 Der Ursprung aller Wähler ist der Hebdrehwähler nach der Strowger Bauart. Dieser Wähler wurde in Deutschland bis zum System 22 eingesetzt.
Der Hebdrehwähler wurde durch die Firma Siemens erheblich verbessert und verkleinert. Er wurde ab dem Jahr 1925 im System 25 eingesetzt. Dieser Wählertyp hatte sich sehr lange gehalten. Er wurde auch noch in den Folgesystem 26, 27, 29, 40 und 50 eingesetzt.
Der Hebdrehwähler von Siemens wurde auch Viereckwähler genannt, weil der Schaltarm bei seiner Bewegung immer ein Viereck machte.
Das Bild rechts zeigt einen Hebdrehwähler (Viereckwähler).
Durch diese Konstruktion wurden viele Verbesserungen erreicht.
- Kürzere Schaltzeiten durch die höhere Geschwindigkeit und die kürzeren Wege
- Gleichmäßige Abnutzung der Lamellen, weil der Wähler immer nach rechts rausdreht und alle Lamellen überstreicht, anstelle der Rückwärtsbewegung des Strowger Wählers
- Durch nur eine Drehbewegung konnte der Schaltarm durch das Kontaktmaul eine bessere Kontaktgabe erreichen
- Selbstreinigungseffekt der Lamellen durch nur eine Drehrichtung
- Erheblich kleiner und dadurch platzsparende Anordnung der Wähler
- Durch einfachere und bessere Mechanik weniger Störanfällig
Doch die Hintereinanderschaltung von Wählern in der Form I. GW II. GW usw. bis zum LW durch Hebdrehwähler war nicht die einzige Lösung um eine große Anzahl von Teilnehmer miteinander zu verbinden. Es wurden auch andere Ansätze verfolgt, die zur Entwicklung von verschiednen Wählertypen geführt haben. Die Konstruktionen wurden unterteilt nach der Bewegungsart der Verbindungen:
- Stangenwähler: wurden überwiegend in grossen Vermittlungsstellen in der USA eingesetzt. Video vom Stangenwähler.
- Maschinenwähler (ab 1920) Drehwähler grösserer Bauart wurden durch einen zentralen Antriebsmotor mit Magnetkupplungen angetrieben.
Video vom Maschinenwähler. Zu den Maschinenwählern gehört auch der Kulissenwähler.
- Crossbarwähler (ab 1925) auch Koordinatenschalter genannt.
- Motorwähler (ab 1930) Die Drehbewegung erfolgte nur ein einer Richtung.
- Relaiswähler Die Durchschaltung wurde nur mit Relais durchgegührt.
Alle Wähler die nach dem Prinzip des Strowger Wählers arbeiten, werden als Schrittschaltwähler bezeichntet. Außer den Schrittschaltwählern setzten sich nur die Koordinatenschalter in größerem Umfang durch. Die Maschinenwähler wurden in Deutschland nicht eingesetzt, fanden aber in anderen Ländern wie z. B. Ungarn eine große Verbreitung.
Die Motorwähler mit dem ersten Versuchsamt in Eisenberg/Thüringen lieferten gute Ergebnisse und Erfahrungen für die spätere Entwicklung des Edelmetallmotordrehwähler (EMD), die in Deutschland die Schrittschaltwähler ablösen sollten.
Ein 1930 von Siemens entwickelter Motorwähler kam zuerst im Netz der deutschen Reichsbahn zum Einsatz. Er diente als Vorbild für die spätere Entwicklung der EMD Wähler Generation.
Eine weitere Einteilung orientiert sich an der Steuerungsart der Wahlstufen. Schrittschaltwähler wurden immer direkt durch die Wählimpulse gesteuert, welches durch ein Impulsrelais die starken Elektromagnete mit Stromstössen versorgen, die wiederum durch einen Klinkenantrieb den Wähler bewegen.
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