Der französische Erfinder Clément Ader verbesserte mit dem Aderschen Fernsprecher das 1876 von Alexander Graham Bell vorgestellte Telefon, entwickelte ein besseres Kohlemikrofon und installierte 1880 die erste Telefonlinie in Paris.
Im Jahr 1881 entwickelte Ader ein neues telefonisches System zur Übertragung von Opern, Konzerten und Theateraufführungen über längere Distanzen. Als Kopfhörer setzte er den selbstentwickelten Fernsprecher mit Hufeisenmagnet und Induktionsspule ein, der eine wesentlich bessere Widergabe ermöglichte.
Als Mikrofon waren diese Geräte nicht geeignet, weil sich die durch Bewegung der Membran induzierte Spannung nicht verstärken ließ. Der Verstärker mit Röhren war noch nicht erfunden. Ader griff auf die Technik des Kohlemikrofons zurück. Seine Weiterentwicklung war immer noch ein Kohlestabmikrofon wie von dem Erfinder Hughes, aber es bestand aus mehreren Kohlestäben.
Ader hatte von seinen Mikrofone 40 Stück am Bühnenrand der Opéra Garnier installiert, die Aufführung wurde über zwei Kilometer mit Hilfe von Telefonleitungen zum Industriepalast (Palais de l'Industrie) an der Avenue des Champs-Élysées übertrugen. Dort gab es in den Räumen spezielle Hörmuscheln, mit denen die Aufführung in Stereo abgehört werden konnte.
Zur Stromversorgung der 40 Mikrofone setzte er zwei umschaltbare Leclanché-Elemente (Batterie) ein. Jeweils eine der Batterien wurde nach 15 Minuten ausgestauscht.
Übertrager bzw. Transformatoren trennten die Gleichstromkreise von den Telefonleitungen und führten zugleich eine Impedanzanpassung durch.
An jedes einzelne Mikrofon wurden in Reihenschaltung jeweils 8 Fernhörer angeschlossen.
Für jeden der Zuhörer standen zwei Fernhörer zur Verfügung, die mit zwei verschiedenen Mikrofonen auf der Bühne verbunden waren. Jeweils ein Mikrofon stand an der linken Bühnenhälfte und das andere Mikrofon stand an der rechten Bühnenhälfte. Es gelang dadurch Lokalisierung der Richtung. Aders Demonstration war somit das erste Beispiel für eine stereophone Wiedergabe.
Technisch war die Aufstellung der Mikrofone eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Aderschen Mikrofone nahmen bei lautem Auftreten auf der Bühne die Geräusche und Vibrationen mit auf. Sie wurde deshalb mit Blei beschwert und mit Gummibändern gelagert. Bei der Platzierung der einzelnen Orchestermusiker musste darauf geachtet werden, dass die lauten Instrumente nicht zu dicht bei den Mikrofonen standen.
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