 Ein Ortsgespräch ist ein Telefongespräch, das zum Ortstarif geführt werden kann. Gewöhnlich sind dies alle Verbindungen, bei denen keine Telefonvorwahl vorgewählt werden muss. In einigen Ländern muss aber auch bei Ortsgesprächen eine Ortsnetzkennzahl gewählt werden.
Ursprünglich waren Ortsgespräche Verbindungen zwischen Teilnehmern, die über ihre Teilnehmeranschlussleitung an dieselbe Ortsvermittlungsstelle (Teilnehmervermittlungsstelle, TVst) angeschlossen waren.
Diese Teilnehmer bildeten zusammen mit der TVst das Ortsnetz.
In der Bundesrepublik Deutschland (ohne neue Bundesländer) gab es ursprünglich circa 8.000 Ortsnetze. Für diese Verbindungen innerhalb des Ortsnetzes musste dann keine Leitung über das Fernnetz hergestellt werden, und daher waren diese auch billiger als Ferngespräche.
Bis zum Jahr 1980 wurde in Deutschland für ein Ortsgespräch nur eine Einheit (damals 23 Pf) berechnet, egal wie lange das Gespräch gedauert hat.
Mit dem fortschreitenden Ausbau des Telefonnetzes wurden aber in fast allen Ländern die Anzahl der Ortsvermittlungsstellen so weit wie möglich reduziert.
Trotz Integration des in den neuen Bundesländern vorhandenen Telefonnetzes wurde in Deutschland die Anzahl der Ortsvermittlungsstellen auf etwa 6.400 gesenkt.
Dadurch hat nun jede einzelne Vermittlungsstelle einen Einzugsbereich, der oft mehrere kleinere Orte umfasst. Der Bezug zu der Ortsnetzkennzahl (Vorwahl) wurde aber trotzdem beibehalten.
Ein Ortsnetz ist nun nicht mehr dadurch charakterisiert, dass alle Teilnehmer an dieselbe Vermittlungsstelle angeschlossen sind. Es ist vielmehr dadurch charakterisiert, dass alle Teilnehmer dieselbe Ortsnetzkennzahl (Vorwahl) haben, und alle Gespräche zwischen diesen Teilnehmern sind dann Ortsgespräche.
1978 wurden nach Angaben der Deutschen Bundespost 11,287 Milliarden Ortsgespräche in Westdeutschland geführt.
|