Überspannungsableiter, gasgefüllt
Abkürzung:  ÜsAg
HVT  Hauptverteiler mit Überspannungsableiter

Abkürzung: ÜsAg = Überspannungsableiter, gasgefüllt

Gasentladungsableiter (ÜsAg) sind zwei- oder dreipolige Bauelemente mit einer nicht radioaktiven Edelgasfüllung.

Die Gasfüllung ermöglicht ab einer bestimmten Spannung eine Bogenentladung zwischen den Elektroden. Hieraus ergibt sich das Verhalten eines spannungsabhängigen Schalters.

Dieses Schaltverhalten wird genutzt, um Überspannungen gezielt zu begrenzen und abzuleiten zu können.

Die Ansprechspannung des Gasentladungsableiters wird bei der Herstellung definiert und liegt zwischen 70 V und mehreren kV. Wird diese Ansprechspannung überschritten, bildet sich innerhalb weniger Nanosekunden ein Lichtbogen. Dieser Lichtbogen weist eine hohe Stromtragfähigkeit von bis zu 150 kA auf.

Die Bogen-Brennspannung an einem gezündeten Gasentladungsableiter beträgt unabhängig von der Ansprechspannung nur 10–30 Volt, in diesem Zustand sinkt der Innenwiderstand auf < 1 Ohm und entspricht damit quasi einem Kurzschluss.

Unterschreitet die anliegende Spannung die erforderliche Brennspannung des Ableiters, reißt der Lichtbogen ab und der Ableiter ist wieder im gesperrten (gelöschten) Zustand. Im gesperrten Zustand besitzt der Ableiter einen Innenwiderstand von > 1 G Ohm und eine geringe Kapazität von wenigen pF.

Damit verursacht ein Gasentladungsableiter nahezu keine Veränderungen in den elektrischen Eigenschaften der zu schützenden elektronischen Geräte und Systeme. Deshalb ist besonders bei höheren Frequenzen der ÜsAg das optimale Schutzelement gegen Überspannungen.

Das Bild zeigt einem Hauptverteiler. Es sind die Stecker mit den eingebauten zwei Überspannungsableitern zu erkennen.

Bildquelle: Foto JH, Sammlung "Wählamt Kleinbaumgarten"

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