Die erste öffentliche Vermittlungsstelle mit Wählbetrieb in Europa wurde 10. Juli 1908 in Hildesheim mit 900 Teilnehmern in Betrieb genommen, nach dem im Jahr 1900 und 1903 die ersten amerikanischen Versuchsanlagen für 400 und 1000 Teilnehmer in Berlin für den nichtöffentlichen Verkehr von Dienststellen der damaligen Postverwaltung erprobt worden waren.
Sie arbeitet nach dem Ortsbatteriesystem. Die Stromversorgung erfolgt dezentral beim Teilnehmer mit einer kleinen Batterie neben dem Fernsprecher. Die erste automatische Vermittlungsstelle mit Zentralbatteriebetrieb folgt ein Jahr später in München.
- Die Teilnehmerleitungen wurden direkt an die 1. Gruppenwähler ohne Vorwähler angeschlossen.
- Die Teilnehmer konnten durch die Wahl der Ziffern im Ortsbereich die Verbindung selbständig herstellen.
- Das Amtzeichen (Wählton) fordert den Teilnehmer zur Wahl auf.
- Ein Ferngespräch hat gegenüber dem Ortsgespräch eine Vorrangstellung.
- Ortgespräche konnte durch das Fernamt getrennt werden.
- Die Anlage in Hildesheim hat noch keine Vorwähler.
- Jeder Teilnehmer gelangt sofort auf seinen eigenen Gruppenwähler.
- Jede hergestellte Verbindung zu einem freien Teilnehmer wird gezählt, unabhängig ob dabei ein Gespräch zustande kommt.
- Verbindungen zu Teilnehmern außerhalb des Ortsnetzes mussten aber weiterhin mit der Handvermittlung hergestellt werden.
Der planmäßige Ausbau der Automatisierung wurde erst im Jahr 1922 fortgeführt. Der 1. Weltkrieg hatte den Ausbau von zivilen Anlagen verhindert.