Das Bild zeigt eine automatische Zeitansage so wie sie in Deutschland und Österreich eingesetzt wurde. Im Volksmund wird sie die "Eiserne Jungfrau" genannt. Sie wurde im Jahr 1935 entwickelt und hatte ein Gewicht von circa 80 kg.
Sie besteht aus einer Trommel, auf der die Stunden und Minuten im Lichttonverfahren (Zackenschrift wie beim Tonfilm) als Filmstreifen aufgespannt sind. Auf der linken Seite war mittels Lichtschrift der Text für 60 Minuten und auf der rechten Seite für 24 Stunden aufgebracht.
Die Trommel wird von zwei außen liegenden Projektor Lampen beleuchtet. Die drehende Trommel wurde durch zwei getrennte Fotozellen abgetastet. Die Fotozellen waren für die Stunden und Minuten getrennt auf der Vorder- und Rückseite angebracht. Die Fotozellen waren auf fahrbaren Schlitten angebracht. Diese wurden immer auf die jeweilige Stunde und Minute hin- und hergefahren.
Das schwache Ausgangssignal der Fotozellen wurde über einen Röhrenverstärker kräftig verstärkt. Am Ausgang des Verstärkers wurde mit der Anschalteinrichtung das Signal zu den anrufenden Teilnehmern durchgestellt. Es konnten je nach Bedarf mehrere 100 Teilnehmer gleichzeitig angeschaltet werden. Die Zeit wurde nach Stunde und Minute in Abständen von 4 Sekunden angesagt. Dann wurde ein Summersignal gegeben, das genau mit Ende der angesagten Minute abbrach.
Nicht jede Ortsvermittlungsstelle hatte eine eigene Zeitansageeinrichtung. Über vorhandene Fernleitungen wurde die Zeitansage auch zu anderen Vermittlungsstellen übertragen. In Österreich wurde von Linz aus, die Zeitansage für ganz Österreich erzeugt.
Auf den Bilder ist im Hintergrund die Trommel mit dem Filmstreifen zu sehen, darauf sind die auf der linken Seite die 60 Spuren für die Minuten und auf der rechten Seite die 24 Spuren für die Stunden zu erkenne. Vor der Trommel ist die Fotozelle in ihrer Halterung zu erkennen. (Gelb-Oranges Teil)