Schweiz: Brand in der Telefonzentrale Zürich Hottingen
Zeitraum  1969 22. Februar
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Die Telefonzentrale in Zürich Hottingerstrasse 10 wurde als erste halbautomatische Anlage in der Schweiz eröffnet. Die Einrichtung erfolgte durch die Firma Bell Telefone.

In dem Jahr 1969 war diese Zentrale  bereits mit den neuen System 7-A2 und 7-Az ausgerüstet.

An diese Zentrale waren die Teilnehmer (Abonnenten) in den Stadtbezirken 7 , 8 und einige Teilnehmer der Züricher Altstadt angeschlossen. Zu den angeschalteten Teilenehmer verlaufen auch viele Verbindungskabel zu anderen Vermittlungsstellen in Zürich.

Zu diesem Zeitpunkt waren circa 26.400 Teilnehmer angeschlossen. Die Telefonnummer in Zürich waren 6 stellen lang, die Teilnehmer mit den Anfangsziffern 32, 34 und 47 waren an dieser Vermittlungsstelle angeschlossen.

Der Brandausbruch wurde durch Brandstiftung ausgelöst. Der Verursacher war der Hauswart der Anlage. Er bereitete aus persönlichen Gründen vor. Am Freitag Abend, den 21.2.1969 verteilte er 12 kg Putzlappen gleichmäßig über die ganzen Verteilereinrichtungen.

Am nächsten morgen den 22.2.1969 verteilte er noch Pappkartons und Holzwollreste und tränke die in Benzin. Mit einem Streichholz entzündete er um 9:48 Uhr das Feuer. Er öffnet auch noch das Fenster zum Hof um für eine ausreichende Sauerstoffzuführung zu sorgen.

Das ganze löste eine Kettenreaktion aus, die Alarmierung der Feuerwehr funktioniert nicht, weil auch diese an der Hottinger Vermittlungsstelle angeschlossen war.  Um 10:03 erreichte das erste Feuerwehrauto die Brandstelle und begann mit Schaum zu löschen um den Schaden an den elektrischen Einrichtungen gering zu halten.  Nach dem Entfernen der Hauptsicherungen im Keller wurde mit Wasser weitergelöscht. Der Brand konnte nach circa 2,5 Stunden gelöscht werden.

Die Öffentlichkeit wurde über Radio und Fernsehen über den Vorfall unterrichtet. Auch die Teilnehmer mit den Anfangsziffern 53, 63 und 65 konnten nur noch untereinander sprechen, weil auch diese Leitungen von diesen Vermittlungsstellen über die Hottinger Anlage liefen.

Es wurden in dieser Zeit viele provisorische Einrichtungen und Luftkabel erstellt. Es wurden Notsprechstellen aufgestellt und mehrer Nottelefonbücher ausgeben. In diesen Büchern waren die Ersatznummern abgedruckt, über welche die Teilnehmer einen Bekannten oder Nachbarn erreichen konnten.

Durch viel Fleiß und Überstunden konnte der ursprüngliche Betrieb am 16.4.1969 wieder durch das anschalten des letzten Teilnehmer wieder vollständig hergestellt werden.   

Weitere Information finden Sie unter:
  • Brand in Vermittlungsstelle Karlstad - 1955   
  • Brand in Vermittlungsstelle Karlstad - 1921   
  • Schweiz