Das Impulswahlverfahren (IWV) ist die heute gebräuchliche Bezeichnung im deutschen Sprachraum für das älteste Signalisierungsverfahren der automatischen Telefonvermittlung.
Früher gab es nur das IWV und brauchte daher keine eigenen Namen. Heute ist es für analoge Telefonanschlüsse weitgehend vom Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) abgelöst worden.
Mit der Erfindung der Wählscheibe (Nummernschalter) und der zugehörigen Vermittlungstechnik wurden die Funktionsweisen und das Protokoll dieses Wähl Verfahren festgelegt.
Durch das Abheben des Hörers beim analogen Telefon wird zur Vermittlungsstelle eine Stromschleife (Teilnehmerschleife) geschlossen und von der Vermittlungsstelle der Wählton zum Teilnehmer gesendet.
Das Betätigen des Nummernschalters unterbricht die Teilnehmerschleife entsprechend der gewählten Ziffer: Bei Wahl der Ziffer 1 einmal, bei Ziffer 2 zweimal, ... bei Ziffer 0 zehnmal. Ein einzelner Impuls dauert 100 ms. Die Wahl der längsten Nummer ist die Null und dauert genau eine Sekunde.
Die gewählten Ziffern werden auf diese Weise in Wählimpulse umgesetzt, die in der Vermittlungsstelle die Schrittmagnete der Wähler ansteuerten. Im Hörer ist dies bei manchen Ferngesprächen als eine Folge von Knackgeräuschen zu hören.
Sobald eine etwas längere Pause folgt (ca. 200 ms), wartet die Vermittlung auf die nächste Zahl die gewählt wird.
Ein schnelles Betätigen des Gabelumschalters erzeugt Impulse, die bei der richtigen Geschwindigkeit von der Vermittlungsstelle als Wählimpulse interpretiert werden.
Einige Telefone (meisten Münzfernsprecher) haben daher eine zusätzliche Verzögerungseinrichtung im Gabelumschalter, um diese Art der Nummernwahl zu verhindern
Moderne Telefone mit Tastenwahlblock und MFV (Mehrfrequenzwahlverfahren) lassen sich in der Regel auch von MFV auf das IWV (Impulswahlverfahren) umstellen.
Da die Signalisierung über den normalen Sprachkanal vorgenommen wird, spricht man von einer In-Band-Signalisierung.
Bei ISDN Telefon wird dagegen für die Signalisierung ein eigener Kanal (bei ISDN der D-Kanal) verwendet.
Dieses Verfahren wird auch als Out-of-Band-Signalisierung bezeichnet.