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    Drahtfunk  45 von 232eine Seite zurückeine Seite vor

    Drahtfunk
    Drahtfunk Kennblatt Teil 1

    Drahtfunk Blockschaltbild mit den einzellnen Baustufen.

    Mit der Drahtfunk Technik wurden ausgewählte Rundfunkprogramme über bestehende Fernsprechleitungen zu den Teilnehmern übertragen. Der Drahtfunkteilnehmer konnte mit einem handelsüblichen Rundfunkempfänger mit Langwellenbereich über das Fernsprechnetz  zwischen drei verschiedenen Sendern auswählen und die das gewünschte Programm frei von atmosphärischen und anderen Störungen wiedergeben.

    Der Drahtfunk war wirksamer Ausweg aus dem bereits vor dem Kriege, insbesondere in den letzten Jahren, angestiegenen Selektionsschwierigkeiten im Mittel- und Langwellenbereich. Ferner war beim Drahtfunk für jedes Programm die Übertragung eines wesentlich breiteren NF-Bandes möglich, weil hier im Gegensatz zur drahtlosen Übertragung im normalen Frequenzbereich der Rundfunkwellen, ein genügend breiter Trägerfrequenzbereich zur  Verfügung steht.

    Bei einer Übertragung über einen Langwellen- oder Mittelwellensender war die NF Bandbreite auf ca. 3 bis 4 kHz begrenzt. Beim Drahtfunk wurde eine Bandbreite von 10 kHz übertragen. Die Tonqualität war dementsprechend wesentlich besser.


    Für die Trägerschwingungen wurden mussten wegen der  hohen Dämpfungen in den Fernsprechleitungen bei hohen Frequenzen eine möglichst niedriger Trägerfrequenz verwendet werden. Auf der anderen Seite sollte der mit einem handelsüblichen normalen  Rundfunkempfänger (Radio) möglich sein. Aus diesen Gründen wurde für die Frequenz ein Bereich zwischen 150 und 300 kHz verwendet.

    Auf der Sendeseite gelangen die NF-Rundfunkprogramme vom Studio über Kabel zum Drahtfunk Sendeamt. Bei längeren Strecken wird bei Bedarf noch ein Rundfunk Verstärkeramt dazwischen geschaltet.

    In diesem Amt wurden die Programme dann in den  Trägerfrequenzbereich verlagert. Als  Modulation wurde Amplitudenmodulation verwendet. Nach der Modulation wurde das Signal mit den beiden Seitenbändern noch verstärkt und über unbespulte Kabel oder Freileitungen in die Drahtfunk Netzgruppe weitergeleitet.

    Die eigentliche Verteilung des Drahtfunks erfolgt in den Df-Verstärkerämtern. An einem  Steuerverstärker konnten gleichzeitig fünf Endverstärkern angeschlossen werden.

    Die gegenseitige Entkopplung der einzelnen Verstärker erreichte man durch einen niedrigen Ausgangswiderstand des  Steuerverstärkers, der kleiner war als der Eingangswiderstand eines Endverstärkers.

    Am Ausgang von jedem  Endverstärkers war noch eine Überwachungseinrichtung  angeschaltet. Hier wurde die Aussteuerung überwacht. Beim Ausbleiben des Signals am Verstärkerausgang wurde ein optisches und ein akustisches Signal als Störungsanzeige abgeben.

    An den Endverstärkern waren mehrere weitergehende Df Verbindungsleitungen oder die Drahtfunkteilnehmerleitung direkt angeschaltet. Die Anpassung und Energieverteilung erfolgt hierbei über besondere Übertrager (DÜh und DÜS) über die  vorhandenen Fernsprechleitungen zu den einzelnen Df Teilnehmern.

    Für das Trennen von Telefon und Drahtfunk waren in den Verstärkerämtern Amtsweichen   (Hochpass/Tiefpass) und vor den Fernsprechapparaten Teilnehmerweichen (DWt)   dazwischen geschaltet. Es war möglich, an eine einzelne DWt mehrere Df Teilnehmer parallel anzuschließen.

    Die Rundfunkempfänger als Empfangsgeräte für die Drahtfunkprogramme werden über die in Anschaltdosen (DDa) untergebrachten ohmschen Spannungsteiler als Entkopplungsglieder angeschaltet.

    Technische Einzelheiten, insbesondere die Scheinwiderstände an den einzelnen Punkten einer Df Verbindung, die Spannungs- und Dämpfungsverhältnisse vom Rundfunkstudio über die Übertragungsleitungen bis zum Drahtfunkteilnehmer sowie die Leitungsdaten sind in dem Df Kennblatt dargestellt.


    Drahtfunk Kennblatt Teil 2

    Die beiden Bilder zeigen das Blockschaltbild der Drahtfunk Verstärker Technik


    Geschichte:


    In Deutschland war der amplitudenmodulierte Drahtfunk in einigen Städten früher stark verbreitet. Es gab Splitter wie den DWt 52 und den Umschalter DDa 38, um mit dem Volksempfänger wie dem VE 301 G den Drahtfunk zu empfangen.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Berlin, aber auch in anderen Teilen Deutschlands (z. B. Gau Hessen-Nassau, Ruhrgebiet, Raum Emden) Drahtfunksender betrieben, um die Bevölkerung während der Angriffe feindlicher Flugzeuge über die Luftlage zu unterrichten. Die regulären Rundfunksender waren während dieser Zeit abgeschaltet, damit sie nicht von den feindlichen Bombern zur Orientierung benutzt werden konnten.
    In den Kriegsjahren wurde über den Drahtfunk außer dem Deutschlandsender zunächst nur noch das einheitliche Reichsrundfunkprogramm eingespeist.

    Die Reichspost stellte nach 1942 alle drei Kanäle in den Dienst der Luftwarnung. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Signal nicht nur an die amtlich an den Drahtfunk angeschlossenen Fernsprechleitungen eingespeist, sondern es wurde in das gesamte Netz gesendet, um die Luftlagemeldungen zu verbreiten. So konnte jedermann mittels eines einfachen Drahtes den Empfänger an das Telefon anschließen.


    Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete im Dezember 1945 das U.S. Headquarter Berlin in Ermangelung eigener Mittel- und Langwellensender im amerikanischen Sektor die Wiederaufnahme des Drahtfunks an, und der spätere RIAS begann unter dem Namen DIAS (= Drahtfunk im amerikanischen Sektor) in Berlin seine Tätigkeit. Der Drahtfunk war in Norddeutschland in den Städten Hamburg, Kiel und Lübeck verfügbar. Das Programm des Nordwestdeutschen Rundfunks lief auf 250 kHz, während das BFN-Programm auf 160 kHz verbreitet wurde.

    Der Drahtfunk wurde in Westdeutschland am 30. Juni 1963 und in West-Berlin 1966 eingestellt

    Drahtfunk in anderen Ländern:


    • Die Schweiz betrieb bis Anfang Januar des Jarhes 1998 ein Drahtfunknetz mit sechs Programmen. Dieses Netz war auch als Schweizer Telefonrundspruch bekannt. Dieses im Langwellenbereich arbeitende System vertrug sich jedoch nicht mit den Frequenzen des  ISDN Systems. Die ISDN Signale störten den Telefonrundspruchs. Der Telefonrundspruch wurde aus diesem Grund bei der Einführung von ISDN eingestellt.

    • In Österreich waren drei Programme per Drahtfunk im Langwellenbereich  über das Telefonnetz zu empfangen. Dieses wurde auch von den Teilnehmer mit schlechter Empfangslage in Anspruch genommen.

    • In Italien wurde der „Filodiffusione“ genannte Drahtfunk im Jahr 1958 eingeführt, um eine Abdeckung des gesamten Landes zu ermöglichen. Auch heute werden noch die größeren Städte, wie zum Beispiel die Hauptorte der Provinzen, versorgt, und es gibt (Stand 2005) noch etwa 300.000 Empfänger.

    • In Ungarn etablierte der Ingenieur Tivadar Puskás Ende des 19. Jahrhunderts ein letztlich kommerziell erfolgreiches (ähnlich dem heutigen Pay-Radio) Drahtfunksystem in Budapest. Das Telefon Hírmondó (wörtlich: Telefonischer (Vor-)Bote), startete 1893 (26 Jahre vor der ersten regelmäßigen drahtlosen Ausstrahlung von Programmen durch Hanso Schotanus à Steringa Idzerda) und wurde zwischen 1924 und 1930 wieder eingestellt.

      Die maximale Ausdehnung (Leitungslänge in Budapest) betrug etwa 1200 km mit 9107 Teilnehmern. Tivadar Puskás wurde für seine Verdienste mit einer Büste in der Eingangshalle der Internationalen Fernmeldeunion in Genf geehrt.

    • In der Sowjetunion war der Drahtfunk früher sehr stark verbreitet, da man mit Drahtfunkgeräten nur die Sender empfangen konnte, die auch in das Netz eingespeist wurden, und diese waren ausschließlich russische Sender. Im Jahr 194 gab es mehr als 9 Millionen Anschlüsse.

      Einige Drahtfunknetze der ehemaligen UdSSR werden noch heute betrieben. In Moskau und Selenograd ist derzeit ein Projekt in Planung, das das bisher analoge Drahtfunknetz in einen erschwinglichen Schmalbandkabelanschluss umwandeln soll.

    • Polen: Es werden im Jahr 1950 der Ausbau des Drahtrundspruchs mit 185.000 neuen Lautsprecheranlagen,  50 Verteilerzentren und 7.700 km Leitungen gemeldet. Das ergibt bis dahin 1,5 Millionen Hörer.

    • Auch in einigen anderen Ländern wird noch Drahtfunk betrieben. Neben dem öffentlichen Betrieb diente der Drahtfunk auch als Kommunikationsmittel in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Mit dem Aufkommen des UKW-Rundfunks verlor er jedoch rasch an Bedeutung und wurde nach und nach eingestellt. Moderne Nachfolger des Drahtfunks sind Kabelfernsehen und das Webradio.

    Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar


    Abkürzung:  Df
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