1880 *** Kurznachrichten ***
Zeitraum  1880
Gerson von Bleichröder Bankier
  • Carl Lorenz gründete in Berlin die Telegrafenbauanstalt

  • Erste Musikübertragung der Welt: Der Wettgesang vom Sängerfest in Zürich wird über eine Fernsprechleitung nach Basel übertragen und von Musikfreunden in Basel abgehört. Nebenbei wird festgestellt, dass sich die Schweizer nur langsam für etwas erwärmen, für das sie Geld ausgeben sollen ohne einen Nutzen davon zu haben.

  • 29. April: Antwort auf die Anfrage von Generalkonsuls Gerson von Bleichröder (Bild rechts) wegen privater Betreibung eines Fernsprechnetzes. Die Genehmigung kann verfassungsgemäß nicht erteilt werden. Die Reichstelegrafenverwaltung muss sich vielmehr vorbehalten, die Ausführung und den Betrieb derartiger Anlagen ihrerseits in die Hand zu nehmen.

  • 14. Juni: Aufruf des Staatssekretärs des Reichspostamtes.
    Personen welche sich des Fernsprechers als Verkehrsmittelbedienen wollen, werden aufgefordert, sich schriftlich oder während der Dienststunden an das Telegrafenbetriebsbüro des Reichspostamtes Französische Strasse 33c, Zimmer 149 zu wenden.

     
  • 4. Juli Berlin:
    Das Reichspostamt gibt die Einrichtung von Fernsprechstationen für den Privatverkehr frei, zunächst aber nur in Preußen. Eine praktische Bedeutung erlangte diese Verfügung jedoch im Jahr 1981 als in Berlin und Mülhausen/Elsaß die ersten Fernsprechämter in Deutschland eingerichtet wurden

  • 13. August: Erlass der ersten Telegraphenordnung in Deutschland.

  • 19. August: Heinrich Stephan schreibt das er nicht verstehe warum sich die Einwohner in der Stadt Berlin gegenüber der neuen Einrichtung des Telefons nicht so richtig erwärmen können. Das neue Unternehmen wird in dieser Richtung auch in den nächsten Jahren Schwierigkeiten haben.

  • Bleikabel: Für die Herstellung der Bleikabel wurde die hydraulische Kaltbleipresse erfunden. Diese Presse geht ein Jahr später in Berlin in Betrieb. Patent: D.R.P. Nr. 23 176 v. 23. 11. 1882


  • USA: Die Firma Bell-Telephone spricht bei der  bayerischen Verwaltung vor über die Einrichtung eines Ortsfernsprechnetzes nach amerikanischen Muster in München und Nürnberg zu genehmigen.  Die Bayerische Verwaltung schließt sich dem Standpunkt an, das das Fernsprechwesen in die Hand des Staates zu nehmen sei und lehnt den Vorschlag ab.

  • Schweiz 20. Juli: Der Züricher Telefongesellschaft wird eine Konzession über eine Laufzeit von 20 Jahren ausgestellt. Das Schreiben ging an die Herren J. Ryf und P.F. Wild. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde bekannt, dass diese Herren Agenten der International Bell Telephone Company waren.

  • Schweiz 27. August: Die Züricher Telefongesellschaft und die Stadt Zürich vereinbarten eine Bewilligung zum Einrichten und Betreiben eines Telefonnetzes. Darin waren auch die Einzelheiten über die Benutzung von öffentlicher und privater Bauten und Grundstücke geregelt. Die Arbeiten an dem Netz wurden sofort in angriff genommen. Es gab auch einige Streitereien wegen der Drähte auf den Häusern. Einzelne Gemeinden erließen ein Verbot für die Durchleitung. Der Streit führte zu einer Revision der Konzession, die Laufzeit wurde auf 5 Jahre reduziert.

  • Schweiz 2. Oktober: Die erste Vermittlungsstelle der Züricher Gesellschaft wurde eröffnet. Anfang war die Zentrale nur tagsüber besetzt. Ab 6. November war dann ein durchgehender Dienst eingerichtet.  Bis Ende 1880 waren 144 Teilnehmer angeschlossen.

  • London: Verschmelzung der beiden Firmen Bell Company und Edison-Gesellschaft zur neune United Telephon Company. Der Weg war nun frei, um in den Fernsprechanlagen Edisons Mikrofon und den Bell Fernhörer zu benutzen.

    In London wird der Transformator durch durch die beiden Erfinder Lucien Gaulard und John Dixon erfunden. Sie nennen das Gerät „Sekundär-Generator“. 


  • Frankreich 3. April: zwei der Privatfirmen schließen sich zu der Firma Comagnie des Téléphones  zusammen.

  • Frankreich 21. April: Französisch-Ägyptische Bank kauf die dritte Konzession.

  • Frankreich 1. Mai: Die beiden privaten Gesellschaften hatten zusammen 306 Fernsprechteilnehmer.
    Kurze Zeit darauf erfolgte der Zusammenschluss zur Société Générale des Téléphones de France. Die Netze wurden aufeinander abgestimmt und neue Netze wurden in Bordeaux, Marseille, Nantes und Le Havre eröffnet.

  • Schweden: In Stockholm werden die ersten Fernsprecher eingerichtet.

  • Niederlande 30. Oktober: Vergabe einer Konzession von der Stadt Amsterdam an die International Bell Telephone Company (IBTC).

  • Niederlande 6. Dezember: Die Firma Nederlandsche Bell-Telephoon Maatschappij (NBTM) wird gegründet.

  • Belgien: Eröffnung der ersten Handvermittlungsstelle in Brüssel mit 141 Teilnehmern.

  • Norwegen:  Die ersten Ortsnetze in Oslo und Drammen werden durch die International Bell Telephone Company of New York eingerichtet.
Weitere Information finden Sie unter:
  • Carl Lorenz wird Leiter der Telegrafenbauanstalt in Berlin   
  • Generalpostmeister Heinrich von Stephan Versuche mit zwei Bell-Telefonen