 Die Einzellsicherungen sind Feinstromsicherungen. Jedem einzelnen Wähler ist so eine Sicherung zugeordnet. Die verwendeten Nennstromstärken bewegen sich von 0,5 A bis 1,5 A.
Das Bild zeigt einen Vorwählerrahmen mit 12 Rücklötsicherungen auf der rechten Seite. Es gab auch noch die Bezeichnung Rücklötauslöser für diese Sicherung.
Diese Sicherung gehören zu der Gruppe Gerätesicherungen und sind nur bis zu der Nennstromstärke belastbar. Übersteigt der Dauerstrom den Grenzwert so spricht die Sicherung nicht sofort an. Die Stromzuführung wird es nach einer längeren Überlastzeit unterbrochen. Die Abschaltzeit hängt von der Überstromstärke ab und beträgt bis zu 40 Sekunden.
Solche langen Abschaltzeit sind aber bei der Anwendung als Wählersicherung erforderlich, weil hier kurzzeitig hohe Stromstärken auftreten (z. B. beim Heben und Drehen der Wähler), die über den Nennwert der Sicherung liegen.
Um ein sicheres Abschalten des gestörten Wählers oder einer anderen Einrichtung zu erreichen, muss die Sicherung, oder genauer der Schmelzeinsatz ansprechen, ohne dass die Sicherung zerstört wird, oder ein Lichtbogen stehenbleibt. Sonst ist der Schutz der Anlage gefährdet. Ein auf Dauerstrom erregter Drehmagnet eines Wählers könnte dadurch in Brand geraden. (Brandgefahr)
Der Grenzwert des Stromes bei einer max. Spannung wird als Schaltvermögen der Sicherung bezeichnet. Dem Schaltvermögen mus der Betriebsstromkreis angepasst werden. Oft wird dazu noch ein Schutzwiderstand in die Schaltung eingefügt.
Die Verzögerung der Sicherung (Feinsicherungspatrone) ist auf ihre Konstruktion zurückzuführen.
Im Inneren der Sicherung befindet sich eine niederohmige Heizwicklung in Serie mit dem Stromweg geschaltet ist. Bei einer Überlast wird durch die Heizwicklung ein Weichlot (ähnlich Lötzinn) erwärmt. Wird der Schmelzpunkt des Lotes erreicht, so drückt die eingebaute Feder den Mittleren Kontaktstift aus der Sicherung um ein paar Millimeter heraus. Dadurch springt die Sicherung mit dem Haltebügel heraus, der Stromkreis wird dadurch durch eine dadurch entstehende weitere Wegstrecke zu 100 Prozent unterbrochen. An der Halterung ist noch ein Kontakt angebracht, der beim herausspringen eine rote Fehlerlampe im Gestellrahmen einschaltet und dadurch auf den Fehler hinweist.
Die so ausgeloteten Feinsicherungen können über eine Rücklöteinrichtung wieder in den Ursprungszustand versetzt werden, sie sind dadurch wieder verwendbar.
Neue Konstruktionen diese Sicherung (Umkehrauslöser) verwenden keinen Kontaktstift, sondern einen Steuerstift. Der Steuerstift der auf einer Seite eingelegt ist, hält den Kontaktstift. Nach der Auslösung wird der Stift so weit nach vorne gedrückt, as der aus der Gegenseite herausragt. Die Verschlusskappe kann aufgeschraubt werden, der Einsatz wird umgedreht und wieder eingesetzt. Die Sicherung ist ohne Rücklöten sofort wieder verwendbar.
Es gibt auch einige Mängel an dieser Konstruktion: bei jedem Auslöten gehen einige kleine Lotteile verloren, dadurch ist die Lebensdauer der Sicherung beschränkt. Die Daten der Sicherung (Ansprechverhalten) ändern sich dadurch bei jedem Auslöten. Durch einen sehr großen Strom bei einem Kurzschluss kann die Heizwicklung durchbrennen und dadurch die Sicherung völlig versagen.
Als Ersatz für die Lötsicherung wurde dann der Fernmeldeschutzschalter entwickelt. Dieser Funktioniert fast so ähnlich wie heute ein Sicherungsautomat in einer Stromverteilung.
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