Die Entscheidung, das Fernsprechnetz in Deutschland zu digitalisieren.
Zeitraum  1979
Land:  D
Die Entscheidung, das Fernsprechnetz in Deutschland zu digitalisieren. Details Anzeigen

Die Entwicklung des elektronischen Wählsystems (EWS, EWSA) mit analoger Durchschaltung wurde eingestellt.


Ein erstklassiges Entwicklungsteam von Siemens, das aus über hundert Ingenieuren und Technikern bestand,  empfand es als einen „Schwarzen Freitag“:

Der Leiter des Unternehmensbereichs Nachrichtentechnik,  musste ihnen  in München mitteilen, dass sie mehr als zweieinhalb Jahre umsonst an dem Projekt gearbeitet haben. Es wurde von heute auf morgen sofort gestoppt. Siemens hatte sich entschlossen, das EWS (elektronische Wählsystem) für Vermittlungsstellen nicht mehr weiter zu entwickeln. In dieses Projekt wurden ca.  500 Millionen DM gesteckt.



Im Jahr 1979 wurde in Deutschland dann die Entscheidung gefällt, das komplette Fernsprechnetz auf Digital Betrieb umzustellen.

  • 14. Februar: Die erste Glasfaserstrecke wurde zwischen Frankfurt/Main und Oberursel (15 km) eingerichtet.

 

Der erste Feldversuch startete in Berlin unter dem Namen DIGON = DIGitales OrtsNetz. Es war möglich zwei unabhängige Duplex-Kanäle gleichzeitig zu übertragen.

 

  • 1982: Es fiel die Entscheidung für die ISDN Technik mit konkreten Plänen

  • 1987: Es wurden zwei Pilotprojekte durchgeführt (Mannheim und Stuttgart)

  • 1989: Es begann der offizielle Betrieb des nationalen ISDN nach dem 1TR6 Protokoll.

Die Deutsch Bundespost war somit der Vorreiter für ISDN in Europa.

Die Digitalisierung des seit 100 Jahren analogen Telefonnetzes galt als gigantisches Investitionsprojekt, mit dem die Bundesrepublik und ihre Telekommunikationskonzerne an die Spitze im zukunftsträchtigen Telekommunikationsmarkt katapultiert werden sollten.

Nachdem die bis zum Mai 1994 notwendige Softwareänderungen in den Vermittlungsstellen abgeschlossen waren, war Euro-ISDN in Deutschland kommerziell verfügbar.  

Seit September 1995 ist das Telefonnetz so weit digitalisiert, dass ISDN flächendeckend verfügbar ist (bei noch nicht digitalen Vermittlungsstellen wurde der Anschluss durch eine Fremdaufschaltung durchgeführt). Die vollständige Digitalisierung wurde Ende 1997 abgeschlossen.

Bis Mitte 1996 wurde die Umstellung auf ISDN-Technik durch die Deutsche Telekom mit Fördermaßnahmen unterstützt.

  •  für einen neuen Anschluss wurden bis zu 300 DM gutgeschrieben
  •  bei einer Telefonanlage wurden bis zu 700 DM gutgeschrieben.

Am Ende des Jahres 2006 existierten 12,65 Mio.  ISDN Basisanschlüsse, das waren circa 1/3 aller Telefonanschlüsse und 113.000 ISDN Primärmultiplexanschlüsse

Ab dem Jahr 2004 nimmt der Marktanteil von ISDN-Anschlüssen im Verhältnis zu analogen Festnetzanschlüssen wieder ab. Die Ursache ist die Anschaltung von DSL und ADSL Anschlüssen. 

Weitere Information finden Sie unter:
  • System 12   
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