Der Umwerter ist die zentrale Steuerstelle in einer Fernvermittlungsstelle. Die ersten Entwicklungen der Umwertung wurden ohne den Einsatz von Relais gemacht. Es wurden zur Steuerung nur elektronische Teile wie Dioden und Transistoren verwendet. Der Umwerter wurde in der Fernwahltechnik zuerst in den Hauptvermittlungsstellen eingesetzt. Seine Arbeitweise war vollelektronisch ohne mechanische Teile.
In der späteren Ausführungen des Umwerters wurden zur Kennzahlenauswertung jedoch wider Relais eingesetzt. Es wurden dazu Relais mit Schutzgaskontakten in kleinen Glasröhrchen verwendet. (Herkon Relais).
Das obere Bild zeigt das Blockschaltbild einer Umwerteranlage.
Seine Aufgabe ist es, die Anfragen der Register zu beantworten und dadurch dem Register den günstigsten Leitweg mitzuteilen. Gleichzeitig wird auch den Tarif für die Gebührenzählung über das Register dem ZIG für den Zoneneinstellwähler mitgeteilt.
Von der Konstruktion her kann der Umwerter als Einzellanlage betrieben werden. Zur Sicherheit werden in einer Vermittlungsstelle jedoch immer zwei Umwerter eingebaut. Nur in sehr großen Fernvermittlungsstellen kommen auch 3 Umwerter zum Einsatz.
Bei einer Anlage mit 2 Umwerten sind die zu den Registern führenden Ringkabel in zwei Gruppen aufgeteilt und jeweils einem Umwerter verbunden. Im Fehlerfahl kann das Ringkabel sehr schnell auf einen andern Umwerter umgesteckt werden.
Die Umwerter werden in der Regel als Einschubbauweise mit Platinen aufgestellt. Für die noch benötigten Relais für diverse Bündelabschaltungen werden wegen der Geschwindigkeit SRK (Schutzrohrkontakt) Relais verwendet.
Vor der Einführung des Nahdienstes im Jahr 1980 bestand der Umwerter aus einem einzigen Gestellrahmen. Durch den Nahdienst wurden die Umwerter durch einen zweiten Gestellrahmen ergänzt. Die Aufgaben wie Auswertung, Verzonung und Leitwegaufgaben wurden dann auf diese 2 Gestellrahmen aufgeteilt. Auf dem ersten Gestellrahmen, dem Grundgestellrahmen werden die Leitweg und Sonderausgaben ermittelt. Auf den neuen zweiten Gestellrahmen, dem Zusatzgestellrahmen wurden die Aufgaben für die Verzonung untergebracht. Der Zusatzgestellrahmen wurde dabei nicht mehr in der Technik 62 sondern bereits in der modernern Technik 69 aufgebaut.
Funktionsgruppen in einem Umwerter:
- Prüfvielfach
- Kennzahlenschaltfeld für die Eingabe
- Kennzahlenauswertung
- Auswerteschaltfeld für die Ausgabe
Das Prüfvielfach hat die Aufgabe, das sich zur gleichen Zeit nur ein Register über das Ringkabel an den Umwerter anschalten kann. Durch die elektronische Arbeitsweise dauert eine Anfrage an den Umwerter im Durchschnitt nur 80 ms. Durch diese schnelle Arbeitsweise kann ein einzelner Umwerter ca. 20.000 Anfragen in der Stunde ausführen.
Die Eingabe und Ausgabeleitungen sind so ähnlich wie Koordinatenschaltfelder aufgebaut. Für alle möglichen Ziffernkombination werden am Kreuzungspunkt die Verbindungen durch Dioden hergestellt. Es handelt sich dabei in der Regel um eine 4 fache UND Verknüpfung.
Zur Einsparen von Bausteilen können auch sogenannte Fülladern mit der Bezeichnung HF und KF als Ersatz für eine ganze Zifferngruppe eingesetzt werden.
Die Eingabe der Information zum Umwerter für die ersten 3 Ziffern, der Z, H und K Ziffer erfolgt als Paralleleingabe, es sind dazu 3 x 10 Eingangleitungen vorhanden. Es gibt noch eine Eingabegruppe A mit 6 Leitungen für die Auswertung der ersten Ziffern, wenn diese den Wert 1 hat und der Z Ziffern wo die für die Auswertung nicht 3 sonder 4 Ziffern benötigt werden.
Die Rangierung der einzelnen Ziffergruppen erfolgt in einzelnen Zeilen. Falls mehre Zifferngruppen zu den genau gleichen Ergebnissen hinsichtlich der Zone und des Leitweges führen, können diese in einer Zeile zusammengefasst werden.
Für die Beschaltung stehen maximal 180 Zeilen zur Verfügung. Diese Anzahl ist auch für die größten Vermittlungsstellen für die Auswertung incl. des Nahdienstes ausreichend.