Das Mikrofon, Übertrager und Widerstand bilden zusammen die Dämpfungs- oder Ausgleichsschaltung. Diese Schaltung hat den Zweck das hören der eigenen Sprache zu schwächen und dadurch das zustande kommen einer akustischen Rückkopplung zu verhindern.
Die Schaltung stellt eine Brückschaltung mit Ausgleichs Übertrager dar. In einer Brückendiagonale liegt der Fernhörer F und das Mikrofon.
Hat der Nachbildungs- Widerstand ZN einen Wert, der dem durchschnittlichen Wert des Eingangswiderstandes Z AL ist, so ist die Brücke abgeglichen.
Der vom Mikrofon abgehende Sprechstrom verzweigt in nahezu zwei gleiche Teilströme, die im eigenen Fernhörer F nur sehr schwach ankommen, während die ankommenden Sprachströme voll zur Wirkung auf den Fernhörers kommen.
Der Teilnehmer hört seine eigene Sprache und auch die Umgebungsgeräusche in seinen eigenen Fernhörer gedämpft mit. Das ganze heißt auch Rückhördämpfung. Dadurch wird die Güte der Übertragung verbessert. Die Größe der Rückhördämpfung hangt von der Güte der Nachbildung ab. Der Wechselstromwiderstand kann nur mit erheblichem Aufwand nachgebildet werden. Ein schwaches mithören der eigenen Sprache ist sogar erwünscht. Deshalb wird in vielen Sprechstellen Schaltungen nur ein Ohmscher Widerstand passender Größe verwendet.
Die obige Schaltung des Fernsprechapparates 61 enthält als feste Nachbildung außer dem Widerstandsanteil in der 200 Ohm Wicklung des Übertrager einen Widerstand von 1000 Ohm und für den kapazitiven Widerstand der Leitung noch einen Kondensator von 0,1 uF. Diese Nachbildung verbessert die Sprechverständigung bei mittleren Leitungslängen. Für Sprechstellen die über besonders lange Leitungen an die Vermittlungsstelle angeschlossen sind, genügt diese Nachbildung nicht um ein hinreichend gute Rückhördämpfung zu erzielen. Für diesen Sonderfall lassen sich die Widerstandswerte und Kapazitäten der festen Nachbildung über eine Steckverbindung erweitern den Werten der Anschlussleitung anpassen.
Die Fernsprechapparat V48 und 61 sind noch mit zwei antiparalellen Trockengleichrichtern (Dioden) ausgestattet. Diese beiden Dioden liegen parallel zum Fernhörer. Die Dioden werden ab einer Spannung von ca. 0,5 V elektrisch leitend und es kann dadurch keine höhere Spannung als 0,5 V an den Fernhörer gelangen. Das wirkt dann wie ein Begrenzen und es werden Knack und Knallgeräusche wirkungsvoll unterdrückt. Knackgeräusche entstehen durch das abnehmen des Hörers, durch Gewitter und durch induktive Beeinflussung der Leitung.
Anstelle der beiden Dioden fand früher ein Varistor Verwendung.