 Gestaltung des Fernnetzes in der Volltechnik ab 1962
Wenn zwei Teilnehmer aus verschiednen Ortsnetzen eine Verbindung miteinander aufbauen, dann handelt es sich nicht mehr um Ortverkehr sondern um Fernverkehr.
Der Zugang zum Fernnetz wird in Deutschland über eine sogenannte Verkehrsausscheidungskennzahl (VAZ) erreicht. Durch die Wahl der Ziffer 0 wird der Ortsbereich verlassen und eine Verbindung in das Fernnetz aufgebaut.
Die Leitung bzw. Übertragungswege sind die größten Kosten bei einer Fernverbindung. Es muss aus diesem Grund der Gestaltung des Fernnetzes und die Zusammenfassung von Verkehrsströmen in den Netzknoten eine große Aufmerksamkeit beigemessen werden.
Dazu werden durch Statistiken die Verkehrswerte im ganzen Land ermittelt. Daraus wird eine Vorhersage über den Leitungsbedarf erstellt. Diese fliesen dann in die Planungen für den Ausbau der Leitungswege ein.
Zum Verbinden der einzelnen Netzknoten gibt es zwei Ansätze, das Sternetz und das Maschennetz.
Bei einem Sternnetz wird die Anzahl der Gesamtleitungen minimiert durch eine Bündelung der Verkehrströme. Alle Verbindungen werden über eine zentrale Vermittlungsstelle geführt. Diese Vermittlungsstelle ist dann der Sternpunkt des Netzes. Der Nachteil dabei ist, dass die tatsächlichen Leitungslängen für eine einzelne Verbindung sehr lang werden können.
Bei dem Maschennetz ist jede Vermittlungsstelle mit jeder anderen Vermittlungsstelle durch eine direkte Leitung verbunden. Die durch ein Maschennetz eingesparten Umwege gegenüber einem Sternnetz werden jedoch durch einen großen Leitungsaufwand aufgezerrt.
Weder das Stern- noch das Maschennetz sind für sich allein betrachtet, immer eine unwirtschaftliche Betriebform in großen Ländern. Das wirtschaftlich optimale Netz wird eine gemischte Netzform in einem mehrstufigen Sternetz sein. In diesem Netz werden starkem Verkehr benachbarter Vermittlungsstellen dann zusätzlich Maschen (Querwege) eingefügt.
In Deutschland wurde das Netz für den Selbstwählferndienst (SWFD) in seinem Grundausbau als hierarchisches Sternnetz mit insgesamt 4 Netzebenen geplant. Siehe Schemazeichnung.
Die Bezeichnung der 4 Ebenen:
- ZVSt = Zentralvermittlungsstelle
- HVSt = Hauptvermittlungsstelle
- KVSt = Knotenvermittlungsstelle
- EVSt = Endvermittlungsstelle
Die Verbindungsleitungen zwischen den Vermittlungsstellen werden nach ihrer Ebenen in Richtung des Verbindungsaufbaus bezeichnet.
Eine Leitung von der KVSt zu einer HVSt wird als Knotenvermittlungsleitung gehend bezeichnet. Die Abkürzung dafür lautet: Klg
Die Vermittlungsstellen der obersten Netzebene die ZVSt sind vollständig durch einen Maschennetz verbunden. Die darunterliegenden Vermittlungsstellen sind sternförmig an die übergeordnete Vermittlungsstelle angeschlossen.
Durch die dekadischen Nummerierung können an eine Vermittlungsstelle immer 10 Vermittlungsstellen der nächste tieferen Ebene anschlossen werden. Die Leitungen zwischen den einzelnen Vermittlungsstellen in der Hierarchie werden als Kennzahlweg (KzW) bezeichnet.
Die Vermittlungsstellen in den oberen Ebenen enthalten als unsichtbare verdeckte Vermittlungsstellen die nächste Hierarchiestufe.
Beispiel: eine Hauptvermittlungsstelle enthält am selben Ort auch eine verdeckte Knotenvermittlungsstelle und die Ortsvermittlungsstelle.
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