazu nur zwei zwischen Hoftheater und Glaspalast gespannte Drähte verlangt hatte, weil er die im Hoftheater aufzustellenden 4 Induktoren parallel1) zu schalten beabsichtigte, im Glaspalaste aber den von denselben gelieferten gemeinsamen Strom wieder in 4 Zweige teilen und so den 4 Gruppen von Telefonen zuführen wollte.

    Die Generaldirektion der Verkehrsanstalten stellte indes 12 Drähte zur Verfügung und von diesen wurden 5 in folgender Weise benutzt: Die Anlage ist darauf berechnet, dass stets 16 Personen zugleich hören können, dass aber zugleich die Zeit, während welcher die hörenden Personen wechseln, nicht verloren gehen sollte; daher wurden in zwei benachbarten, in geeigneter Weise gegen äußere Geräusche abgeschlossenen Zimmern im Glaspalaste je 32 Telefone von Berliner in Hannover mit Hufeisenmagnet aufgehängt, in dem einen aber noch 4 Telefone mit Stabmagnet, wie sie jetzt die Bell Company benutzt.


    Die letzteren 4 bleiben beständig eingeschaltet und stehen als Kontrolltelefon bloß dem Aussteller zur Verfügung; neben ihnen befindet sich ein einfacher Kurbelumschalter mit 4 Kurbeln, mittels dessen abwechselnd die 32 Telefone des einen und die 32 des anderen Zimmers in die Leitungen eingeschaltet werden, und zwar zu je 8 in 4 Stromkreisen, welche aus 4 Leitungsdrähten und 1 gemeinschaftlichem Rückleitungsdrahte gebildet sind. In jedem der 4 Stromkreise ist im Hoftheater die sekundäre Rolle eines Induktors eingeschaltet, welche aus 4.000 bis 5.000 Windungen eines 1,11 mm dicken Drahtes besteht und etwa 650 S-E Widerstand hat, während die primäre Rolle 4 Lagen eines 0,9 mm dicken Drahtes mit etwa 0,4 bis 0,5 S-E Widerstand enthält.


    In den Stromkreis jeder primären Rolle sind 6 große (16 × 30cm) Callaud-Elemente von sehr geringem innerem Widerstand eingeschaltet und 3 Mikrophone von Berliner, welche in ihrer Anordnung gegenüber den in D. p. J. 1881 beschriebenen einige Vereinfachungen aufweisen.


    Die 3 zusammengehörigen Mikrophone liegen in Parallelschaltung, jede der 4 Batterien ist zu zwei hinter einander geschalteten dreifachen Elementen angeordnet.


    Von den 12 Mikrophonen stehen 4 auf der Bühne nahe zu beiden Seiten des Souffleurkastens, 4 auf der äußeren Rampe über dem Orchester und 4 an der Brüstung des ersten Ranges gleich hinter dem Orchester; jedes Mikrophon ist mit einem Schalltrichter versehen, dessen Wände nach innen zu ein wenig gewölbt sind und dessen nicht symmetrisch liegende Achse mit der Ebene der Schallöffnung einen Winkel von 45° macht; die Schalltrichter der Mikrophone auf der Bühne sind der Bühne zu gerichtet, die auf der Rampe gegen das Orchester hin und die auf der Brüstung nach abwärts nach dem Orchester zu.


    Jedes Mikrophon ist mittels 4 Gummiringen von quadratischem Querschnitt in vertikaler Stellung an einem kleinen hölzernen Bocke aufgehängt, welcher durchbrochen ist, damit er im Lampenlichte keinen Schatten werfe. 2 der 12 Mikrophone sind sogen. Mikrophone mit schwerer Elektrode, d.h. solche, bei denen das pendelnde Kontaktstück etwas größer und schwerer ist, damit in diesen beiden den stark lärmenden Musikinstrumenten (Hörnern und Trompeten) gegenüber gestellten Mikrophonen nicht etwa durch die zu heftigen Schwingungen der Platte Stromunterbrechungen an der Kontaktstelle entstehen; deshalb sind diese beiden Mikrophone auch nur mit etwas kleinerem Schalltrichter ausgerüstet. Die 3 auf denselben Induktor geschalteten Mikrophone befinden |sich auf derselben Seite des Theaters und jeder Hörer erhält 2 Telefone, von denen das eine mit 3 Mikrophonen der rechten Seite, das andere mit 3 Mikrophonen der linken Seite verbunden ist, das eine ans rechte, das andere ans linke Ohr gehalten wird.


    Bei den Vorversuchen in der ersten Hälfte des Septembers wurden an 2 Abenden die 4 vom Opernhause kommenden Drähte zusammengekuppelt und mit der vom Glaspalaste ausgehenden Telefon Linie München-Tutzing-Murnau-Oberammergau verbunden.


    Dabei wurde der gemeinschaftliche Rückleitungsdraht im Glaspalaste durch eine vollständige Telefonstation, System Berliner, an Erde gelegt, die 4 anderen Leiter aber erst durch die Telefon Linie hindurch in Oberammergau mit der Erde verbunden; in Tutzing und in Oberammergau waren ebenfalls vollständige Telefonstationen eingerichtet, erstere als Zwischenstation und letztere als Endstation mit Erde; in München waren 2 Paar, in Tutzing 3 Paar, in Oberammergau 1 Paar Telefone eingeschaltet; außerdem waren die sekundären Rollen der 3 in den 3 Stationen aufgestellten Mikrophone (etwa 600 S-E) mit in dem Stromlaufe.


    Das Ergebnis war überraschend: Es konnte mit Bequemlichkeit zwischen je 2 Stationen ein Gespräch geführt werden, ohne dass dadurch die 3. Station im Anhören der Oper gestört wurde. Von den aus anderen auf demselben Gestänge laufenden Leitungen induzierten Strömen wirkten störend nur die von einer Hughes-Leitung herrührenden und die von den Induktoren der Eisenbahnläutewerke stammenden. Es war dies der erste Versuch, eine Operntelefonie auf größere Entfernung (nahezu 100 km) zu übertragen.


    Neben den 2 Berlinerischen Zimmern befinden sich zwei ähnliche, in denen abwechselnd eine Anzahl Personen die Operetten des Theaters am Gärtnerplatze und gleichzeitig eine andere Anzahl die Konzerte des Kit'schen Colosseums hören können.

    Die letztere Anlage ist nach Paterson's System von Einstein in München ausgeführt. Die Paterson'schen Mikrophone unterscheiden sich nicht wesentlich von den Gower'schen, nur laufen bei ihnen nicht bloß 3, sondern je 4 Kohlenstäbe von dem Mittelstück nach links und rechts aus. Die Mikrophone sind an der Galerie des Kolosseums aufgestellt.

    Die Anlage im Gärtnerplatz-Theater ist von Armin Tenner eingerichtet worden und zwar sind im Theater links und rechts zusammen 10 Mikrophone von Blake aufgestellt, z. T. an der Brüstung des ersten Ranges neben einander, z. T. über einander in dem Winkel hinter den etwas vorspringenden Wänden zu beiden Seiten der Rampe und je 2 Mikrophone sind in einen der 5 nach dem Glaspalaste geführten Drähte eingeschaltet.


    Die beabsichtigte Übertragung der Konzerte des englischen Cafés in den Glaspalast mittels des für viele Zuhörer zugleich den Musikgenuss vermittelnden Riesentelephons von Weigele in Stuttgart war aus verschiedenen Ursachen bis Ende September noch nicht zu wirkungsvoller Durchführung gekommen.

    Dieser Bericht steht uner der Creative Commons by-nc-nd 3.0.


    Zeitraum  1882
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