Vor der Entwicklung der integrierten Schaltungen gegen Ende der 1950er Jahre wurden elektronische Schaltungen mit einzelnen diskreten Bauteilen aufgebaut. Das bedeutet mit einzelnen Widerständen, Transistoren, Dioden usw. Diese Bauteile wurden im weitesten Sinne frei zu einer Schaltung verdrahtet. Zu einem spätern Zeitpunkt wurden die Bauteile auf einer Leiterplatte eingelötet und ebneten den Weg zu einer automatischen Bestückung.
Das war hinsichtlich der Größe und Lebensdauer bereits ein wesentlicher Fortschritt gegenüber den damals bekannten Röhren. Zwar gab es schon vor der Erfindung des Transistors elektronische Bauelemente, die mehrere Funktionen in einem Bauteil integriert hatten, wie z. B. die Mehrsystemröhre.
War die Mehrsystemröhre dann ein Vorläufer, oder schon selbst eine integrierte Schaltung.
Etwas Geschichte zur Mehrsystemröhre:
Die Entwicklung zu der ersten Mehrfachröhre basierte auf den Arbeiten zum Widerstandsverstärker. Dieser Verstärker ist im amerikanisches Patent mit der Nr. 1129942 vom Mai 1914 von Harald de Forest-Arnold beschrieben worden.
Dieses Prinzip hatte auch Siegmund Loewe aufgefasst und sah darin sehr viele Vorteile. Das war die Frequenzunabhängige hohe Verstärkung bei einem einfachen Aufbau der Röhre.
Loewe erkannte damals schon, dass die bekannten Widerstände auf Silitbasis dazu nicht geeignet waren und entwickelte im Jahr 1924/1925 die Widerstände auf Basis eines mit Ruß beschichteten Glasstäbchens, das in ein Glasröhrchen eingeschmolzen wurde. Die Massenfertigung begann dann im Jahr 1925.
Das rechte Bild zeigt Widerstände die in einem Glaskörper eingeschmolzen sind und dann in einer Mehrfachröhre verbaut wurden.