 Aus den einfachen Vielfachschaltungen ergeben sich einige Mängeln wenn das Abnehmerfeld größer als die zur Verfügung stehenden Ausgängen der Wähler ist.
Die einzelnen Wähler haben in der Regel immer 10 Ausgänge. Werden mehrer Ausgänge erforderlich, so kann diese Problem mit einer Mischung verbessert werden.
Es ergibt sich nun die Frage, welche Verfahren angewendet, d. h., wie die Drehschrittkontakte zusammengefasst und auf die Verbindungsleitungen verteilt werden müssen, um allein mit der Gestaltung des Vielfachfeldes die Verkehrsmenge der Zubringergruppe möglichst gleichmäßig auf alle Abnehmerschaltglieder verteilen und ein den jeweiligen Erfordernissen angepasstes Bündel mit größtmöglicher Leistung bilden zu können.
Staffeln
Erfordert der Verkehr der Zubringergruppe mehr als 10 Ausgänge, so muss eine Vielfachschaltung Verwendung finden, in der nicht alle gleichnamigen Drehschritte vielfach geschaltet sind.
Die Abbildung (Staffelung 15 Ausgänge) zeigt eine solche Vielfachschaltung. Die ersten fünf Schritte aller Wähler der Rahmen 1 bis 5 und der Rahmen 6 bis 10 haben je einen Ausgang, nur die letzten 5 Drehschritte sind über alle Rahmen der Gruppe vielfach geschaltet.
Damit wird einmal die Zahl der Ausgänge auf 15 erhöht und zum anderen eine bessere Ausnutzung der Abnehmerschaltglieder erreicht, weil gerade die stark belasteten ersten Leitungen von weniger Wählern abgesucht werden, als die schwächer belasteten letzten Leitungen desselben Bündels.
Diese stehen dem Spitzenverkehr aller Rahmen zur Verfügung und sichern einen guten Verkehrsausgleich zwischen den beiden Teilfeldern der ersten Drehschritte und damit die höhere Leistung, dieser als Staffelung bezeichneten Vielfachschaltung. Die Ausgänge des Vielfachfeldes bilden, weil sie nicht jedem Wähler der Gruppe zugänglich sind, ein unvollkommenes Bündel.
Im gestaffelten Vielfach sind die Vielfachleitungen über eine ungleiche Zahl gleichnamiger Kontaktzuführungen geführt.
Das gestaffelte Feld hat den Nachteil, dass bei voller Belegung der Ausgänge eines Rahmens die übrigen in seinem Vielfach liegenden Rahmen keinen freien Ausgang finden, obwohl in der Gesamtgruppe noch. Verbindungsleitungen zur Abnehmergruppe frei sein können.
Haben z. B, in einer Gruppe mit einer nach der Abbildung (Staffelung 15 Ausgänge) ausgeführten Vielfachschaltung die Wähler des Rahmens 1 alle zehn Drehschritte belegt, so ist den Rahmen 2 bis 5 jede Verbindungsmöglichkeit genommen, auch wenn noch ein Ausgang der Rahmen 6 bis 10 auf den Drehschritten I bis V frei sein sollte.
Die Zahl der Rahmenausgänge, die als Folge der Vielfachverdrahtung bei voller Belegung eines Rahmens in den anderen Rahmen gesperrt werden, wird als Besetzteinfluss eines Rahmens auf den anderen bezeichnet; der Verkehrsausgleich einer Vielfachschaltung ist um so günstiger, je gleichmäßiger der Besetzteinfluss ist.
Übergreifen
Der Besetzteinfluss wird gleichmäßiger, wenn nicht die Rahmenausgänge unmittelbar benachbarter Rahmen, sondern die nicht benachbarter Rahmen vielfach geschaltet werden.
Dieses sogenannte Übergreifen zeigt die Abbildung (Staffelung und Übergreifen) für ein gestaffeltes Feld. Hier sind im Drehschritt IV die Rahmen 1, 3, 5, 7 und 9 und die Rahmen 2,4,6, 8 und l0 parallel geschaltet, so dass z. B. der Rahmen 1 nur noch den Rahmen 3 und 5 alle Ausgänge wegnehmen kann.
Beim Übergreifen ist die gestaffelte Vielfachleitung über gleichnamige Kontaktzuführungen nicht benachbarter Rahmen- oder Teilgruppenausgänge geführt.
Verschränken
In den besprochenen Vielfachleitungen sind stets die gleichnamigen Drehschritte über das ganze Feld oder über einen Teil des Feldes vielfach geschaltet.
Diese Anordnung hat, weil die Reihenfolge der Belegungen bei der Verwendung von Wählern mit Grundstellung festliegt, zur Folge, dass die ersten Drehschritte und die ihnen zugänglichen Abnehmerschaltglieder stärker beansprucht werden als die folgenden.
Wird eine gleichmäßige Benutzung der Schaltglieder verlangt, dann werden nicht die Rahmenausgänge der gleichen, sondern verschiedener Drehschritte vielfach geschaltet.
Zwei Beispiele für das Verschränken - so wird dieser Platzwechsel genannt - zeigen die (Abbildungen Einschritt- und Zweischritt Verschränkung).
In dem einen Bild ist ein Einschrittverschränkung, in dem anderen eine Zweischrittverschränkung wiedergegeben. Bei der Einschrittverschränkung sind die Verbindungen des Zehnerfeldes um ,einen Schritt gegeneinander versetzt, so dass das aus Ausgang 1 liegende Abnehmerschaltglieder von den Schaltgliedern des Rahmens 1 über den Drehschnitt I, von den Schaltgliedern des Rahmens 2 über den Drehschritt II usw. erreicht wird.
Auf diese Weise ist jedes Abnehmerschaltglied gleichmäßig an dem Gesamtverkehr der einzelnen Drehschritte beteiligt; eine Leistungssteigerung gegenüber den gleichen, aber nicht verschränkten Feldern wird jedoch nicht erreicht. Überdies ist die mit der gleichmäßigen Benutzung verbundene gleichmäßige Abnutzung der Schaltglieder nicht immer erwünscht. Ein besonderer Vorzug der Verschränkung jedoch ist, dass sie als einfaches Mittel zur Verhütung des Übersprechens verwendet werden kann.
Beim Verschränken ist die Vielfachleitung über ungleichnamige Kontaktzuführungen geführt.
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