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    AEG  1 von 11eine Seite vor

    AEG
    Emil Rathenau

    Die AEG Aktiengesellschaft war einer der weltweit größten Elektrokonzerne.


    Das 1883 in Berlin als Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität gegründete und wenige Jahre später in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft umfirmierte Unternehmen stellte neben Produkten für die Elektrische Energietechnik und den Haushaltsbedarf (sogenannte „Weiße Ware“), Geräte zur Elektrogebäudeheizung, Straßenbahnen, Elektro- und Dampflokomotiven sowie im Tochterunternehmen NAG auch Kraftfahrzeuge her.

    Die AEG musste 1982 Insolvenz anmelden und wurde 1985 von der Daimler-Benz AG übernommen. Schließlich fusionierte 1996 Daimler-Benz mit seinem Tochterunternehmen, strukturierte in der folgenden Zeit Teile des damals nach Siemens zweitgrößten deutschen Elektrokonzerns um und trennte sich von ganzen Sparten. Heute gehören die Rechte an der Marke AEG der schwedischen Electrolux, die über ihren Geschäftsbereich Electrolux Global Brand Licensing Lizenzen zur Verwendung vergibt.

    Mittlerweile bieten viele Firmen unter der Marke „AEG“ Elektroartikel fast jeder Kategorie an, seien es Musikanlagen, Autoradios, Ladegeräte, Festnetz- und Mobiltelefone sowie Nähmaschinen.

    Vor und während des Ersten Weltkriegs war die AEG nach Krupp zweitgrößter Rüstungsproduzent im Deutschen Kaiserreich und war Flugzeughersteller für das Deutsche Heer. Mit seiner Beteiligung an der 1918 gegründeten Deutsche Werft AG war der Konzern im Schiffbau engagiert. In den 1930er Jahren entwickelten AEG-Techniker das „Magnetophon“ für die Tonaufzeichnung auf Magnetband.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Sitz Berlin und Frankfurt am Main. Im Jahre 1967 fusionierte die AEG mit ihrem Berliner Tochterunternehmen Telefunken zu Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG-Telefunken. 1979 wurde die Firma in AEG-Telefunken Aktiengesellschaft geändert. Nach der Übernahme durch Daimler-Benz im Jahre 1985 und der Auslagerung aller restlichen Telefunken-Geschäftsbereiche änderte sich der Name in AEG Aktiengesellschaft.[2


    Die Anfänge


    Die Gesellschaft verdankt ihre Entstehung Emil Rathenau, der 1883 die Patente an den Erfindungen Thomas Alva Edisons zu Glühlampen für Deutschland erwarb und dazu in Berlin, Schlegelstraße 26 eine kleine Studiengesellschaft gründete. Diese Gesellschaft wurde im selben Jahr zur Deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität.

    Die Edison-Gesellschaft gründete 1884 die Städtischen Elektricitätswerke (A.G.StEW) zu Berlin (ab 1887: Berliner Elektricitäts-Werke). Die technische Ausrüstung lieferte die AEG.

    Von 1883 bis 1889 war der Münchener Ingenieur und spätere Gründer des Deutschen Museums Oskar von Miller der Direktor der Edison-Gesellschaft. Emil Rathenau holte 1887 Michail von Dolivo-Dobrowolsky ins Unternehmen, der als Chefingenieur der Drehstromtechnik zur praktischen Anwendung verhalf, indem er den ersten funktionsfähigen Drehstrommotor erfand. 1891 gelang Miller und Dobrovolski anlässlich der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main nachweislich die Übertragung von Drehstrom über eine größere Strecke: Der in einem Kraftwerk in Lauffen am Neckar erzeugte Strom wurde über die 175 Kilometer lange Drehstromübertragung Lauffen–Frankfurt transportiert, wo er auf dem Ausstellungsgelände 1000 Glühlampen speiste und einen künstlichen Wasserfall antrieb. Dieser Erfolg war der Beginn der allgemeinen Elektrifizierung mit Wechselstrom im Deutschen Reich und verhalf der AEG zum wirtschaftlichen Erfolg.

    Die erste Fabrikationsstätte befand sich ab 1886/1887 in der Schlegelstraße 26/27 in der Nähe des Stettiner Bahnhofs. Dort nahm die Deutsche Edison Gesellschaft von Emil Rathenau die Fabrikation von Glühlampen auf. 1887 erwarb die Gesellschaft in Berlin-Gesundbrunnen das Areal zwischen Ackerstraße, Feldstraße, Hermsdorfer Straße (der heutigen Max-Urich-Straße) und der Hussitenstraße, auf dem sich vorher die Weddingsche Maschinenfabrik von Wilhelm Wedding befand. 1887/1888 führten die Handwerksmeister H. Theleman und H. Büttner, C. Heidecke und der Baumeister A. Soeder sämtliche Erweiterungen aus. Im selben Jahr erfolgte neben einer Umstrukturierung und Erweiterung der Produktionspalette die Umfirmierung in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, abgekürzt AEG. Paul Tropp begann seine Arbeiten für die AEG 1889/1890 bis 1893, und Franz Schwechten entwarf die Fassaden zur Acker- und Hussitenstraße um 1894/95. Der fünfstöckige Backsteinbau umschließt bis heute das Areal. 1894 wurde das Gelände des ehemaligen Berliner Viehmarkts zwischen Hussiten- und Brunnenstraße erworben. Damit war auch ein Gleisanschluss an das Berliner Schienennetz hergestellt, eine Schienenverbindung zwischen dem Apparatewerk und dem Gelände des ehemaligen Viehmarktes existierte jedoch noch nicht. Im Jahre 1897 wurde deshalb als Verbindung zwischen den beiden Grundstücken eine Untergrundbahn in einem eigens dafür angelegten Tunnel von 270 Metern Länge angelegt.[9] Mit seinen beiden überirdisch angelegten Endstationen diente die Bahn nur dem innerbetrieblichen Personen- und Lastverkehr. Realisiert wurde der Tunnelbau unter der Leitung von C. Schwebel und Wilhelm Lauter, die ebenfalls den Spreetunnel Stralau, hier dann für den öffentlichen Personenverkehr, planten.

    Auf Drängen Kaiser Wilhelms II. gründeten AEG und S & H zu gleichen Teilen mit einem Stammkapital von 300.000 Goldmark für den Bereich der drahtlosen Nachrichtenübermittlung in Berlin die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H., System Telefunken am 27. Mai 1903.

    1907 bestellte die AEG den Architekten Peter Behrens zum „künstlerischen Berater“. Er war für die Gestaltung sämtlicher Produkte, Grafik, der Werbemittel und der Architektur zuständig und gilt somit als der weltweit erste Corporate Designer. Produktgruppen wie die Wand- und Werksuhren oder die Wasserkocher wurden zu Archetypen des modernen Industriedesigns. Seine Entwürfe sind tendenziell reduktiv und stehen im Kontrast zu den zuvor opulent dekorativ gestalteten Dingen. Bei Konsumgütern, etwa bei Leuchten wurden jedoch weiterhin auch historisierende Produkte angeboten, die auf die Zeit vor Behrens’ Tätigkeit zurückgehen und bis in die 1930er Jahre in hohen Stückzahlen abgesetzt wurden.

    Die Tätigkeit der Gesellschaft erstreckte sich bald auf alle Gebiete der Starkstromtechnik, insbesondere auf Leuchtmittel, Elektromotoren, elektrische Bahnen, Anlagen der Elektrochemie, außerdem die Fertigung von Dampfturbinen, Dieselmotoren, Automobilen, Kabeln und Leitungsmaterialien. In den ersten Jahrzehnten besaß die Gesellschaft zahlreiche Werke in und um Berlin:

    • Maschinenfabrik (Dynamomaschinen, Elektromotoren, Transformatoren)
    • Apparatefabrik (Bogenlampen, Ausschalter, Sicherungen, Widerstände, Regler, Anlasser, Messinstrumente aller Art)
    • Kabelwerk (Kupfer- und Metallwerk, Gummifabrikation, Mikanitfabrik)
    • Glühlampenfabriken (Kohlefaden- und Metalldrahtglühlampen, Nernst-Lampen), 1920 in Osram überführt
    • Turbinenfabrik Moabit (Dampfturbinen)


    Gründungsjahre bis 1945



    • 1897: Erwerb eines großen Areals in der damals selbstständigen Landgemeinde Oberschöneweide und Baubeginn der beiden Großbetriebe Kabelwerk Oberspree (KWO) und Transformatorenwerk Oberspree (TRO) nach Plänen des Architekten Peter Behrens.
    • 1899: Beginn der Produktion von Nernstlampen
    • Am 10. Oktober 1899 wird die AEG Gründungsmitglied der Studiengesellschaft für Elektrische Schnellbahnen in Berlin. Ziel des Unternehmens ist es, praktische Erfahrungen mit hohen Geschwindigkeiten bei elektrischer Traktion zu sammeln.
    • 1900: Erfindung des Haartrockners. Die AEG sicherte sich 1909 den Begriff Fön als Wort-Bild-Marke.[10] Heute gilt für AEG-Haartrockner die 1941 eingetragene Wort-Bild-Marke FOEN.
    • 1901 begann die AEG-Tochter Neue Automobil-Gesellschaft AG (N.A.G.) in der mechanischen Werkstatt des Kabelwerkes Oberspree in Oberschöneweide mit der Herstellung von Motorfahrzeugen. In der nicht weit entfernten Ostendstraße wird von 1914 bis 1917 ein neues Fabrikgebäude (heutiger Peter-Behrens-Bau) für die NAG gebaut.[
    • 1903: Die andauernden Patent-Streitigkeiten mit Siemens & Halske wurden durch die Gründung der gemeinsam betriebenen „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H, System Telefunken“ beigelegt.
    • 1904: Fusion von AEG und Union-Elektricitäts-Gesellschaft (UEG)
    • 1906: Das von Alfred Messel entworfene „AEG-Haus“ am Friedrich-Karl-Ufer 2/4 (ab 1951: Kapelle-Ufer) in Berlin-Mitte wurde als neue Konzernzentrale bezogen.
    • 1910: Einstieg in den Flugzeugbau mit der Abteilung Flugzeugbau in Hennigsdorf bei Berlin.
    • Erweiterungsbauten auf dem Gelände in Oberschöneweide, u. a. durch AEG-Hausarchitekt Ernst Ziesel und den Bauingenieur Gerhard Mensch
    • 1915: Emil Rathenau, der AEG-Gründer starb im Alter von 76 Jahren an den Folgen (u. a. Beinamputation) seines Diabetes mellitus am 20. Juni 1915 in Berlin und sein Sohn Walther Rathenau übernimmt das Präsidium der AEG bis zu seiner Ermordung am 24. Juni 1922. 1915 stiftet die AEG ein neues Gebäude an die Berliner Secession. Den Vorsitz des Direktoriums der AEG ab 1915 und später den Vorstandsvorsitz der Gesellschaft übernahm bis 1928 Felix Deutsch. Ab 1928 bis 1947 führte Hermann Bücher den AEG-Konzern. Sein Stellvertreter ab 1930 bis 1945 war Waldemar Petersen.
    • 1926: Der Konzern kaufte die Grundstücke Hoffmannstraße 17–23 (seit Dezember 2010: Martin-Hoffmann-Straße) in Berlin-Alt-Treptow und errichtete dort nach Plänen von Ernst Ziesel die Apparate-Werke Treptow (AT), die 1928 bereits 4000 Menschen beschäftigten. Dort wurden elektrische Schaltgeräte, Messinstrumente (Stromzähler), Rundfunkempfänger (Röhrenradios) sowie Relais und Quecksilberdampfgleichrichter hergestellt. Noch wenige Monate vor Kriegsende zu 80 % zerstört, wurden die Apparate-Werke Treptow 1948 zur Sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG) und in Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow (EAW) umbenannt. Nach der Übergabe in DDR-Besitz wurden die EAW 1954 zum VEB Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow „Friedrich Ebert“.
    • 1927: Das Berliner Schau- und Verkaufsgebäude in der Luisenstraße 35 wurde am 15. September bei einem Brand zerstört.
    • 1928: Als Ersatz wurde zwischen Oranienburger- und Friedrichstraße eine Fläche von 10.500 m² in dem 1908 fertiggestellten Komplex der Friedrichstraßenpassage, die bis 1914 ein Wertheim-Kaufhaus beherbergte, zum neuen Schau- und Verkaufshaus umgebaut und dieses als Haus der Technik bezeichnet. Dort wurde in der Friedrichstraße 110–112 im April 1939 von der Reichspost die vierte „Fernsehsprechstelle“ Berlins eingerichtet. (→ Geschichte des Fernsehens in Deutschland) Die Reste des ehemaligen AEG-Verkaufsgebäudes wurden zwischen 1990 und 2012 als Kulturzentrum Kunsthaus Tacheles genutzt.
    • 1929/1930 übernahm der US-amerikanische Elektro- und Medienkonzern General Electric zum Kurs von 200 Prozent AEG-Stammaktien im Nennwert von 30 Millionen Reichsmark, was einem Anteil von 27,5 % des Grundkapitals entspricht, und entsendete fünf Mitglieder in den AEG-Aufsichtsrat.
    • 1935: Vorstellung des weltweit ersten Tonbandgerätes Magnetophon K1 auf der Großen Deutschen Funk-Ausstellung Berlin.
    • 1935 wurden die Borsig Lokomotiv-Werke übernommen, deren Lokomotivbau dann nach Hennigsdorf verlagert wird.
    • 1938: Nach der Einstellung ihrer Automobilfertigung richtete die AEG im ehemaligen N.A.G.-Gebäude in der Ostendstraße die Röhrenfabrik Oberspree (RFO) ein, die u. a. spezielle Elektronenröhren für die von der GEMA in Köpenick entwickelten Radargeräte der Wehrmacht herstellte. Die Fabrik wurde 1946 als Oberspreewerk (OSW) weiter betrieben, 1951 zum Werk für Fernmeldewesen (HF) umbenannt und 1960 schließlich zum RFT Werk für Fernsehelektronik (WF).
    • 1941: AEG kaufte Siemens & Halske deren Telefunken-Anteile ab und führte das Unternehmen als 100%ige Tochtergesellschaft weiter. Siemens & Halske bekam die Erlaubnis, bis Kriegsende die Telefunken-Patente weiter zu nutzen.


    künstliche Wasserfall der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main

    Nachkriegsjahre


    • 1945: Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Konzernzentrale, das AEG-Haus am Friedrich-Karl-Ufer, fast völlig zerstört und lag zudem im sowjetischen Sektor von Berlin. Das Werk in Hennigsdorf wurde von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) beschlagnahmt und 1948 zum VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf (LEW). Ebenso wurden das Kabelwerk Oberspree (KWO), das Transformatorenwerk Oberspree (TRO) in Berlin-Oberschöneweide und die Apparatefabrik Treptow zunächst Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) und später auch VEB. Der Wiederaufbau des Konzerns konnte, auch wegen der Mitte 1948 beginnenden Berliner Blockade, nicht von der nun geteilten Stadt aus bewältigt werden. Die Firmenleitung für die nicht enteigneten Unternehmensteile wird daher zunächst nach Hamburg verlegt.


    • In Berlin-Schmargendorf wurde am Hohenzollerndamm 150–152 in dem ausgedehnten Gebäudekomplex des ehemaligen Wehrkreiskommandos III der Wehrmacht ab 1948/1950 eine Dependance für verschiedene Geschäftsbereiche und ein Vertriebsbüro eingerichtet. Mit dem Verlust der KWO und TRO am größten Standort Oberschöneweide wurde die Kabelherstellung bei der AEG völlig eingestellt und in der Brunnenstraße (Bezirk Berlin-Wedding) der Bau von Leistungstransformatoren neu eingerichtet. Nach Wiederaufnahme der Produktion in West-Berlin, Nürnberg (Hausgeräte), Stuttgart (Elektrowerkzeuge) und Mülheim an der Ruhr (Ausbesserungswerk für Hochspannungs-Transformatoren) entstanden in Westdeutschland neue Werke, unter anderen ab Mai 1946 die Zählerfabrik in Hameln, die später auch Sicherungsautomaten und technische Leuchten produzierte und 1963 rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigte. Viele der neuen Fabriken, wie etwa die aus Erfurt verlagerten Olympia Büromaschinenwerke, wurden zunächst in ehemaligen Liegenschaften der Wehrmacht eingerichtet, die sich jedoch für die Fertigung nur bedingt eigneten und der AEG auf Dauer Wettbewerbsnachteile brachten.


    • 1948: Die AEG-Fabrik Kassel (FK) in der Lilienthalstraße 150 wurde in den Hallen des ehemaligen MWK (Motorenbau Werk Kassel) in Betrieb genommen. Als erster Fabrikteil nahm die Hochspannungsschaltgerätefabrik (HSF) die Fertigung auf, später folgten die Kühlgerätefertigung (KSF), Fahrkartendruckerfabrik (FDF), Isolierstofffabrik (IF) sowie das weltweit anerkannte Hochspannungsinstitut (HI). In den frühen 1960er Jahren arbeiteten mehr als 5000 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen des Werkes Kassel.


    • 1951: Das AEG-Hochhaus am Theodor-Stern-Kai in Frankfurt/Main wurde als neue Unternehmenszentrale bezogen. Das Werk in Oldenburg (Oldb) produzierte Kleinmotoren und Hausgeräte und beschäftigte 1963 rund 2.650 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten im Konzern stieg von 20.900 im September 1948 auf 55.400 Personen im September Jahres 1957. Im selben Jahr überstieg der Umsatz erstmals eine Milliarde DM. Die hohen Investitionen für den Neuaufbau der AEG (von 1948 bis 1956 über 500 Millionen DM) belasteten allerdings die Bilanz erheblich.


    • 1958: Das Unternehmen stellt mit dem „Lavamat“ seinen ersten Waschvollautomaten vor. In der Werbung für AEG-Hausgeräte wird erstmals der Slogan AEG – Aus Erfahrung Gut verwendet, woraus der Volksmund alsbald „Alles Ein Gammel – Aber Es Geht“ macht oder: „Auspacken, Einschalten, Garantiefall bzw. Geht nicht“, oder auf Fränkisch: „Allmächd, Edz Gäihds“ oder auch "Alteisen-Gesellschaft".


    • 1960: Es wurde in Berlin das Telefunken-Hochhaus als Firmenzentrale von der AEG-Tochterfirma Telefunken errichtet. Nach der Fusion beider Unternehmen zur AEG-Telefunken AG wurde es von dieser weiter genutzt und schließlich 1975 an den Berliner Senat verkauft, der es der TU Berlin überließ.

    • 1962: Der AEG-Konzern umfasste in der Bundesrepublik 127.000 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 3,1 Milliarden DM. In Springe eröffnete die AEG im Februar 1962 eine neue Fabrik zur Herstellung von Regel- und Steuergeräten mit 200 Beschäftigten.


    • 1962: Patenterteilung für das von Walter Bruch bei Telefunken in Hannover entwickelte PAL-Farbfernsehsystem.


    • 1966: In Berlin wurde im Bezirk Wedding die Größtmaschinenhalle auf dem Areal Brunnenstraße fertiggestellt. Sie galt zu dieser Zeit als größte Halle der Branche in Europa (175 m lang, 45 m breit und 26 m hoch) und gestattete mit vier koppelbaren Kranbahnen den Bau von Motoren und Generatoren größter Leistungen und mit Einzelgewichten bis 400 t für den Weltmarkt. Zur Grundsteinlegung war der damalige Justizminister der USA, Robert F. Kennedy, anwesend. Die Halle wurde nach Schließung der Betriebsstätte Brunnenstraße 1986 abgerissen. An der Brunnenstraße wurden von Siemens Nixdorf neue Gebäude errichtet, die heute auch nicht mehr vorhanden sind.


    • 1. Januar 1967: Fusion mit Telefunken zu: Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG-Telefunken mit Sitz in Frankfurt am Main.

    Untergang


    • 1970: Weltweit stand AEG-Telefunken mit 178.000 Mitarbeitern an zwölfter Stelle in der Weltrangliste der größten Elektrounternehmen. Die Unternehmenskrise zeichnete sich jedoch ab. Das Unternehmen wurde unter anderem durch letztlich erfolglose Projekte wie den Bau einer automatischen Gepäckförderanlage am Flughafen Frankfurt am Main und den Einstieg in den Bau von Kernkraftwerken belastet. Die von der AEG in den 1960er Jahren entwickelte Baulinie von Siedewasserreaktoren konnte sich am Markt nicht durchsetzen. Insbesondere das Kernkraftwerk Würgassen, dessen Inbetriebnahme sich wegen einer Reihe von technischen Problemen um Jahre verzögerte, kostete die AEG Hunderte von Millionen Mark. Neben solchen technischen Problemen war eine Hauptursache für den Zusammenbruch ein chaotisches Finanz- und Planungswesen. Planungsunterlagen waren unnötig ausführlich und dadurch unverständlich. In Frankfurt gab es eine aufgeblähte, ineffektive Unternehmenszentrale mit fast 1.000 Mitarbeitern. Gewinne und Verluste verschiedener Geschäftsbereiche wurden durch das Rechnungswesen so zusammengeführt, dass nach Insider-Informationen schließlich kein einziger Bereich tatsächliche Gewinne auswies. Mit derartigen Problemen stand die AEG nicht allein (siehe u. a. auch Untergang von Borgward und Vulkan-Werft).

    • 1972: Der Konzern schüttete letztmals eine Dividende aus. Die Unterhaltungselektronik wurde unter dem Namen Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH mit Sitz in Hannover ausgegliedert. Die Computertechnik folgte: Das Tätigkeitsgebiet der Großrechner (TR 4, TR 10, TR 440) wurde zunächst in eine Kooperation unter dem Namen Telefunken Computer GmbH mit dem Unternehmen Nixdorf Computer eingebracht und zwei Jahre später an Siemens verkauft (Computer Gesellschaft Konstanz). Das Tätigkeitsgebiet der Prozessrechner (TR 84, TR 86, AEG 60-10, AEG 80-20, AEG 80-60) wurde im Geschäftsbereich Automatisierungstechnik (ab 1980 als ATM Computer GmbH) weitergeführt.

    • 1975: Das ehemalige Telefunken-Hochhaus am Berliner Ernst-Reuter-Platz wurde an den Berliner Senat verkauft. Das Gebäude war bereits früher an die TU Berlin vermietet worden.


    • 1976: Um die im neuen Mitbestimmungsgesetz festgelegte paritätische Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat zu umgehen, wurden vom neuen AEG-Vorstandsvorsitzenden Walter Cipa – der promovierte Geologe kam von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG und war bis Ende Januar 1980 AEG-Chef – neben den beiden selbstständigen Unternehmen AEG Hausgeräte GmbH und Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH zusätzlich vier sogenannte „Betriebsführungsgesellschaften“ mit der Rechtsform einer AG gegründet, die zu 100 Prozent Unternehmenstöchter der Konzernmutter waren (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den Anteil am Konzernumsatz im Jahre 1980):

    • AEG-Telefunken Anlagentechnik AG. (37 %)AEG-Telefunken Serienprodukte AG. (16 %)
    • AEG-Telefunken Kommunikationstechnik AG. (6 %)
    • Olympia Werke AG. (Unternehmensbereich Bürotechnik, 7 %)
    • AEG-Hausgeräte GmbH (22 %)
    • Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH (12 %)

    • 1979 wurde unter Fortfall der noch aus dem Jahr 1887 stammenden Zusatzbezeichnung Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft die Firma aus EG-rechtlichen Gründen in AEG-Telefunken Aktiengesellschaft geändert.

    • 1980: Heinz Dürr wurde zum 1. Februar Vorstandsvorsitzender (bis 1990)


    • 1982: Am 9. August muss die Konzernleitung beim Amtsgericht Frankfurt am Main Vergleich anmelden. Ein Sanierungskonzept, das Bundesbürgschaften von 600 Mio. DM und neue Bankkredite von 275 Mio. DM vorsah, scheiterte zunächst an der Uneinigkeit der Banken, dann gewährte ein Bankenkonsortium dem AEG-Konzern bis Juni 1983 ein Verwalterdarlehen von 1,1 Mrd. DM.

      Davon waren 700 Mio. DM sofort verfügbar und 400 Mio. DM nach Zusage einer Bürgschaft durch den Bund. Vergleichsverwalter war der Rechtsanwalt Wilhelm Schaaf. Infolge des Vergleichsverfahrens der AEG (August 1982 bis Oktober 1984) wurden weitere wesentliche Kernbereiche abgegeben. Hiervon war nicht nur die AEG-Telefunken AG, sondern auch die Tochtergesellschaften Küppersbusch AG in Gelsenkirchen, die Hermann Zanker Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in Tübingen und die Carl Neff GmbH in Bretten betroffen.

      Die Alno-Möbelwerke GmbH & Co. KG in Pfullendorf wurde wieder von den bisherigen Minderheitsgesellschaftern der Familie Nothdurft übernommen und aus dem Konzern ausgegliedert. Auch Zulieferer der AEG mussten Konkurs anmelden, u. a. die Becher & Co. Möbelfabriken KG in Bühlertann. Mitauslöser dafür waren unangemessene Unternehmensaufkäufe und mangelnde Kontinuität der Unternehmenspolitik. Eine Auswirkung des Vergleichs war unter anderem der Verkauf des Areals der traditionellen Maschinenfabrik Brunnenstraße im damaligen Berliner Bezirk Wedding. Damit wurden die Groß- und Kleinmaschinenfabrik zugunsten der Lloyd Dynamowerke in Bremen (Mittelmaschinen), der AEG-Fabrik Essen (Großmaschinen) und des Unternehmens Bauknecht (Kleinmaschinen) aufgegeben. Für die ebenfalls auf diesem Areal befindlichen Stromrichterfabrik und Bahnfabrik wurden neue Fabriken in Berlin-Marienfelde bzw. Berlin-Spandau erbaut. Das Großrechenzentrum und das Institut für Automation wurden an anderen Standorten untergebracht.


    • 1983/1984: Die Sparte Unterhaltungselektronik (Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH) wird an den französischen Staatskonzern Thomson-Brandt verkauft, der in der Folge die Produktion mit SABA und Nordmende zusammenlegte.

    • 1985: Übernahme durch die Daimler-Benz AG. Der Name lautete wieder AEG Aktiengesellschaft, Logo siehe oben.[2] Damit sollte die Vision des Daimler-Benz-Vorstandes Edzard Reuter (ab 1987 Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzender), der aus beiden Unternehmen einen „Integrierten Technologiekonzern“ schaffen wollte, besser dargestellt werden.


    • 1988: Anlässlich der Feier zum 60-jährigen Bestehen des AEG-Forschungsinstituts stiftete die AEG den Carl-Ramsauer-Preis.


    • 1990 kooperierte der Bahnbereich als AEG Westinghouse Transport-Systeme GmbH (Sitz Berlin) kurzzeitig mit der Westinghouse Transportation Systems Inc. in Pittsburgh, USA.


    • 1992: Fusion des Bahnbereiches mit dem Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf, woraus die „AEG Schienenfahrzeuge GmbH“ entstand.


    • 1992: Die schwedische Atlas Copco-Gruppe erwirbt die AEG Elektrowerkzeuge GmbH.


    • 1994: Verkauf der Abteilung für Automatisierungstechnik (Modicon) an Schneider Electric und der AEG Hausgeräte GmbH an Electrolux.


    • 1995: Die AEG Schienenfahrzeuge GmbH ging nach der Verlagerung der Spandauer Betriebsstätte nach Hennigsdorf in die ABB Daimler-Benz Transportation (Adtranz) und mit dieser am 1. Mai 2001 in die Bombardier Transportation über, blieb aber noch unter HRB 2889 beim Registergericht Potsdam mit Sitz in Hennigsdorf eingetragen (Stand Aug. 2008).


    • 1996:
    • Verkauf von neun mittelständisch strukturierten Gesellschaften an die Elexis Elektroholding GmbH (1998 umfirmiert in elexis AG).
    • Übernahme der AEG Anlagen- und Automatisierungstechnik durch Cegelec.
    • Übernahme der AEG Energietechnik (AEG T&D, Transmission and Distribution) durch GEC-Alsthom
    • Auf Beschluss der Hauptversammlung der Daimler-Benz AG. unter dem Vorsitz von Jürgen Schrempp erfolgte die Fusion des verlustbehafteten Konzerns mit der Daimler-Benz AG. Neu gegründete Unternehmen bzw. bereits bestehende (z. B. DASA) sollten diverse Geschäftsfelder des ehemaligen AEG-Konzerns fortführen.
    • 2. Oktober 1996: Nach über 113 Jahren Unternehmensgeschichte wird die Firma AEG Aktiengesellschaft im Handelsregister von Frankfurt am Main gelöscht.
       


    Quellen: Wikipedia
    Bilder: Gemeinfrei


    Zeitraum  1883-1982