Erstes Ferngespräch der Welt
Zeitraum  1876 9. Oktober
Land:  US
Massachusetts und Boston LANDKARTE

Im Jahr 1876 am 9. Oktober wird das erste Ferngespräch der Welt geführt.

Es wird von Bell und seinem Assistenten über eine Länge von zwei englischen Meilen langen Telegrafenleitung zwischen Cambridge im US-Staat Massachusetts und Boston durchgeführt.


Bericht aus dem Polytechnischem Journal 1877, Band 223/Miszelle 4 (S. 647)


Telephonisches Sprechen.


Professor A. Graham Bell stellte am 26. November 1876 auf der Telegraphenleitung zwischen Boston und Salem der Eastern-Railway Company mit dem Telefon Versuche an, von Boston aus mit Watson in Salem telegraphisch in der Weise zu korrespondieren, dass in Boston, bezieh. Salem, die Stimme des Sprechers deutlich hörbar wurde.

Das Gespräch wurde abwechselnd ohne die geringste Störung geführt. Selbst das Flüstern war noch deutlich vernehmbar, wenn auch die Worte nicht verstanden werden konnten.

Ein weiterer Versuch fand statt auf der Linie Boston-Salem North-Conway, 230km von Boston entfernt, in welche Leitung Salem als Zwischenamt eingeschaltet war. Das Gespräch wurde ebenfalls nur zwischen Salem und Boston geführt; nur ging der Strom nicht in Salem, sondern in North-Conway zur Erde, wodurch der elektrische Strom in seiner Stärke etwas vermindert wurde. Diese Abnahme in der Stärke des Stromes hatte gleichfalls eine geringe Abnahme in der Hörbarkeit der Töne zur Folge, was die Verständigung jedoch keineswegs alterirte.

Der dritte Versuch wurde auf der Leitung Boston-Portland-Salem (Portland hatte direkt verbunden) von ungefähr 320km Länge angestellt. Auf dieser Entfernung hatte die Hörbarkeit der Töne so abgenommen, dass dieselben zwar gehört, aber nicht verstanden werden konnten.

Prof. Bell schreibt den ziemlich ungünstigen Erfolg der Unempfindlichkeit der benutzten Elektromagnete zu, welche nur für eine Leitung von 32km Länge konstruiert waren. Mit empfindlicheren Elektromagneten werden die Versuche von Prof. Bell jedenfalls wieder aufgenommen werden. (Oesterreich-Ungarische Post, 1877 S. 35.)