1932 *** Kurznachrichten ***
Zeitraum  1932
Zweidrahtverstärker
  • Vierdraht: Für Weitverbindungen wurden zur Verbesserung der Sprechverständigung, diese immer mehr als Vierdrahtleitungen hergestellt. Versuche mit Vierdrahtverstärkern wurden bereits im Jahr 1925 durchgeführt.

    Anzahl der 4Draht Leitungen in das Ausland:
    - 1932 - 218 Vierdrahtleitungen

    - 1931 - 205 Vierdrahtleitungen

  • Zweiband TF: Auf den Vierdrahtleitungen wurde das Vierdraht-Zweibandfernsprechen über Trägerfrequenz eingeführt.

  • 31. Januar: In Deutschland gab es fast 4 Millionen registrierte Rundfunkempfänger.

  • 15. Oktober: Der Funksprechdienst für Reisende in den D- und FD-Zügen wurde auf der Streche Berlin - Hamburg eingeführt.

  • Drahtfunk: Die Deutsche Reichspost begann mit den Drahtfunkversuchen um allen Teilnehmern einen guten Empfang zu gewähren. Es gab damals schon einige elektrisch verseuchte Gebiete wo nur ein sehr schlechter Empfang über die normalen Sender möglich war.

  • Bildtelegrafendienst: wird zwischen Deutschland und Vatikanstadt eröffnet.

  • Siemens: Entwicklung des Ringmodulators zur Unterdrückung des Trägers in TF-Systemen (Die Einführung erfolgt im Jahr 1933)
    Der Blattfernschreiber von Siemens & Halske kam auf den Markt. Er sah aus wie eine normale Büroschreibmaschine.

  • Lorenz: Erste erfolgreiche Versuche mit Richtfunk. Übertragung von Fernsprech- und  Fernschreibsignalen über 60km (500 - 537,5 MHz, Sender mit Gegentakt Triode)

  • Großbritannien: In London stellt die englische Postverwaltung im Jahr 1932 Versuche mit den alten Geräten von Philipp Reis an. Das gesprochene Wort wird sehr gut übertragen. Die Behauptungen von Edison und der Firma Bell, die behaupteten dass das Telefon von Reis die Sprache überhaupt nicht wiedergibt, sind hiermit widerlegt.

  • Polen März: Fertigstellen der restlichen Linie Lodz – Teschen. Durch diese Line wurde in Myslowitz der Anschluss an das deutsche Fernsprechnetz hergestellt.
    Die Wirtschaftkrise in Polen lies den Ausbau des Fernkabelnetzes zum erliegen kommen.

  • Griechenland 22. Februar: Aufnahme des Auslandsverkehr von allen Orten in Deutschland nach Saloniki.

  • Jugoslawien 27. Mai: die erste direkt geschaltete Leitung zwischen Deutschland und Jugoslawien wird über die Strecke Berlin – Agram eröffnet.

  • Rumänien 4. Februar: eine direkte Leitung wird von Berlin nach Bukarest in Betrieb genommen.

  • Türkei 21. April: über diese Leitung wird der Sprechverkehr zwischen Türkei und Deutschland hergestellt.

  • Bulgarien 11. Januar: der Fernsprechbetrieb mit Deutschland wird eröffnet.

  • Luxemburg: Esch-sur-Alzette - Umstellung auf  eine automatische Vermittlungsstelle.

  • Island: Die Firma Norsk Elektrisk Byra aus Oslo, eine Tochterfirma Ericsson, richtet in Reykjavik eine automatische Vermittlungsstelle für 4.000 Anschlusseinheiten ein.
    In der Stadt Harfnarfjordur wird eine Anlage mit 500 Anschlusseinheiten aufgestellt. Zwischen diesen beiden Vermittlungen kann ein automatischer Verkehr geführt werden.

  • Sowjetunion 7. März: Eröffnung der ersten Fernleitung nach Deutschland durch die Strecke Moskau – Berlin.

  • Italien 13. Dezember:  In Madrid endete nach rund sechswöchiger Dauer die internationale Telegraphen-Konferenz auf der sich die Delegationen der beteiligten Staaten u.a. auf die Vergabe von Rundfunkfrequenzen einigten.

  • Kairo: Die Funkfernsprechverbindung zwischen Deutschland und Kairo mit einer Distanz von 2.980 km wurde eröffnet.

  • Helsingfors: Die Funkfernsprechverbindung zwischen Deutschland und Helsingfors über 1.130 km wurde eröffnet.

  • Österreich: In der Telefonie gewann die Nebenstellentechnik immer mehr an Bedeutung (Büros, Behörden, Krankenhäuser usw.). Das öffentliche Netz wurde dadurch  wesentlich entlastet.

    Der Österreicher Gustav Tauschek konstruierte den ersten Magnettrommelspeicher in Anlehnung an das Magnettonverfahren. Es wurde zu einem bedeutenden Informationsträger für die Datenverarbeitung.

    Abschluss der Telefon-Vollautomatisierung in Wien.