 Der Edelmetallmotordrehwähler und seine Geschichte
Das Strowgersystem war eine Erfindung von Herrn Strowger. Der Edelmetallmotordrehwähler (EMD) ist aus einem Forderungskatalog eine Entwicklung nach den Bedürfnissen.
Aus den Vorgängersystem konnten jahrzehntelange Erfahrungen aus der Reichspost einfließen und man verwendete die Entwicklungen aus anderen Systemen, wie z.B. des Siemens-Motorwähler von 1930, der in einem Versuchsamt erfolgreich gestestet wurde.
Die Entwicklung und Einführung des EMD zeigt ein gutes Beispiel wie das Zusammenspiel zwischen der Geräteherstellerindustrie und der Deutschen Bundespost funktionieren kann.
Der EMD Wähler ist eine deutsche Entwicklung, er wurde von der Firma Siemens nach den Vorgaben der Deutschen Bundespost BP entwickelt und wurde im Deutschen System 55 und System 55v ab dem Jahr 1955 erfolgreich eingesetzt.
Der EMD Wähler wurde auch zu einem Exportschlager, z. B: nach Italien, Luxemburg und andere Länder.
Im Jahr 1955 beschloss die DBP in Zukunft nur noch den EMD Wähler einzusetzen um so auch zu einer einheitlichen Technik zu gelangen.
Der EMD Wähler kann im Gegensatz zu dem Hebdrehwähler direkt über zwei um 90° versetzte Spulen, wie ein Motor angesteuert werden.
Durch die Antriebart kann er auch mehr Schaltarme als der Hebdrehwähler bewegen (3 Schaltarme beim Hebdrehwähler, bis zu 8 Schaltarme beim EMD).
Die 8 Schaltarme entstanden aus der Forderung die Fernleitung 4-drähtig durchzuschalten.
Bewegt wird der Schaltarm durch eine Art Gleichstrommotor, dadurch ist seine Bewegung gleichmäßiger und erschütterungsärmer als beim Hebdrehwähler.
Er ist ein reiner Drehwähler, die Dekaden des Kontaktfeldes sind nicht mehr übereinander wie beim Hebdrehwähler sonder alle in einer Ebene halbkreisförmig angeordnet.
Er kann dadurch beim Lauf eine sehr hohe Schrittgeschwindigkeit erreichen. Die Sprechadern sind beim Drehen abgehoben, diese werden erst bei Bedarf durch einen Andruckmagnet an die Lamellen angedrückt. Es konnten deshalb bei den Sprechadern edle Metalle für eine sehr hohe Güte verwendet werden. Durch seinen ruhigen lauf und die die Edelmetallkontakte im Sprechkreis, erzeugt der EMD viel weniger Störungen durch Erschütterungen auf den benachbarten Wählern.
Ein weiterer Vorteil durch den Andruckmagneten, die empfindlichen Kontakte werden beim Drehen nicht durch schleifen abgenutzt.
Der Verschleiß ist dadurch wesentlich niedriger, die Übergangswiderstände sind besser, das alles wirkt sich auf die gute Sprechverständigung aus.
Das obere Bild zeigt einen EMD Wähler beim Einsatz als Anrufsucher im System 55
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