Technik der Nachrichtenübertragung
Das rechte Bild zeigt die Sendeapparatur der Indo-Europäischen Telegrafenlinie.
Quelle: Public Domain - Zeitschrift des deutsch-österreichischen Telegraphen-Vereins Bd. 14, S. 137.1867
Von Siemens & Halske wurde als Apparatesystem ein Lochstreifentelegraph mit Kurbelinduktor verwendet.
Durch einen Kurbelmechanismus wurde eine Spule im Feld eines permanenten Magneten gedreht und erzeugte die Stromimpulse für die Übertragung. Durch den Einsatz von Lochstreifen, die mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durch eine Kontaktvorrichtung gezogen wurde, konnte die Eingabegeschwindigkeit erhöht werden.
Auf Grund der großen Entfernungen wurde der Telegrafiestrom durch wachsenden Leitungswiderstand und ungenügende Isolation geschwächt. Es war erforderlich, Relaisstationen zwischenzuschalten. Der schwache Stromimpuls wurde auf einen empfindlichen Elektromagnet geleitet, dessen Anker einen Kontakt betätigte. Dieser Kontakt schloss den Stromkreis einer Ortsbatterie und gab einen verstärkten Impuls an die nächste Station weiter.
Betrieb der Leitung:
Bei Vertragsabschluss für den Bau sicherte sich Siemens & Halske auch die Wartung und den Betrieb der Linie für 34.000 Pfund jährlich. Bereits im Juli 1870 fiel das Seekabel im Schwarzen Meer durch ein Erdbeben aus und wurde durch eine Landlinie ersetzt.
Ab Anfang 1871 war die Linie wieder in Betrieb. Im Jahr 1913 wurden an Werktagen durchschnittlich 1500 Telegramme übertragen. Mit Ausnahme von 1914 bis 1921, bedingt durch den Ersten Weltkrieg und die politischen Wirren der Folgezeit, war die Telegrafenlinie schnell, sicher und rentabel in Betrieb. Erst 1931 wurde die Linie eingestellt.
Wirtschaftlichkeit
Entscheidend für die dauerhafte Wirtschaftlichkeit der Linie waren die Übertragungsgebühren. Bereits kurz nach Baubeginn gab es dazu Auseinandersetzungen.
Die Gebühren für ein Zwanzig-Wort-Telegramm senkte der Welttelegrafenkongress im Sommer 1868 von 87 ½ Franken auf 71 Franken, das heißt um 18,85 Prozent. Damit war die Wirtschaftlichkeit der Linie nicht mehr gegeben und es drohten Verluste. Ein akzeptables Ergebnis wurde in Nachverhandlungen erreicht. Die Indo-European Telegraph Company IET erzielte ab 1886 aus dem Betrieb der Linie hohe Erträge.
Textquelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bildquelle Landkarte: Uni-Augsburg
Urheber: Dr. Michael Wobring
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