Die obige Anordnung in dem Bild gestattet nur einen einseitigen Telefon Verkehr. Da in diesem Beispiel nur der linke Teilnehmer die anderen Teilnehmer durch eine Ziffernwahl erreichen kann.
Es muss aber jeder Teilnehmer mit jedem Teilnehmer sprechen können. In unserem Beilspiel müsste jedem Teilnehmer ein Drehwähler oder Hebdrehwähler zugeordnet werden. Bei 100 Sprechstellen wären schon 100 Hebdrehwähler erforderlich. Es müsste auch jeder Teilnehmer am Ausgang jedes Hebdrehwählers angeschlossen werden. Die Anschlussform wäre sehr teuer und deshalb unwirtschaftlich. Es könnten aber alle Teilnehmer gleichzeitig telefonieren. Da aber von 100 Teilnehmern nur 50 davon die anderen 50 anrufen können, wären in unserem Beispiel ständig 50 teuere Hebdrehwähler unbenutzt.
Auf Grund dieser Tatsache und von durchgeführten Verkehrsmessungen, die gezeigt hat das so ein starker Gleichzeitig verkehr in der Praxis nie vorkommt.
Aus diesem Grund ist man dazu übergegangen die Möglichkeiten des Gleichzeitigkeitsverkehrs auf 10% bis 20% einzuschränken. Bei 100 Teilnehmern stehen daher nur 10 teuere Hebdrehwähler (Leitungswähler) für die Verbindungswege zur Verfügung. Die Auswahl wird im nächsten Artikel dargestellt.
Da die Leitungen der 100 Teilnehmer an jedem dieser Hebdrehwähler angeschlossen sind, wird diese Betriebsart auch Leitungswähler genannt. (LW)
Die Kontaktlammelen des LW werden vielfach, das heißt parallel geschaltet. Zum Beispiel der Ausgang 46 des 1. LW mit dem Ausgang 46 des 2. LW, dieser dann mit dem Ausgang 46 des 3. LW usw. Die Vielfachschaltung erfolgt bei Hebdrehwählern mit flach gewebten Bandkabeln, die zwischen den Löt Ösen der der Kontaktlammelen durch alle 10 LW laufen.
Wird der Teilnehmer 00 mit dem 1. LW verbunden, so kann er durch die Wahl einer zweistelligen Nummer zu jedem beliebigen Teilnehmer verbunden werden. Zur gleichen Zeit kann als Beispiel Teilnehmer 76 mit Teilnehmer 34 sprechen.
Teilnehmer 76 könnte aber kein Gespräch mit Teilnehmer 00 führen da dieser besetzt ist.