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    Großbritannien / Nordirland  5 von 32eine Seite zurückeine Seite vor

    Chronik - Geschichtliche Ereignisse des Fernmeldewesens der Länder in Europa und USA

    Großbritannien / Nordirland
    Lankkarte UK

    Die Einführung des Fernsprechers hatte sich in Großbritannien verzögert, weil viele Leute daran glaubten, es handelt sich nur um eine wissenschaftliche Spielerei. Verstärkt wurde der Effekt noch durch die  britische Zurückhaltung bei neuen Techniken.

    Es gab auch noch eine verwirrende Patentsituation. Bell hatte in England nur seinen Fernhörer patentieren lassen können, weil Edison ihm mit Anmeldung des Kohlemikrofons zuvor gekommen ist. Edison sah darin die Möglichkeit in Großbritannien eine führende Stellung einzunehmen. Er erfand deshalb innerhalb weniger Wochen eine neue Konstruktion, und bekam diese auch patentiert.

    Dieser Electro-Motograph war ein seltsames Teil. Während des Telefongespräches musste laufend an einer Kurbel gedreht werden, sonst konnte man nichts hören. Angeblich was dieses Teil auch viel zu laut.

    • 1851: Erstes telegrafisches Depeschenbüro in London.
      Auf den Rat des Erfinder Werner von Siemens ersetzte Paul Julius Reuter seine Zeitungs- und Geschäftskorrespondenz, die er bis dahin mit Brieftauben betrieben hatte, durch ein telegrafisches Depeschenbüro. Im Jahr 1865 enstand daraus eine Aktiengesellschaft.

    • 1851 1. Mai: Erste Weltausstellung in London eröffnete ihre Tore. Sie präsentierte technische Neuerungen und ihre Auswirkungen auf das soziale Leben. Über 6 Millionen Besucher machen daraus einen großen Erfolg.

    • 1865: Hughes experimentierte mit einem Telefon vom Erfinder Philipp Reis. Sein Fernsprecher gilt als erstes funktionierendes Gerät zur Übertragung von Sprache über elektrische Leitungen.

    • 1878 14. Januar: Bell zeigte sein Telephone der Königin Victoria im Osborne House 

       
    • 1878 14.Juni: Bell gründet in London die Telephon Company, Limited mit einem Capital von £100,000. Die Vermittlungsstelle wurde in der Coleman Street 36 aufgebaut mit einer Kapazität von 150 Anschlüssen. Die Eröffnung erfolgte mit 7 oder 8 Teilnehmern.

    • 1879: Inbetriebnahme von zwei weiteren Vermittlungsstellen durch die neue Company von Bell an der 101 Leadenhall Street, EC2 und 3 Palace Chambers, Westminster. Am Ende des Jahres waren circa 200 Teilnehmer angeschlossen. Weiter Telephone Vermittlungsstellen wurden von der Company im folgenden Jahr in Glasgow, Manchester, Liverpool, Sheffield, Edinburgh, Birmingham and Bristol eröffnet.

    • 1880: Verschmelzung der beiden Firmen Bell Company und Edison-Gesellschaft zur neune United Telephon Company. Der Weg war nun frei, um in den Fernsprechanlagen Edisons Mikrofon und den Bell Fernhörer zu benutzen.

    • 1881: Das Post Office wünschte ebenfalls eine Beteiligung am Fernsprechwesen und eröffnete seine eigene Vermittlungsstelle.

    • 1884: In der Anfangszeit wurden die Tätigkeiten der Privatgesellschaften auf eine bestimmte Zeit beschränkt, diese Auflage fiel im Jahr 1884.

    • 1889: Der oberste Gerichtshof stellte in einem Rechtsstreit fest, dass der Fernsprecher ein Telegraf im Sinne der Acts (Handlungen) ist. Der Staat behielt sich von jetzt an das Recht vor, Konzessionen zu erteilen. Es wurden 23 Konzessionen vergeben. Alle diese Gesellschaften verschmolzen mit der Zeit zur National Telephon Company.

    • 1892: Beschluss der Regierung, die Fernsprechleitungen in der Zukunft selbst zu betreiben. Die bestehenden Leitungen sollten aufgekauft werden und neue Leitungen errichtet werden.

    • 1892 28. Juni: Die Mittel für den Ankauf wurden per Gesetz bereitgestellt, die Übernahme war am 6.2.1893 beendet

    • 1899: Es häuften sich die Klagen von Teilnehmern über den Ortsverbindungsdienst. Das Parlament beschloss im August in London ein staatliches Ortnetz zu errichten und außerhalb von London den Gemeinden Konzessionen zum errichten und betreiben von Ortsnetzen auszustellen.
      Von den 13 ausgegebenen Konzessionen gingen im Laufe der Zeit durch Verträge davon 10 Konzessionen auf die National Telephon Company über. Dem Staat blieb in diesem Fall nichts anderes übrig, als auf den Ablauf der Konzessionen zu warten.

    • 1912 1. Januar: Der Staat übernimmt den Fernsprechbetrieb nach Ablauf der Konzessionen.

    • 1912: die erste Wähl-Vermittlungs-Anlage geht in Betrieb

    • 1922:  Übergabe von 194 Vermittlungsstellen mit mehr als 19.000 Anschlüssen an die neu gebildete Irische Verwaltung.

    • 1935 20. Juli: Umstellung der City Telephon Exchange auf automatischen Wählbetrieb. Sie war eine der größten Vermittlungsstellen in London. Es waren mehr  11.000 Teilnehmern angeschlossen. Täglich wurden mehr als  100.000 Gespräche geführt.

    • 1935: Einführung des Wählbetriebs in Belfast (Nordirland) durch eine neue Vermittlungsstelle. Die Umschaltung dauerte nicht länger als 5 Minuten. An dieser Vermittlung waren 18.000 Teilnehmer und 600 Nebenstellenanlagen angeschlossen.

    • 1936 Juli: Die erste automatisch Zeitansage in der Vermittlungsstelle Holborn in London wird eröffnet. Ein zweites Paar von dieser sprechenden Uhr wird 1942 in Liverpool als Reserve installiert. 

    • 1976: Oktober letzte Handvermittlung wird auf Wählbetrieb umgestellt.

    • Tabelle Hauptanschlüsse von 1989 bis 1994:

      Jahr Hauptanschlüsse

      1989 24.330.000
      1990 25.450.000
      1991 26.100.000 
      1992 26.240.000  
      1993 26.912.951      
      1994 27.603.160  


    Faraday Gebäude in London

    Geschichtliche Ereignisse mit dem Ferndienst:


    • 1891 23. März: erste Fernverbindung London - Paris über das Seekabel St. Margarets Bay

    • 1913 - 1916: Errichtung der Fernkabels Hull - Leeds 
      später folgte dann London - Birmingham - Liverpool

    • 1919:  6.700 Fernleitungen sind in Betrieb
    • 1924:  5 Jahre später sind bereits 11.000 Fernleitungen sind in Betrieb

    • 1913: Seekabelverlegung  nach Irland über eine  2 paarige Pupinleitung
    • 1923 März: Erweiterung dieses Kabels durch eine 2 paarige Krarupleitung

    • 1931: erste Versuche mit einer Richtfunk Verbindung zwischen Dover und Calais

    • 1934: Eröffnung einer Richtfunkstrecke mit 6 Kanälen nach Nordirland
    • 1937: Erweiterung der Anlage auf 15 Kanäle

    • 1931: Zweiband Trägerfrequenz auf dem Seekabel nach Niederland
    • 1937: Betriebsaufnahme durch eine Koaxial Kabel nach Niederland 

    • 1943: erste Verstärker in einem Seekabel, die Leitung wurde in der Irischen See verlegt

    • 1958: erster SWFD (Selbstwählferndienst) wird der Öffentlichkeit übergeben

    • 1961: die Britische Post- und Fernmeldeverwaltung erhält einen eigenen Haushaltsposten und wird dadurch vom Staatsbudget freigestellt.

    • 1963: Eröffnung des Selbstwählferndienstes zwischen London - Paris

    • 1969: Umwandlung des Post- und Fernmeldewesens in eine staatseigene Public Corporation

    Das rechte Bild zeigt das Faraday Gebäude in London, wo einst eine der größten Vermittlungsstellen in Betrieb war.

    Geschichte der britischen Vorwahlen


    • Der Selbstwählferndienst wurde in Großbritannien im Ende des Jahres 1958 eingeführt.

    • Die vollstände Umstellung war erst im Jahr 1979 vollendet.

    • Als Ortsnetzvorwahlen dienten so genannte STD-Codes (Subscriber Trunk Dialling), die aus einer Null und drei Ziffern bestanden. Um sich die Zahlen leichter merken zu können wurden für die ersten zwei Ziffern die Anfangsbuchstaben des Ortes verwendet. Auf der Wählscheibe waren Buchstaben und Ziffer vermerkt.

    • Es war anhand der Vorwahl nicht ersichtlich zu welchem Landesteil die gewählte Rufnummer gehörte.
      0224 = AB4 = Aberdeen in Schottland
      0227 = CA7 = Canterbury in Süd-England).

    • Die Vorwahl für London war die 01.
      Fünf weitere Großstädte (Birmingham, Edinburgh, Glasgow, Liverpool und Manchester) erhielten  ebenfalls verkürzten Vorwahlen von 021 bis 061.

    • Durch die Einführung von neuen Ortsnetzen in den Selbstwählferndienst wurde es nach einiger Zeit unmöglich , die  Vorwahlen aufgrund der Anfangsbuchstaben des Ortes zu vergeben.
      Ab dem Jahr 1966 wurden vorangestellten Buchstaben nicht mehr verwendet.

    Weitere Information finden Sie unter:
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