 Neue Technik bei den Zweieranschlüssen ½ GUm 53
Allgemeines
Die älteren Zweieranschlüsse zeigen in einigen Teilen kleine Mängel, die einen allgemeinen Einsatz von Zweieranschlüssen entgegenstehen.
Im alten Gemeinschaftsumschalter verursacht das Weichenrelais, das mit seinen Wicklungen in den Sprechadern liegt, zusätzliche Verluste (Dämpfung, Speisestromverlust).
Der alte Umschalter unterbricht die Leitungsschleife sofort nach dem Auflegen des Rufenden Teilnehmers. Ein Gebührenanzeiger für das Anzeigen der Gebühreneinheiten konnte deshalb nicht verwendet werden.
Eine weitere Eigenart war, dass der Wecker des am Gespräch nicht beteiligten Teilnehmers durch die Aufladung und Entladung der Kondensatoren leise mit angeschlagen hat, sobald der andere Teilnehmer den Hörer abnimmt oder auflegt.
Die alte Schaltung der Übertragung hat den Nachteil, dass das Sperren der Sprechstellen und das Umschalten auf die Fernsprechsonderdienste nur durch Auslöten und Isolieren einzelner Relaiskontakte möglich sind. Alle diese Nachteile des Umschalters und der Übertragung haben sich durch den Einsatz neuer Bauteile vermeiden lassen. Es wurde in dem neuen Umschalter das Haftrelais eingeführt.
Auch der Vorwähler der Gemeinschaftsübertragung genügte nicht der Forderung nach einer Gleichwertigkeit des Gemeinschafts- und des Einzelanschlusses. Er ist
mit einem Trennsteckverteiler ausgerüstet, jedoch können die Betriebsumschaltungen nur unter Zuhilfenahme einer besonderen Übertragung zur Unterscheidung der beiden Gemeinschaftssprechstellen vorgenommen werden.
Neuer Umschalter für Zweieranschlüsse
Der neue Umschalter für Zweieranschlüsse (1/2 GUm 53) enthält zwei Haftrelais, zwei Kondensatoren, vier Trockengleichrichter und vier hochohmige Widerstände.
Im Ruhezustand ist die b-Ader jeder Zweigleitung über einen Gleichrichter GR und die 320-Ohm-Wicklung des U1 bzw. U2 Relais geerdet.
Bei abgehenden Gesprächen wird der I. VW über die Teilnehmerschleife durch das Erden der a- bzw. der b-Ader der Hauptleitung belegt. Wie in der älteren Schaltung des Umschalters steht im Belegungsstromkreis das U-Relais zunächst unter Fehlstrom. Erst wenn der Stromkreis zum I. VW durchgeschaltet ist, spricht es über seine Wicklung U1-320 bzw. U2-320 an, und zwar - z.B. bei einer Verbindung der Gemeinschaftssprechstelle 1 - über den Stromweg: Spannung an der a-Ader von der Übertragung, Gemeinschaftssprechstelle 1, U1 10, Gr, U1-320/U1 5500, Erde.
Das U1-Relais unterbricht seinen Ansprechstromkreis und schaltet die bis zum Eintreten dieses Schaltzustandes noch offene Ader der Hauptleitung durch. Gleichzeitig trennt es die niederohmig an der b-Ader der Zweigleitung liegende Erde ab und öffnet den Kurzschluss des über den Kondensator an der a-Ader liegenden 18-kOhm-Widerstandes. Um nach dem Offnen der Kontakte ein sicheres Durchschalten des Relais zu gewährleisten, wird gleichzeitig mit dem Auftrennen des Ansprechstromkreises die Anzugswicklung U1-320 über die 600 Ohm Wicklung und den Gleichrichter kurzgeschlossen, so dass der Erregerstrom nicht sofort unterbrochen ist, und der Anker vollständig angezogen wird. Im Gesprächszustand liegt an der b- und an der a-Ader Erde, und zwar über die Wicklung U1-5500, den 18-kOhm-Widerstand und den Gleichrichter Gr bzw. die mit dem Gleichrichter GR überbrückte Wicklung U1-600 + 320, den 18-kOhm-Widerstand und den Kondensator.
Im Sprechstromkreis liegt lediglich in der b-Ader die Wicklung U1-10 (geringste Energieverluste).
Die Wicklung U1-5500 ist die Abwurfwicklung des Haftrelais U1. Der mit ihr erzeugte Erregungswert wird im Belegungszustand - Sprechstellenschleife geschlossen - durch die gegensinnig geschaltete Wicklung U1-10 aufgehoben. Wird die Sprechstellenschleife aufgetrennt, so werden beide Wicklungen stromlos und das Haftrelais bleibt angezogen; die Auslösung des Umschalters ist daher allein vom Belegungszustand der Übertragung,nicht von der Unterbrechung der Sprechstellenschleife abhängig, so dass die Gebührenanzeige möglich ist. Der Stromkreis der Abwurfwicklung wird durch den entsprechenden Abzweig der a-Ader zur Erde symmetrisiert.
Bei ankommenden Verbindungen werden die Gemeinschaftssprechstellen - wie in der älteren Technik - entweder über die a-Ader oder die b-Ader gerufen. Der Rufstrom gelangt jedoch zunächst nicht zur Sprechstelle, weil die Rufschleife durch den Gleichrichter im Erdabzweig der b-Ader gesperrt ist.
Er erregt dagegen mit dem 1. Ruf das U-Relais über die Wicklung U1-600 und U1-320 (Rufspannung im LW, a-Ader über die Gemeinschaftsübertragung zum Umschalter, u2, Kondensator C1, U1-600 + 320/Gr, Erde),
das infolge der Parallelschaltung des Gleichrichters einen gleichgerichteten Rufstrom empfängt; denn bei der Richtung des Stromes von Erde nach Spannung ist der Weg über den Gleichrichter gesperrt und nur über die Relais offen, während bei der entgegen gesetzten Stromrichtung der Gleichrichter die Relaiswicklungen praktisch kurzschließt.
Erst nachdem das U-Relais angesprochen hat, ist die Leitungsschleife über
den Kontakt in der b-Ader durchgeschaltet, so dass die Sprechstelle den Weiterruf empfangen kann. Die Auslösung verläuft wie bei einer abgehend aufgebauten Verbindung.
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