Gabelechosperre
Beim Einschalten der Echosperre an der Gabel sind die Anforderungen an die Echosperre wesentlich höher als die an einer Unterwegsechosperre. Der verhältnismäßig kurze Signalweg, den das Echo zurückzulegen hatte, erforderte eine sehr kurze Ansprechzeit. Sie lag bei der Gabelechosperre etwa bei 1 ms. In dieser Zeit musste die Sperre sicher ansprechen, denn wenn ein Teil des Echos über die Sperre hinweg lief, würde am anderen Ende der Verbindung die dortige Gabelechosperre ansprechen und die Sprechrichtung sperren.
Bei diesem Verfahren konnte der Sendeverstärker nicht zum Sperren der Gegenrichtung verwendet werden. Die kurze Ansprechzeit forderte ein so rasches Absinken des Anodenstroms, dass die Schaltstöße wieder ihrerseits störende Spannungen auf der zu sperrenden Leitung verursachen würden. Um ein geräuschloses Einschalten der Sperrdämpfung zu gewährleisten, ist hinter dem Sendeverstärker ein besonderes Sperrglied eingeschaltet worden.
Das rechte Blockschaltbild zeigt das Prinzip einer Gabelechosperre. Das Sperrglied bestand aus einem Gegentaktverstärker. Seine Verstärkung wird durch die Dämpfungsglieder so weit herabgesetzt, dass die Durchgangsdämpfung des Sperrgliedes gleich Null ist. Die zur Sperrung nötige Spannung wurde vor dem Empfangsverstärker abgenommen. Dadurch lies sich verhindern, dass die Sperre auf die Sprechströme der abgehenden Richtung ansprach, weil der Empfangsverstärker die über die Gabel zurückkommenden Sprechströme in dieser Richtung nicht hindurch lies. Die am Eingang des Empfangsverstärkers abgenommene Spannung wurde den beiden Gittern der in Gegentakt geschalteten Röhren über den gemeinsamen Gitter Übertrager zugeführt. Der Schaltstoß wirkte sich in beiden Röhren gleichmäßig aus. In der Anodenwicklung des Ausgangs Übertragers stehen sich die durch den Schaltstoß verursachten Spannungen entgegen und hoben sich auf. Die Leitung wurde gesperrt, ohne dass dabei zusätzliche Störgeräusche auftraten.
Endechosperre
Die Endamt Technik mit dem Allverstärker II und der Gabel 41 sah vor, dass die Zusatzeinrichtungen zwischen Verstärker und Gabel vierdrahtig eingeschaltet wurden. Hierfür war die Entwicklung einer neuen Sperre, der Endechosperre, erforderlich.
Das unter Bild zeigt die Prinzipschaltung. Die Endechosperre unterschied sich von den beiden anderen Echosperren in der Art der Anschaltung als auch in dem Sperrglied. Da die Sperre zwischen Empfangsverstärker und Gabel lag, können an den Punkt ihrer Anschaltung nicht nur die Sprechströme aus der Empfangsrichtung, sondern auch die aus der Senderichtung gelangen. Die Ströme aus der Senderichtung wurden durch die Anschaltung über einen besonderen Gabel Übertrager unwirksam gemacht.
Als Sperrgliede dient eine Gleichrichterschaltung, die einen der Ringmodulatorschaltung ähnlichen Aufbau hatte. Bei spannungsfreiem Eingang der Echosperre lag an dem Punkt a des Sperrgliedes eine positive Spannung. Diese Spannung bewirkte, dass die Gleichrichter im Weg 1 und im Weg 2 einen geringen Widerstand annehmen konnten und dadurch für Wechselströme aus der Richtung f2 durchlässig werden. Die Gleichrichter in den Wegen 3 und 4 wirken dagegen sperrend. Die positive Spannung wird der Diagonale der Gleichstrombrücke entnommen. Diese Brücke besteht aus drei festen Widerständen und einer Röhre als veränderbarem Widerstand. Übersteigt die Eingangsspannung der Echosperre einen bestimmten Wert, so wurde durch die negative Vorspannung der Röhre das Brückengleichgewicht so weit gestört, dass sich die Spannung in der Brückendiagonale umpolt. Es lag dann am Punkt a des Sperrgliedes eine negative Spannung an. Die Gleichrichter in den Wegen 1 und 2 sperrten und die in den Wegen 3 und 4 waren durchlässig.
Die Gleichrichter 1 und 2 sind durch Widerstände überbrückt. Diese Widerstände und die in den Wegen 3 und 4 bildeten zusammen eine Wheatstone Brücke. Durch einen genauen Abgleich der Widerstände und der in ihrem Weg liegenden Gleichrichter war es möglich, die Brücke in der Richtung von f2 nach f1 ab undurchlässig zu machen. Die Ansprechzeit der Endechosperre betrug etwa 1,5 ms. Die Nachwirkzeit war umschaltbar zwischen circa 50 ms und 150 ms. Die Ansprechempfindlichkeit war wahlweise schaltbar in Stufen zwischen - 2,0 N und - 3,5 N.
Die Durchlassdämpfung des Sperrgliedes betrugt 0,2 N.
Blockschaltbild einer Endechosperre an einer Gabelschaltung.