Bereits zur Zeit der Handvermittlung konnten die Fernsprechteilnehmer die Uhrzeit vom Fernamt abfragen.
Ab dem Jahr 1920 wurden Zeitansagen auf Grammophonplatten gesprochen, doch waren die Abspielgeschwindigkeiten (schwankend) und die Spieldauer der Geräte für eine kommerzielle Zeitansage unbrauchbar.
1935 Berlin: Es wurden die Anfragen der Fernsprechteilnehmer nach der Uhrzeit versuchweise auf eine selbständige Ansageeinrichtung geschaltet. Von dieser Einrichtung wurden die Stunde und die Minute fortlaufend angesagt. Die Zahl der Anrufe für die Zeitansage betrug in den ersten Tagen circa 84.000 Anrufer pro Tag. Sie hat sich nach der Anfangsphase auf circa 54.000 Anrufe pro Tag eingependelt. An Werktagen wurden circa 62.000 Anrufe und an den Sonn- und Feiertagen circa 27.000 Anrufe getätigt. Das rechte Bild zeigt aus dieser Zeit die Eiserne Jungfrau.
Der Dienst wurde am 4. November 1937 offiziell gestartet.
In den 60er Jahren wurde die Eiserne Jungfrau von Magnetbandgeräten abgelöst.
Erst in den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde eine sehr zuverlässige automatische Zeitansage ermöglicht: Mechanische Uhren steuerten die Tonarme von Plattenspielern, die mit einem magnetischen Tonabnehmer eine Magnetplatte abtasteten, auf der z. B. die Minutenansage auf sechzig konzentrischen Spuren gespeichert war. Durch zeitgesteuerte Relais entstand so eine Zeitansage wie
- von erster Platte: Beim nächsten Ton ist es sechs Uhr
- von der zweiten Platte: zehn Minuten
- von dritte Platte: und zwanzig Sekunden
- Umschalten auf Tongenerator: piep
Das folgende Video erklärt die Funktion der Zeitansage