Das Bild zeigt das Prüfgerät OAM LMCP
Bildquelle: Foto JH "Wählamt Kleinbaumgarten"
Ablaufbeschreibung:
Mit der Einführung der Fernmesstechnik wurden in den betreffenden Wählämtern die vorhandene Leitungswähler mit einem Fernprüfsatz nachgerüstet (Systeme 48V, 48M, ESK-A3 und ESK-A5) bzw. die vorhandenen Prüf-GLW des Systems 48HK entsprechend umgebaut.
Zusätzlich wurde in jeder nachzurüstenden Vermittlungsstelle ein zusätzliches Gestell untergebracht, in dem mindestens LMCP Satz mit einem Prüfwähler installiert wurde. Sollten mehrere Prüfungen gleichzeitig stattfinden bzw. waren mehr als 10.000 Anrufeinheiten vorhanden, so musste pro angefangenen 10.000 AE und pro gewünschter Prüfmöglichkeit je ein LMCP Satz aufgebaut werden.
In der Leitstelle, wo auch oftmals die Störmeldestelle untergebracht war, wurde ein zentraler Prüfautomat untergebracht. Dieser Prüfautomat und ein passendes Bedieninterface ermöglichten dann die Fernprüfung einer jeder zu untersuchenden Leitung aus beliebiger Entfernung.
In einer zentral zugänglichen Tabelle wurde für jeden Teilnehmerhunderter eingetragen, wie dieser für Fernprüfzwecke zu erreichen war und welche Prozeduren einzuhalten waren, um die betreffende Leitung zu erreichen.
Stellen wir also vor, wir wollen die Leitung mit der Rufnummer +43 2989 8484, also eine Leitung im Unteramt Feinfeld/übergeordnetes Ortsnetz Brunn an der Wild untersuchen.
Das System zerlegt also die zu untersuchende Rufnummer in:
- 02989 ... Ortsnetz Brunn an der Wild
- 8484 ... Anschluss des Teilamtes Feinfeld
(dort "wohnen" alle mit 8... beginnenden Rufnummern des betreffenden Ortsnetzes).
In der Tabelle für diesen Rufnummernbereich ist der Zugang zum OAM Prüfautomaten unter der (physikalischen) Rufnummer +43 2989 8251 eingetragen.
Der Prüfautomat wählt also nun - auf konventionellem Wege - die Rufnummer des OAM Zuganges an:
- 02989 8251
- Nach dem Melden des OAM Zuganges unter der genannten Rufnummer meldet sich der lokale OAM-LMCP mit einer DTMF Sequenz, die auch gleichzeitig den Softwarestand der erreichten LMCP übermittelt.
- Nach der gegenseitigen Verständigung übermittelt der Prüfautomat nunmehr mittels DTMF Code, allerdings verschlüsselt, die Rufnummer der zu prüfenden Leitung:
- 8484
- die ersten beiden Ziffern (84) stellen den Prüfwähler auf den Prüfleitungswähler ein, die letzten beiden Ziffern stellen den Prüfleitungswähler auf den Anschluss 84 (also insgesamt 8484) ein.
- Nach Einstellen des Prüfleitungswählers wird in jedem Falle mittels DTMF Code der Leitungszustand (Frei oder Besetzt) an den Prüfautomaten übermittelt.
Der ferne Bediener kann nunmehr eine komplette Prüfroutine ablaufen lassen oder Einzelprüfungen durchführen lassen, es besteht auch die Möglichkeit, sich auf eine besetzte Leitung aufzuschalten und mit dem Teilnehmer generell in Sprechverbindung zu treten und diesem um Mitwirkung bei der Prüfung anzuhalten (z.B. Bedienung der Wählscheibe oder der Tastatur).
Alle Steuerbefehle erfolgen mittels DTMF Sequenzen, auch werden die gemessenen Werte mittels DTMF Codes übermittelt. Dies ermöglicht es, über beliebige Entfernungen, also auch von fernen Leitstellen anderer Vermittlungsbereiche, Prüfungen der Leitungen durchzuführen.
Der abgebildete OAM-LMCP Prüfkoffer ermöglicht es, vor Ort, also direkt beim OAM-LMCP Gestell die Inbetriebnahme und die Prüfung des Gestelles selber durchzuführen bzw. auch, die Teilnehmerleitungen selber zu messen. Im Gegensatz zum zentralisierten Prüfautomaten muss aber hier jedoch jeder einzelne Prüfschritt einzeln über die Tastatur eingegeben werden.
Durch den Einsatz des OAM-LMCP musste beim Eingrenzen einer allfälligen Störung - speziell bei unbesetzten Ämtern - der FTA (Fachtechniker Außen) nicht mehr in das betreffende Amt ausrücken, auch wurden damit die bestehenden Prüfschränke weitgehend obsolet, sie verblieben jedoch als "letzte Reserve" weiterhin in den Ämtern.
Quelle Text: Archiv Dulosy