Mit der Drahtfunk Technik wurden ausgewählte Rundfunkprogramme über bestehende Fernsprechleitungen zu den Teilnehmern übertragen. Der Drahtfunkteilnehmer konnte mit einem handelsüblichen Rundfunkempfänger mit Langwellenbereich über das Fernsprechnetz zwischen drei verschiedenen Sendern auswählen und die das gewünschte Programm frei von atmosphärischen und anderen Störungen wiedergeben.
Der Drahtfunk war wirksamer Ausweg aus dem bereits vor dem Kriege, insbesondere in den letzten Jahren, angestiegenen Selektionsschwierigkeiten im Mittel- und Langwellenbereich. Ferner war beim Drahtfunk für jedes Programm die Übertragung eines wesentlich breiteren NF-Bandes möglich, weil hier im Gegensatz zur drahtlosen Übertragung im normalen Frequenzbereich der Rundfunkwellen, ein genügend breiter Trägerfrequenzbereich zur Verfügung steht.
Bei einer Übertragung über einen Langwellen- oder Mittelwellensender war die NF Bandbreite auf ca. 3 bis 4 kHz begrenzt. Beim Drahtfunk wurde eine Bandbreite von 10 kHz übertragen. Die Tonqualität war dementsprechend wesentlich besser.
Für die Trägerschwingungen wurden mussten wegen der hohen Dämpfungen in den Fernsprechleitungen bei hohen Frequenzen eine möglichst niedriger Trägerfrequenz verwendet werden. Auf der anderen Seite sollte der mit einem handelsüblichen normalen Rundfunkempfänger (Radio) möglich sein. Aus diesen Gründen wurde für die Frequenz ein Bereich zwischen 150 und 300 kHz verwendet.
Auf der Sendeseite gelangen die NF-Rundfunkprogramme vom Studio über Kabel zum Drahtfunk Sendeamt. Bei längeren Strecken wird bei Bedarf noch ein Rundfunk Verstärkeramt dazwischen geschaltet.
In diesem Amt wurden die Programme dann in den Trägerfrequenzbereich verlagert. Als Modulation wurde Amplitudenmodulation verwendet. Nach der Modulation wurde das Signal mit den beiden Seitenbändern noch verstärkt und über unbespulte Kabel oder Freileitungen in die Drahtfunk Netzgruppe weitergeleitet.
Die eigentliche Verteilung des Drahtfunks erfolgt in den Df-Verstärkerämtern. An einem Steuerverstärker konnten gleichzeitig fünf Endverstärkern angeschlossen werden.
Die gegenseitige Entkopplung der einzelnen Verstärker erreichte man durch einen niedrigen Ausgangswiderstand des Steuerverstärkers, der kleiner war als der Eingangswiderstand eines Endverstärkers.
Am Ausgang von jedem Endverstärkers war noch eine Überwachungseinrichtung angeschaltet. Hier wurde die Aussteuerung überwacht. Beim Ausbleiben des Signals am Verstärkerausgang wurde ein optisches und ein akustisches Signal als Störungsanzeige abgeben.
An den Endverstärkern waren mehrere weitergehende Df Verbindungsleitungen oder die Drahtfunkteilnehmerleitung direkt angeschaltet. Die Anpassung und Energieverteilung erfolgt hierbei über besondere Übertrager (DÜh und DÜS) über die vorhandenen Fernsprechleitungen zu den einzelnen Df Teilnehmern.
Für das Trennen von Telefon und Drahtfunk waren in den Verstärkerämtern Amtsweichen (Hochpass/Tiefpass) und vor den Fernsprechapparaten Teilnehmerweichen (DWt) dazwischen geschaltet. Es war möglich, an eine einzelne DWt mehrere Df Teilnehmer parallel anzuschließen.
Die Rundfunkempfänger als Empfangsgeräte für die Drahtfunkprogramme werden über die in Anschaltdosen (DDa) untergebrachten ohmschen Spannungsteiler als Entkopplungsglieder angeschaltet.
Technische Einzelheiten, insbesondere die Scheinwiderstände an den einzelnen Punkten einer Df Verbindung, die Spannungs- und Dämpfungsverhältnisse vom Rundfunkstudio über die Übertragungsleitungen bis zum Drahtfunkteilnehmer sowie die Leitungsdaten sind in dem Df Kennblatt dargestellt.