 zur Beschreibung mit Schaltpänen
Das Motorwählersystem ist der DDR neu eingeführtes Fernsprechvermittlungssystem, das von den seit Jahrzehnten in Betrieb befindlichen Hebdrehwählersystemen konstruktiv und schaltungstechnisch erheblich abweicht.
Die Nachteile der Schrittschaltsysteme, nämlich die Wählergeräusche, die Fertigung von zwei Wählertypen, die nicht mehr steigerungsfähige Schrittgeschwindigkeit und der große Aufwand für Wartung und Pflege führten etwa 1930 zum Beginn der Entwicklung eines motorischen Einzelantriebs für Drehwähler, durch den der Wähler stoßfrei fortgeschaltet und stillgesetzt werden sollte. Die dafür geeignete Wählertype ist nicht der Hebdrehwähler mit seinen zwei Bewegungsrichtungen, sondern der Drehwähler mit nur einer Bewegungsrichtung. Das Ergebnis dieser Entwicklung war ein Vermittlungssystem, bei dem als einheitliches Schaltglied für alle Wahlstufen ein großer Drehwähler mit 100 Ausgängen mit elektromotorischem Antrieb verwendet wird. Bedingt durch die Größe des Drehwählers ist die Vorwahlstufe mit Anrufsuchern ausgeführt.
Als erste Wählvermittlungsstelle mit Motorwählern für das öffentliche Fernsprechnetz wurde 1938 die Vermittlungsstelle Eisenberg (Thüringen) errichtet, die nunmehr seit 24 Jahren in Betrieb ist. Auf diesem System Eisenberg fußt die nach 1945 in der DDR durchgeführte Entwicklung eines neuen Motorwählersystems, von dem bei der Deutschen Post (DDR) folgende drei Ausführungsarten in Betrieb sind:
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System 53 Versuchsausführung für die Betriebserprobung. Es wurde nur eine Anlage, das Versuchsamt Erkner bei Berlin, errichtet. Die Gehäuse enthalten 24 Motorwähler mit Vierspulenmotoren. Die Schaltarme sind Stahl-Schaltarme.
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System 56 Schaltungstechnische und vor allem konstruktive Weiterentwicklung der Gehäuse, bei denen in der Mitte ein Signal- und Prüffeld angeordnet ist, wodurch die Gehäuse nur noch 20 Wähler aufnehmen können. Der Vierspulenmotor ist beibehalten.
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System 58 Die Gehäuse nehmen ebenfalls 20 Wähler auf. Die Motorwähler haben einen verbesserten Zweispulenmotor, und die Wählereinschübe werden mit zwei statt einer Schraube befestigt. Dadurch wird eine genauere Endstellung des Schaltarmsatzes im Kontaktkranz erreicht. Die Schaltarme sind Bronze-Schaltarme.
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