
- 1879: Der Erfinder Tivadar Puskás (Bild rechts) entwarf für Paris die erste europäische Vermittlungsstelle. Er war von 1877 bis 1886 der Vertreter von Edison in Europa. Er ernannte seinen Bruder Ferene Puskás zum Generalbevollmächtigten der Euopean Edison Telephon Company in Österreich-Ungarn.
- 1880: Er erhielt durch einen Konzession das Exklusivrecht in Budapest eine Fernsprechanlage zu installieren. Er gründet die Budapesti Telefon Hálôzat.
- 1881 1 Mai: Das erste Ortsnetz wird in Budapest eröffnet. Im folgenden Jahr sind bereits 291 Teilnehmer angeschlossen.
- 1885: In Ungarn gibt es 8 Vermittlungsstellen die von privaten Gesellschaften betrieben wurden. Es waren 890 Teilnehmer angeschlossen.
- 1888: Durch ein Gesetz wurden die Einrichtung und der Betrieb von Fernmeldeeinrichtungen jeglicher Art zum Alleinrecht des Staates erklärt. Neue Konzessionen wurden nicht mehr ausgestellt. Der Staat begann eigene Ortsnetze einzurichten.
- 1890: In Ungaren gibt es 14 staatliche und 8 private Ortsnetze.
- 1895: Es gibt bereits 30 staatliche Ortsnetze, die Anzahl der privaten Ortsnetze ist von 8 auf 6 Ortnetze zurückgegangen.
- 1896: Die erste Vermittlungsstelle im Doppelleitungssystem wurde in Temeschburg (damals ung. Temesvár, heute rum. Timișoara) für 660 Teilnehmer gebaut.
- 1897: Die Vermittlungsstelle in Budapest in der Szerecsen Strasse wird nach dem Doppelleitungssystem aufgebaut für 3.000 Anschlusseinheiten.
- 1897 4. Mai: Durch ein Gesetz wurde festgelegt, das die restlichen privaten Ortsnetze nach Ablauf der Konzessionen zu verstaatlichen sind.
- 1900: Es bestehen 49 staatliche Ortsnetze und nur noch ein privates Ortsnetz. Dieses hat sich bis zum Ablauf der Konzession im Jahre 1910 gehalten.
Tabelle der Teilnehmerzahlen von 1895 bis 1924:
| Jahr |
Sprechstellen |
|
| 1895 |
8.440 |
| 1905 |
28.000 |
| 1913 |
79.200 |
| 1924 |
58.150 |
- 1903: Budapest erhielt die erste Vermittlungsstelle mit Zentralbatterie Betrieb. Diese Anlage war für 10.000 Anschlusseinheiten ausgelegt.
- 1928 – 1932: Das Ortsnetz in Budapest wird auf automatische Vermittlungsstellen umgestellt. Danach wurden die Vermittlungsstellen in Pécs, Szeged und Debrecen umgestellt.
Als Vermittlungsstellen wurde das automatische System Rotary 7A in Budapest verwendet. In den kleineren Vermittlungsstellen in den Provinzen kam das Rotary 7B zum Einsatz. Das Rotary System arbeitet mit einem zentralen Antriebsmotor für jeweils 2 Gestellreihen. Die Drehbewegungen werden durch in den Gestellreihen durch Antriebswellen an alle Wähler herangeführt. Die Drehbewegung wird durch eine magnetische Kupplung ausgelöst.
Das Rotary System wurde von der Antwerpener Bell Telephone Manufacturing Co. Entwickelt. Nach der Unterlagen wurde es von der Budapester Standard Villamossági Rt. produziert und installiert. Beide Unternehmen waren Tochtergesellschaften der amerikanischen Gesellschaft International Telegraf and Telephone (ITT). Anbei ein Video vom dem Rotary System.
- 1939: wurde in Miskolc eine AGF-Vermittlungsstelle von Ericsson in Betrieb gesetzt. Die Vermittlungsstelle mit 2400 Anschlüssen bestand aus registergesteuerten Such- und Maschinenwählern mit 500 Bogenpunkten. Die Schalteinrichtung arbeitete mit Drehbewegungen
- 1945: durch den zweiten Weltkrieg wurde das ungarische Telefonnetz zu fast 75% zerstört.
- 1960: Entwicklung der ECR (Elektronische Crossbar Rural) Vermittlungsstellen von den Ingenieuren der Post und von der BHG zur Automatisierung der Ortsnetze in Kleinstädten und Dörfern.
Diese ECR-Vermittlungsstellen wurden in den Netzen am Nord-Balaton, um Sopron und um das Mátra-Gebirge installiert. Diese Anlagen waren auch schon für den Selbwähldienst geeignet.
Diese als herausragend geltende ungarische Entwicklungsarbeit wurde nicht weitergeführt. Die ungarische Industrie für Nachrichtentechnik kaufte die Lizenz für die Crossbar-Technologie von Ericsson.
- 1970: Einrichtung der ersten Crossbar-Vermittlungsstelle vom Typ ARF 102 im Stadteil Lágymányos. Es der folgten Vác (ARF +ARM) und Pécs (ARF + ARM), usw., und im zweiten Abschnitt folgten die von BHG nach Lizenz produzierten AR-Vermittlungsstellen, zuerst die ARF- und ARM-Vermittlungsstellen in Cegléd, dann die Vermittlungsstelle vom Typ ARF 102 in Miskolc-Diósgyőr, sowie die Vermittlungsstelle ARF 102 für die Innenstadt von Budapest.
- 1973: In Ungarn sind am Telefonnetz insgesamt 540.000 Hauptanschlüsse in Betrieb. Die Ortsnetze sind zu 82% automatisiert.
Tabelle Hauptanschlüsse von 1989 bis 1994:
| Jahr |
Hauptanschlüsse |
|
| 1989 |
858.225 |
| 1990 |
915.864 |
| 1991 |
995.839 |
| 1992 |
1.128.789 |
| 1993 |
1.237.148 |
| 1994 |
1.355.910 |
|