Erdfunkstelle Raisting
Zeitraum  1964
Land:  D
Erdfunkstelle Raisting

Die Erdfunkstelle Raisting ist eine Erdfunkstelle für die Kommunikation mit Nachrichtensatelliten. Mit ihren weithin sichtbaren Parabolantennen stellt sie ein Wahrzeichen des Weilheimer Landes am Südende des Ammersees dar.

Das rechte Bild zwei Antennen von der Erdfunkstelle Raisting.
Bilddatum: 21. Oktober 2006 Lizenz: gemeinfrei

Geschichte

1964 ging die Anlage in Raisting in Betrieb und empfing zuerst die  Fernsehsignale von dem Satelliten "Telstar II". Im Jahr 1965 transportierte eine Delta-D Rakete den ersten Satelliten ("Intelsat I") auf eine etwa 35.800 km über dem Äquator liegende Laufbahn, in der er synchron der Erdumdrehung folgte, von der Erde gesehen also immer an derselben Stelle zu stehen schein ("geostationäre" Umlaufbahn). Es konnten entweder 240 Ferngespräche gleichzeitig oder eine Fernsehsendung über den Atlantik zu übertragen werden. Bei der Liveschaltung zur ersten Mondlandung im Jahr 1969 genoss dieser Anwendung weltweit ein sehr große Aufmerksamkeit.

Die Station gehörte zuletzt zur Unternehmenssparte T-Systems der Deutschen Telekom AG.
Am 12. Januar 2006 wurde die Erdfunkstelle von der T-Systems an das US-Telekommunikations-Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft. EMC stellt insbesondere im Auftrag von Hilfsorganisationen und verschiedenen Agenturen der Vereinten Nationen weltweit satellitengestützte Telekommunikationslösungen bereit.
Die Parabolantenne diente als Vorlage für die 50-Pf-Briefmarke der Dauermarkenserie Industrie und Technik der Deutschen Bundespost.

Antenne 1

Die Antenne 1 befindet sich in einer strebenlosen, kugelförmigen Traglufthalle, dem sogenannten Radom. Der Bau wurde 1963/64 nach Plänen von Hans Maurer errichtet. Die Antenne ist inzwischen nicht mehr offiziell in Betrieb, allerdings arbeiten Studierende der Technische Universität München zur Zeit daran, die Antenne wieder in Betrieb zu nehmen.[1] Sie sollte ursprünglich im Rahmen der ESMO-Mission (European Student Moon Orbiter) der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) als Bodenstation dienen[2], das ESMO-Projekt wurde jedoch von der ESA eingestellt.[3] Stattdessen werden nun andere Projekte im Radom verfolgt.[4]

Das Radom mit der darin befindlichen Parabolantenne mit 25 m Durchmesser sollte abgerissen werden, wurde aber 1999 unter Denkmalschutz gestellt. Es handelt sich um ein technisches Denkmal. 2009 wurde vom Kreistag die Erhaltung als technisches Museum beschlossen. Die gesamte Sende- und Empfangsanlage und der Drehmechanismus werden derzeit saniert.
Ende September 2010 wurde die Hülle im Auftrag der Radom Raisting GmbH ausgetauscht.

Die Anlage soll genutzt werden für

  • Radioastronomie
  • Beobachtung interplanetarischer Missionen
  • Amateurfunk (interkontinentale Kommunikation mit dem Mond als Reflektor sowie über Amateurfunk-Satelliten)


Technische Daten:

  • Antennengewinn bei 4,170 GHz 58 dBi, bei 6,390 GHz 61,5 dBi
  • Halbwertsbreite der Sende- und Empfangskeule: bei 4,170 GHz 0,2 Grad
  • Drehgeschwindigkeit: 1,8 Grad/s
  • Einstellgenauigkeit: 0,02 Grad


zum Teil aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Weitere Information finden Sie unter:
  • Erdfunkstelle Raisting - 2006