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    Anrufweiterschaltung  37 von 335eine Seite zurückeine Seite vor

    Anrufweiterschaltung
    Gedan Steckkarte

    Abkürzungen in Verbindung mit der Anrufweiterleitung:

    • AWS = Anrufweiterschaltung
    • CF = Call-Forwarding
    • CD = Call Diversion
    • CFU = Call Forwarding Unconditional
    • CFB = Call Forwarding Busy
    • CFNR = Call Forwarding on No Reply
    • CFDDI = Call Forwarding Direct Dialing In
    • CFVM = Call Forwarding to Voice Mail
    • CFP = Call Forwarding Parallel
    • CDO = Call Diversion Override
    • PR = Partial Rerouting

    Über das Leistungsmerkmal Anrufweiterschaltung (englisch Call Diversion) kann ein ankommendes Gespräch durch die Vermittlungsstelle zu einer festgelegten Rufnummer umgeleitet werden.

    Dabei werden keine B-Kanäle zum Teilnehmer belegt, d. h., die Umschaltung erfolgt direkt in der Vermittlungsstelle des Angerufenen. Zum Weiterleitungsziel wird die Rufnummer des ursprünglichen Anrufers (A-Teilnehmer) signalisiert, aber ebenso die dem ursprünglich Angerufenen (B-Teilnehmer).

    Innerhalb von ISDN können solche Rufnummern am Weiterleitungsziel auch angezeigt werden, denn netzseitig werden sie im deutschsprachigen Raum immer übertragen. Das gilt jedoch nicht über Ländergrenzen hinweg und ist zum Teil auch nur eingeschränkt über Netzgrenzen hinweg möglich, z. B. vom Festnetz zu bestimmten Mobilfunknetzen innerhalb Deutschlands.

    Anrufweiterschaltung (Call Diversion) ist der Oberbegriff für verschiedene Ausprägungen von Call-Forwarding- und Call-Deflection-Diensten (CF bzw. CD):

    • Bei CFU (englische Abkürzung für Call Forwarding Unconditional) erfolgt die Umleitung in jedem Fall sofort - „sofortige Rufumleitung". 

    • Bei CFB (englische Abkürzung für Call Forwarding Busy) erfolgt die Umleitung nur, wenn der Zielteilnehmer besetzt ist - "Rufumleitung bei besetzt". 

    • Bei CFNR (englische Abkürzung für Call Forwarding on No Reply) erfolgt die Umleitung nur, wenn sich der Zielteilnehmer nach einer bestimmten Zeit (in der Regel nach ca. 15 Sekunden) nicht meldet - "verzögerte Rufumleitung". 

    • Mit CFDDI (englische Abkürzung für Call Forwarding Direct Dialing In) werden Anrufweiterschaltungen unabhängig von der Telefonanlage vollständig im Telefonnetz konfiguriert und geschaltet. Genutzt wird dieses Leistungsmerkmal in Deutschland zum Beispiel bei einem Anlagenanschluss ohne Anschlussleitung. CFDDI ist ein firmenspezifischer Standard von Siemens, da dieser Typ von Anrufweiterschaltung international nicht standardisiert wurde. Entsprechend finden sich ähnliche Dienste auch bei anderen Herstellern, z. B. als CFUWA (CFU on directory number Without Access) der Firma Alcatel-Lucent. 

    • Bei CFVM (englische Abkürzung für Call Forwarding to Voice Mail) erfolgt die Anrufweiterschaltung konfigurierbar durch den Teilnehmer zeitabhängig, sofort oder bei Nichterreichbarkeit zu dem netzinternen Anrufbeantworter des Teilnehmers. Dieser Dienst wird vor allem in Mobilfunknetzen verwendet. 

    • Bei CFP (englische Abkürzung für Call Forwarding Parallel) klingeln beide Telefone gleichzeitig. 

    • CD (englische Abkürzung für Call Deflection) oder auch Rufumleitung unterscheidet sich von den Call-Forwarding Diensten, da hier die Weiterleitung fallweise (per Anruf) eingeleitet wird und nicht konfiguriert zu einem Ziel. Rufumleitung und Call-Forwarding Dienstmerkmale werden unter dem Oberbegriff Call Diversion zusammengefasst. 

    • CDO (englische Abkürzung für Call Diversion Override) erlaubt die Unterdrückung einer aktivierten Anrufweiterschaltung oder Rufumleitung. Dieses Dienstmerkmal steht normalerweise privaten Anschlüssen nicht zur Verfügung.

    Anrufweiterschaltung ist somit ein vermittlungstechniches Leistungsmerkmal, da die Ausführung des Dienstes vom vermittelnden Netz bereitgestellt wird.

    Demgegenüber gibt es diesen Dienst auch als gerätetechnisches Leistungsmerkmal. Damit ist in der Regel die Weiterleitung über das Endgerät des B-Teilnehmers gemeint. Befindet sich das Weiterleitungsziel außerhalb des eigenen Anschlusses, so werden während des Gespräches zwei B-Kanäle belegt. Am Weiterleitungsziel wird nicht die Rufnummer des ursprünglichen Anrufers, sondern die des weiterleitenden B-Teilnehmers als Anrufer signalisiert.


    Partial Rerouting (PR) ist nur für ISDN-Nebenstellen verfügbar und muss in dieser konfiguriert und aktiviert werden.

    Es kann für die Dienstmerkmale CFU, CFNR und CFB und CD aktiviert werden, wenn das Weiterleitungsziel zurück in das öffentliche Vermittlungsnetz führt. Dabei wird beim Weiterleiten das abschnittsweise Abbauen der bis dahin aufgebauten Verbindung innerhalb der ISDN-Nebenstelle erreicht, um so keine Verbindungskanäle vom öffentliche Vermittlungsnetz zu der ISDN-Nebenstelle für die Dauer eines weitergeleiteten Gespräches zu belegen.



    Das rechte Bild zeigt einen GEDAN Einschub in einer Vermittlungsstelle.

    GEDAN wurde von der Telekom für die Umleitung ankommender Rufe genutzt.  

     

    Hierzu wurde ein fernsteuerbares "Gerät zur dezentralen Anrufweiterschaltung" für den Teilnehmer  in der Vermittlungsstelle installiert. Bei dieser speziellen AWS-Variante gab es eine Ansage und voreinstellbare Zeitfenster.

     

    Die Weiterleitung erfolgte extern in der Vermittlungsstelle, wirkte aber wie eine interne Umleitung. Während einer bestehenden Anruf Weiterschaltung waren keine abgehenden Gespräche möglich.

     

    Dem Weiterleitungsziel wurde auch nicht signalisiert, dass es sich um eine Weiterschaltung handelt.

    Der Text und das Bild ist unter der Lizenz CC-by-sa-3.0 verfügbar.


    Abkürzung:  AWS

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