Richtfunkanlage Berlin-Frohnau
Zeitraum  1980 5. Mai
Land:  D
Richtfunkanlage Berlin-Frohnau Turm 1

Die Richtfunkverbindung Berlin-Frohnau war bis zur deutschen Wiedervereinigung eine der wichtigsten Fernmeldeverbindung von der BRD nach West-Berlin. 

 

Neuer Sendemast (358,6 m hoch)  

  • Bauzeit: 1977 bis 1979
  • Kosten: 11,5 Mio. DM
  • Höhe: 358,6 m
  • Mastquerschnitt unten: 4,3 * 4,3 m
  • 7 Fundamentblöcke
  • Gesamtvolumen 2.000 m
  • Abspannung: 15 Pardunen mit einer Gesamtlänge von 3,8 km
  • Pardunenheizung: nur in östlicher Richtung mit einer Leistung von 75 kW
  • Gesamtgewicht der Pardunen: 250 t
  • Aufzug: bis auf eine Höhe von 325 m bei einer Geschwindigkeit von 0,65 m/s
  • Gewicht vom Mast: 920 Tonen
  • Gespräche: 11.700 gleichzeitige Telefongespräche 
  • Frequenzbereich: zwischen 5 und 8 GHz

 

Die Gegenstelle der Richtfunkverbindung war der Sendemast Gartow 2 nahe dem niedersächsischen Gartow auf dem Höhbeck.

 

In dem Mast gab es einen Aufzug, der bis in eine Höhe von 325 Metern fuhr. An der Basis hatte der Turm eine Abmessung von 4,3 4,3 Metern. In den Fundamenten wurden insgesamt 2000 m Beton verbaut.

 

Die Pardunenbeheizung wäre aus statischen Gründen nicht erforderlich gewesen. Die Statik des Mastes war so berechnet, dass auch die Eisbildung die Stabilität nicht beeinträchtig hätte. Der Grund für die Heizung war es, Personenschäden auf dem Nachbargrundstück zu verhindern. Die ohne Heizung entstehenden Eiszapfen hätte bei entsprechender Windrichtung das Grundstück erreichen können.

 

Der Sendemast war nach dem Fernsehturm in Berlin das zweithöchste Bauwerk und das vierthöchste Bauwerk in Deutschlands.

 

Er verfügte nahe seiner Spitze über einen 4 5 Meter großen Betriebsraum für die technischen Geräte der Richtunkanlage.

 

Dieser Raum war zusammen mit dem Betriebsraum des weitestgehend baugleichen Sendemastes Gartow 2 der am höchsten über dem Erdboden gelegene geschlossene Raum aller Bauwerke im EU-Raum. Er war mit einem Fahrstuhl zu erreichen, der für die Fahrt acht Minuten benötigte. Da der Erhalt des Turmes hohe Kosten verursachte und keine Nutzungsmöglichkeiten mehr vorhanden waren, wurde er am 8.2.2009 gesprengt.

 

Chronologie: 

  • 16. März 1977: Baubeginn
  • 30. Mai 1978 Richtfest
  • 16. Mai 1980: Inbetriebnahme
  • 8. Februar 2009: Sprengung

 

Alter Sendeturm (117,5 m hoch)

 

Die Richtfunkanlage Berlin Frohnau besteht heute aus einem 117,5 Meter hohen freistehenden Stahlfachwerkturm, der von 1971 bis 1972 für 2,5 Mio. DM erbaut wurde. Der Turm hat ein Eigengewicht von 400 Tonnen und für sein Fundament wurden an den vier Stützen jeweils 100 m Beton verbaut.

 

Nutzung des neuen Turms:

Der Zweck der neuen hohen Sendemasten war ursprünglich die abhörsichere und störungsfreie Übertragung von Telefongesprächen zwischen der BRD und Berlin-West über das Gebiet der DDR.

 

Die Höhe des Turms resultierte aus der Notwendigkeit das sich die beiden Stationen optisch sehen müssten. Wegen der  Erdkrümmung war diese Höhe erforderlich.

 

Die Abhörsicherheit erwies im Nachhinein als Illusion.

 

Bis zur Inbetriebnahme dieser neuen Anlage war nur eine Verbindung mit der Technik des Überhorizont-Richtfunks möglich, so wie sie beim niedrigeren Sendeturm eingesetzt wurde.

Die Technik war sehr störungsanfällig, weil es einer Reflexion des Signals in den oberen Schichten der Erdatmosphäre voraus setzte und diese nicht immer stabil war.

 

Nach der Wiedervereinigung wurden die Richtfunkstrecken stillgelegt.

Es folgte später noch eine Nutzung für den Richtfunk der Bundeswehr. 

Zu keiner Zeit wurden Fernseh- oder UKW-Hörfunkprogramme gesendet.

Weitere Information finden Sie unter:
  • Video Sprengung Funkturm   
  • Sendetürme Höhbeck schlugen Funkbrücke nach Berlin Teil 2   
  • Sendetürme Höhbeck schlugen Funkbrücke nach Berlin Teil 1   
  • erster Versuch Richtfunkverbindung BRD / West-Berlin