
Der Anschaltsatz, Richtungswähler und Einstellsatz im HA.
Während bei Gruppenwählern in der Ortsvermittlungstechnik jeder einzelne Wähler einen eigenen vollständigen Relaissatz zum steuern des besitzt, dagegen ist im Richtungswähler (RW) der Volltechnik nur ein gemeinsamen Einstellsatzes (ES) vorhanden. Der einzelne RW enthält nur mehr 2 Kleinrelais, nämlich ein Koppelrelais X und ein Durchschalt Relais C. Es wurden durch diese Schaltungsart sehr viele Relais eingespart.
Die zur Einstellung des Richtungswählers erforderlichen Relais für die Einstellung auf den Erstweg oder auf den Überlaufweg erforderlichen Relais befinden sich im ES. Der Einstellsatz versogt einen Wählergestellrahmen mit 16 EMD Vierdrahtwählern als gemeinsames Schaltglied. Die Einstellung der RW eines Gestellrahmens wird nacheinander durchgeführt. Der Richtungswähler und der Einstellsatz arbeiten nach einem Wartesystem. An dieser Stelle gibt es durch den Speicher keine Zeitnot.
Die einzelnen abgehenden Leitungsbündel werden durch den Einstellsatz im Vielfach markiert. Dieser Einstellung wird vom Speicher gesteuert, der die Information für die zwei möglichen Richtungswahlstufen (I. und II. RW) bereithält und in Kodeform zum Einstellsatz übermittelt. Durch die binären Kodes sind je Wahlstufe bis zu 15 Richtungen anschaltbar. Im Regelfall kann jeder Wählerausgang mit einer Leitung belegt werden, so dass sich insgesamt 112 Ausgänge bei einem Vierdraht RW und 112 oder 224 Ausgänge bei Zweidraht RW ergeben.
Der Kennzahlweg liegt grundsätzlich am 1.RW, die übrigen Ausgänge können über II.RW erweitert werden. Im Höchstfall sind daher über 1. und 2. RW insgesamt
1+14x15=211 Richtungen
angesteuert werden. Die Reserve ist dabei sehr groß, so das sich auch in der Zukunft an dieser Stelle keine Engpässe auftreten werden.
Durch die beiden Richtungswähler ergibt sich die Möglichkeit große Leitungsbündel zu schalten. Davon wird man zunächst Gebrauch machen und sich lieber mit einer bescheideneren Zahl von Querwegen begnügen.
Der Zusammenhang zwischen Bündelstärke und Bündelzahl geht aus der folgenden Tabelle hervor:
| Bündelstärke |
Bündelanzahl |
| 7 |
211 |
| 10 |
154 |
| 20 |
70 |
| 28 |
56 |
| 37 |
42 |
| 56 |
28 |
| 112 |
14 |
|
|
Die Ausgänge vom 1.RW zum II.RW sind unvollkommene Bündel mit der Erreichbarkeit 7 und l0. Die Bündelzahl ist stets nach unten abgerundet.
Arbeitsweise der Schaltung:
In Schaltplan sind die wichtigsten Stromkreise des Richtungswählers und des Einstellsatzes vereinfacht dargestellt. Die wichtigsten Funktionen sind eingezeichnet und in ihrer zeitlichen Reihenfolge nummeriert.
Belegung:
Der Einstellsatz wird Speicher angefordert, sobald die Leitwegaussage des Umwerters vorliegt.
Der Speicher sendet dazu über die d-Ader Spannungs-Belegungsimpulse im Takte von 40/150 ms zum gemeinsamen ES. Ist der der ES frei, dann spricht das Koppelrelais X im RW an und hält sich über seine zweite Wicklung (1). Die Kontakte des Koppelrelais X des RW verbinden die die c-, d-, e- und f-Ader mit den entsprechenden Eingängen des ES.
Prüfung auf Doppelbelegung:
Da die Belegung über ein Zwischenglied, das Koppelrelais X, vorgenommen wird, sind die Bedingungen für eine Prüf- und Sperrschaltung wie bei den Wählern hier sehr ungünstig. Es kommt ein anderes Verfahren an dieser Stelle zur Anwendung.
Bevor sich die Belegung durchgeschaltet wird, wird der ES auf eine Doppelbelegung geprüft. Das Differentialrelais O trifft die Unterscheidung (2). Es wird über einen x Arbeitskontakt im RW und über den umgelegten h Kontakt kurzzeitig unter Strom gesetzt. Das Gleichgewicht der Gegenwicklungen ist gestört, wenn an der niederohmigen Wicklung (25 Ohm) Erde über 250 Ohm oder weniger als Folge einer Parallelschaltung mehrerer RW anliegt. Das Relais O zieht in diesem Fall an, hält sich selbst und bringt das Abwurfrelais B (13) zum Anzug, das den Haltestromkreis der X Relais öffnet (14). Beide Belegungsanfragen haben in diesem Fall nicht zum Ziel geführt und müssen vom Speicher wiederholt werden.
Wenn das Relais O nicht ansprechen kann, weil es sich um eine einfache Belegung handelt, dann wird, nachdem das Relais H den gemeinsamen Eingang durch Wegnahme der Erde gesperrt hat, das verzögerte Relais W zum Anzug gebracbt und als Zeichen einer erfolgreichen Belegung ein Belegungsrückimpuls mit Erde zum Speicher zurückgesendet (3). Durch den Kontakt w wird das Anlassrelais An zum Anzug gebracht und kurzzeitig das Fortschalte Relais F, durch den Kontakt an wird das Durchschalte Relais D erregt (4). Letzteres begrenzt die Länge des Belegungsrückimpulses.
Markierung:
Der Speicher überträgt die Richtungsinformation mit Hilfe eines binären Kodes zum Einstellsatz.
Der Kode wird über die Steueradern d und e übermittelt und von den Aufnahmerelais I, II, IY und YIII nach der Durchschaltung des D-Relais empfangen (5). Die Vorgabezeit entspricht der Abfallzeit des Relais W und beträgt circa 50 ms. Die Koderelais binden sich und stellen die Kontaktpyramide im Markiervielfach ein (8). Das Relais F hat mittlerweile den Prüfkondensator von 4 uF aufgeladen.
Leitungssuchwahl:
Der Richtungswähler besitzt keine Nullstellung. Er dreht zuerst auf den im Vielfach durch die Kontaktpyramide markierten Schritt, sucht anschließend durch Freiwahl eine freie Leitung des markierten Bündels. Als Prüfrelais für den Markierlauf dient das Relais M, als Prüfrelais für die Leitungssuchwahl das Doppelrelais P / Ph.
Mit dem Abfall von Relais F beginnt sich der Motorwähler zu drehen (7). Das Relais M spricht in auf den markierten Schritt an (8). Es setzt dabei den Motorwähler still und leitet über das Relais N und das Relais F in Ruhestellung, das Relais K und Relais L sind dabei angezogen, es wird die Leitungssuchwahl eingeleitet (10). Zuvor wurde das Koderelais I erregt und dadurch für einen etwaigen Überlauf vorsorglich der Kennzahlweg markiert (9).
Erfolg und Durchschaltung:
Das erfolgreiche aufprüfen auf eine freie Leitung wird dem Speicher durch ein Freikennzeichen mitgeteilt, das weitere Programm kann dadurch ablaufen. Der Richtungswähler wird dabei durchgeschaltet und der Einstellsatz abgetrennt.
Mit dem Anzug von Relais Ph wird die an 4000 Ohm liegende Erde von der e-Ader abgetrennt (Freizeichen). Gleichzeitig erregt das Relais Ph das Abwurfrelais B (13), das im RW das eigentliche Belegungsrelais C zum Ansprechen bringt und den Haltestromkreis über X öffnet (14).
Mit dem Anzug von Relais C werden im RW die Steueradern zum ES abgetrennt. Dort fallen die Relais Ph, An und B ab. Der ES ist für die nächste Anforderung bereit.
Überlauf auf den Kennzahlweg:
Hat der Richtungswähler in der gewünschten Querrichtung keine freie Leitung gefunden, so besteht die Möglichkeit. den RW auf den Kenzahlweg überlaufen zu lassen.
Während der Leitungssuchwahl wird mit dem Anzug von Relais K das Markierprüfrelais M auf das Durchdrehvielfach geschaltet. Erreicht der Wähler den Durchdrehschritt, dann ist der Markierstromkreis geschlossen. Relais M wird erregt (11a) und der Wähler wird über den Kontakt m stillgesetzt. Bis zum Abfall von Relais L wird ein Impuls über das Relais B als Besetztzeichen zum Speicher gesendet (12a). Letzterer entscheidet auf Grund des vom Umwerter getroffenen Sonderaussage, ob das Besetztzeichen angeschaltet werden soll, oder ob der Wähler auf den Kennzahlweg überlaufen darf.
Im ersten Fall spricht Relais B über 150 Ohm im Speicher an, und leitet die Auslösung Der Verbindung zum RW ein. Im zweiten Fall steht das Relais B über 1800 Ohm im Speicher unter Fehlstrom. Mit dem Abfall von Relais N und F beginnt von neuem der Markierlauf (8), wobei das Relais M auf den bei der Leitungssuchwahl bezeichneten Markierschritt 1 des Kennzahlbündels aufprüft. Der Kennzahlweg liegt immer auf den ersten Markierschritt.
Überwachung des ES:
Die Bereitschaft des Einstellsatzes wird durch ein hochohmiges Relais Ü 14.000 Ohm laufend überwacht. Das Relais Ü besitzt durch einen Parallelkondensator von 50 uF eine Abfallverzögerung von circa 2000 ms. Dauert die Unterbrechung der Steuerkontakte länger, dann liegt eine Störung vor. Das ist z. B. der Fall. wenn der RW keine Markierung findet und sich dabei dauernd dreht.
Das Relais N kann innerhalb der Zeit von 2000 ms nicht ansprechen. Das Überwachungsrelais Ü fallt ab (8) und sendet in Form einer unmittelbaren Erde Besetztzeichen über die e-Ader zum Speicher (9)a. Gleichzeitig werden die Umschalte Kontakte es einer Ersatzschalteinrichtung (ErsE) betätigt. Es werden dabei sämtliche Eingänge einschließlich des Markier- und Durchdrehvielfaches auf den Einstellsatz eines Nachbarrahmens umgeschaltet.
Die Ersatzschaltung tritt auch dann in Kraft wenn das Relais Ü wegen einer ausgelösten Sicherung nicht mehr ansprechen kann..
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