Telefongespräche wurden früher nur durch die Handvermittlung hergestellt. Die Erfindungen und Entwicklungen wurden fast alle in den USA gemacht und dann nach Deutschland exportiert.
Die Patente von Bell über das Telefon waren in Deutschland jedoch nicht gültig. Durch den Erfinder Philipp Reis war in Deutschland schon vorher ein Telefon erfunden, und deshalb konnte Bell kein weiteres Patent dafür anmelden. Die Firma Siemens konnte dadurch ohne Lizenzgebühren für irgendwelche Patente seine eigenen Telefonapparate produzieren. Der europäische Kontinent war gegenüber den USA fast immer ein Jahrzehnt in der Entwicklung hinterher.
Ein paar Gründe:
- Das Monopol verhinderte das entstehen von einer belebender Konkurrenz. Es wurde nachgewiesen, dass nach dem Auslaufen des Monopols von Bell im Jahr 1893, der Vorsprung von Amerika (USA) gegenüber Deutschland sich von 4 auf 12 Jahre (1913) vergrößerte.
- Die Geräteherstellerindustrie in Deutschland und Europa war noch schwach vertreten.
- In Europa gab es nur wenige Fach-Vorträge über die Fernsprechtechnik (London 1903, Budapest 1908 und Paris 1910), die USA hielt seit dem Jahr 1880 jährliche Konferenzen zu dieser Technik ab. Der Wissensaustausch lief hauptsächlich zwischen den Experten ab.
Die Geldgeber der Firmen waren immer die gleichen. In Europa wurde die Entwicklung durch die verschiedenen Sprachen und das gegenseitige Misstrauen und durch militärische Bedenken sehr gehindert. Die wichtigsten Staaten in Europa wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien standen sich feindlich gegenüber.