Linienverzweiger
Abkürzung:  LVZ
Linienverzweiger (LVz) von 1928, der bis 1994 in Dresden stand

Die Abkürzung LVZ = Linienverzweiger.

Diese Abkürzung wurde schon von der Deutschen Reichspost verwendet und hat sich bis heute gehalten.

Weitere verwandte Abkürzungen in der Linientechnik

  • KVZ = Kabelverzweiger

  • EVZ = Endverzweiger

Das rechte Bild zeigt einen Linienverzweiger (LVz) von 1928, der bis 1994 in Dresden stand. Jetzt steht er Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen

Bildquelle: Creative Commons-Lizenz Rosenzweig Wikipedia

Linienverzweiger.


Im Linienverzweiger (LVz) wurden Hauptstränge des unterirdischen Kabelnetzes der deutschen Post- und Telegraphenverwaltung Anfang des 20. Jahrhunderts weiter auf die Verteilsysteme aufgefächert. Der Linienverzweiger stellte in einem oberirdisch zugänglichen Raum die Anschlussstellen zur Verfügung. Vorteilhaft waren die Linienverzweiger in der Aufbauphase der beispielsweise ab 1901 in Berlin entstandenen Kabelnetze, da in den ankommenden Leitungen weniger Reserven vorzuhalten waren. Erst in den weiteren Verästelungen wurden Reserveadern für den weiteren Ausbau vorgehalten.

Linienverzweiger sind heute nicht mehr gebräuchlich. Ihre Funktion ist durch Kabelverzweiger ersetzt worden. Ein aufgearbeitetes Exemplar eines Linienverzweigers, das 1992 stillgelegt wurde, steht am Tuchollaplatz im Berliner Bezirk Lichtenberg. Ein weiterer Linienverzweiger von 1928, der bis 1994 in Dresden stand, ist Teil des Hohenloher Freilandmuseums Wackershofen, das in einem Gebäude eine Ausstellung zur Fernmeldetechnik zeigt.

Technische Nutzung



Im Handwörterbuch des elektrischen Fernmeldewesens wurden Linienverzweiger 1929 wie folgt gekennzeichnet:

  • „Linienverzweiger (cable distribution box; chambre de concentration) dienen zum Zusammenfassen der von den Kabelverzweigern kommenden Kabel und zum Weiterführen der Betriebsleitungen zur Verteilerstelle unter Ersparung von Vorratsadern. Sie unterscheiden sich von den Kabelverzweigern nur durch die Größe. Um ein besseres Arbeiten an den Endverschlüssen zu ermöglichen, werden die Endverschlüsse in Linienverzweigern für Straßen so angeordnet, dass von einem Innenraum aus an ihnen gearbeitet werden kann.“


Die Einsatzbedingungen für Linienverzweiger im Verteilsystem der zuständigen Deutschen Reichspost wurden 1912 in einem Fachbeitrag beschrieben:

  • „Die stetig wachsende Zahl der Fernsprechverbindungsleitungen bringt es mit sich, dass die oberirdische Leitungsführung mehr und mehr durch Kabel ersetzt wird. Schon seit Jahren sind daher bei verschiedenen Post- und Telegraphenverwaltungen Schaltsysteme im Gebrauch, um die Anschlussleitungen ganz oder teilweise unterirdisch zu führen und zu verteilen und um die in jedem Kabelnetz stets erforderliche Reserve nur in den letzten Ausläufern des Netzes vorsehen zu brauchen. Bei dem Verteilungssystem der Reichspost führen von der Zentrale aus eine Reihe von vielpaarigen Hauptkabeln zu einem sogenannten Linienverzweiger von dem aus etwa 25 bis 50 % mehr Adern Paare enthaltende Kabel ausgehen, die allmählich in schwächere Kabel aufgeteilt, in sogenannten Kabelverzweigern enden. Von den Kabelverzweigern aus führen bis zu 100 % mehr Adern Paare enthaltende Verteilungskabel zu den sogenannten Endverzweigern, in denen die ein paarigen zu den einzelnen Abonnenten führenden Anschlusskabel enden.“
Schema Leitungsnetz - Linienverzweiger

Schemazeichnung einer Kabelverteilung (Leitungsnetz) in einem Ortsnetz.

Bildquelle: Public Domain