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    Elektrochemischer Telegraf - Samuel....  3 von 439eine Seite zurückeine Seite vor

    Elektrochemischer Telegraf - Samuel Thomas von Soemmerring
    Modell  vom Elektrochemischer Telegraf

    Erfinder: Samuel Thomas von Soemmerring
    Jahr: 1809

    Samuel Thomas Soemmerring war eigentlich ein Anatom und Physiologe. Am 5. Juli im Jahr 1809 trat der bayerische Staatsminister Maximilian Joseph von Montgelas an ihn heran.

    Er forderte ihn zu Vorschlägen zu einem Telegrafen auf. Daraufhin entwickelte Soemmerring den Plan von einem galvanischen Telegrafen. Die 25 Buchstaben des Alphabets und die 10 Ziffern wurden durch Gasentbindung (Wasserelektrolyse) angezeigt.

    Auf der Senderseite (siehe Holzgestell in der Mitte des rechten Bildes) schloss man mit zwei Messingkontakten den Stromkreis. Dazu wurden die Kontakte des gewünschten Zeichens mit der voltaschen Säule verbunden. Auf der Empfängerseite (Holzgestell auf der rechten Seite der Abbildung) befand sich ein Wasserbecken, dessen 35 Kontakte (25 Buchstaben und 10 Ziffern) durch viele Drähte mit dem Sender verbunden waren.

    Diese 35 einzelnen Leitungen isolierte er mit Seide. Durch Schließung des elektrischen Kreislaufs am Sender entstanden durch Elektrolyse des Wassers auf der Empfängerseite an den beiden gesendeten Zeichen Wasserblasen.

    Um zu erkennen, welches Zeichen als erstes zu lesen sei, stellte Soemmerring drei Regeln auf: Der Buchstabe oder die Ziffer mit den stärkeren Wasserblasen sei vor dem mit der schwächeren Gasentwicklung zu lesen; die Verdopplung eines Buchstabens werde mit der Ziffer 0 angezeigt und die 1 kennzeichne ein Wortende.


    Elektrochemischer Telegraf - Stromlaufplan

    Um dem Empfänger mitzuteilen, dass nun eine Mitteilung begann, entwickelte Soemmerring auch einen Signalapparat.

    Dieser war an dem Wasserbehälter installiert und bestand aus einem zweiarmigen Hebel. Der längere Arm sah aus wie ein umgekehrter Löffel und reichte im Wasserbehälter bis zu den Buchstaben B und C. Der kürzere Arm ging über den Rand des Beckens nach außen. Zu Beginn einer Telegrafie steckte der Sender die Zäpfchen B und C ein und auf Empfängerseite entstanden an den beiden Buchstaben Blasen, die den längeren Arm der Signalapparatur hoben.

    Dadurch senkte sich der kürzere Arm und eine darauf gelagerte, kleine Bleikugel rutschte herunter, fiel durch einen Trichter auf eine Arretierung eines mechanischen Weckers, der dadurch ein akustisches Anrufsignal auslöste.

    Schon Ende August desselben Jahres führte Soemmerring seinen Telegrafen vor. Die Vorteile gegenüber den optischen Telegrafen waren groß:

    • unabhängig vom Tageslicht
    • unabhängig von der Witterung
    • keine Zwischenstationen erforderlich
    • Buchstaben und Ziffern wurden direkt angezeigt
    • Zeitersparnis durch die Anzeige von zwei Zeichen

    Allerdings hatte Soemmerrings elektrochemischer Telegraf nie einen praktischen Einsatz erfahren.

    Bildquelle: (cc) by-nc-sa, Lehrstuhl für Nachrichtentechnik, RWTH Aachen


    Zeitraum  1809
    Weitere Information finden Sie unter:
    Weitere Informationen : Samuel T. v. Soemmerring Weitere Informationen verfuegbar Samuel T. v. Soemmerring Weitere Informationen : Erfindung des Morse-Alphabets durch Samuel F. B. Morse Weitere Informationen verfuegbar Erfindung des Morse-Alphabets durch Samuel F. B. Morse
    Weitere Informationen : Erfindung des elektromagnetischen Telegrafen durch C. F. Gauß und W. Weber Weitere Informationen verfuegbar Erfindung des elektromagnetischen Telegrafen durch C. F. Gauß und W. Weber  

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