Der Aufbau und die Wirkungsweise des Flachrelais ist in dem Bild gut zu erkennen.
Die Bauart ist für eine einfache und schnelle mechanische Fertigung ausgelegt. Das Relais besteht nur aus einfachen gebogenen Eisenteilen.
Die rechteckige Spule wird auf den Kern aufgeschoben. Der Anker ist ein der Länge des Kernes gebogenes U-förmiges Eisenblech. Es ist am Kern befestigt mit einem Ankerwinkel, Lagermutter und Druckfeder beweglich gelagert. (nicht im Bild eingezeichnet)
Diese Form ermöglicht eine gute Ausnutzung des Magnetischen Feldes und die Streuung des Magnetfeldes ist sehr gering. Das Joch, wie bei anderen Konstruktionen wird hier überflüssig.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Ankers sind die Kontaktfedersätze befestigt. Am vorderen Ende hat der Anker einen Anschlagwinkel zur Begrenzung des Hubes.
An dem Winkel ist ein Isoliersteg zur Betätigung der Kontaktfedern angebracht.
Auf dem Anker ist noch ein Trennblech aufgebracht, es hat eine Stärke von 0,1 bis 0,5 mm und besteht aus Messing oder Kupfer. Dieses Trennblech ist aus einem nicht magnetischen Werkstoff hergestellt. Es verhindert die direkte Berührung der der Eisenteile untereinander. Dadurch wird ein Festkleben des Relais durch das Restmagnetfeld wirkungsvoll verhindert.
Der Ankerhub beträgt mindesten 1,1 mm. Damit ist der Abstand zwischen dem Kern und dem Trennblech gemeint.
Die Kontaktfedern sind aus 0,3 mm starken Neusilber oder Messing. Sie sind zur Erhöhung der Kontaktsicherheit am Ende geteilt und mit Doppelkontakten versehen. Die Kontaktform die sich beim Schalten berühren sind meistens halbkugelförmig ausgelegt.
Als Kontaktwerkstoff werden Edelmetalle verwendet. Bis 1 A Stromstärke hatte sich Feinsilber und bei größeren Strömen Wolfram oder Palladium gut bewährt.
Die Kontaktfedern drücken im Mittel mit einer Kraft von 20 Pond auf den Anker. Dieser Wert wird als Kontaktkraft bezeichnet. Die Gesamtlast der auf den Anker durch die Kontakte ausgeübt wird, beträgt je nach Kontaktaufbau ca. 50 bis 250 p. Die Kontaktöffnung beträgt 0,3 und 0,6mm.