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    Chronik - Geschichtliche Ereignisse des Fernmeldewesens der Länder in Europa und USA

    Ungarn
    Erfinder Tivadar Puskás
    • 1879: Der Erfinder Tivadar Puskás (Bild rechts) entwarf für Paris die erste europäische Vermittlungsstelle. Er war von 1877 bis 1886 der Vertreter von Edison in Europa. Er ernannte seinen Bruder Ferene Puskás zum Generalbevollmächtigten der Euopean Edison Telephon Company in Österreich-Ungarn.

    • 1880: Er erhielt durch eine Konzession das Exklusivrecht in Budapest eine Fernsprechanlage zu installieren. Er gründet die Budapesti Telefon Hálôzat.

    • 1881 1 Mai: Das erste Fernsprechamt wird in Fürdő utca in Pest eröffnet. Im folgenden Jahr sind bereits 291 Teilnehmer angeschlossen.

      1881 1. Dez. In Timișoara (Temeschburg) ein weiteres Fernsprechamt eröffnet.

    • 1882: Im Finanzministerium wurde erstmals eine Telefonnebenstellenanlage installiert
    • 1882 25. Oktober: In Österreich-Ungarn hatte die Telefonverwaltung in Budapest 320 Abonnenten bei einer Einwohnerzahl von 32.0000, Triest 50 Abonnenten bei 112.000 Einwohner. In beiden Städten gehörte die Anlage der Central-Telephon-Gesellschaft in Wien, welche von der Regierung die Koncession auch für Graz, Lemberg, Krakau, Brunn, Temesvar erhalten, jedoch in diesen Städten noch keinen Betrieb eröffnet hat. Der Preis beträgt für das Jahr in Pest 180, in Triest 90 Gulden; in ersterer Stadt ist die Concession auf 20, in letzterer auf 10 Jahre ausgestellt.

    • 1884 10. Nov: Die erste öffentliche Fernsprechstelle wurde aufgestellt
    • 1884: In Pozsony (heute slow.: Bratislava), Arad und Szeged wurden Fernsprechämter gebaut.

    • 1885: In Ungarn gibt es 8 Vermittlungsstellen die von privaten Gesellschaften betrieben wurden. Es waren 890 Teilnehmer angeschlossen.

      Das Fernsprechamt in Pécs wurde eröffnet.

    • 1887: Der Ausbau von Fernsprechleitungen im Doppelleitungssystem begann.
      In Zagreb wurde ein Fernsprechamt eingerichtet.
    • 1887 18. Okt.: Das Budapester Telefonnetz wurde in das Eigentum des Staats überführt und gleichzeitig erlangte Tivadar Puskas für 30 Jahre das Mietrecht.

    • 1888: Durch ein Gesetz wurden die Einrichtung und der Betrieb von Fernmeldeeinrichtungen jeglicher Art zum Alleinrecht des Staates erklärt. Neue Konzessionen wurden nicht mehr ausgestellt. Der Staat begann eigene Ortsnetze einzurichten.

      In Debrecen und Nagyvárad  (damals ung.: Nagyvárad; heute rum.: Oradea) wurden Fernsprechämter eröffnet.

    • 1889: Eröffnung eines Fernsprechamtes in Miskolc

    • 1890: In Ungaren gibt es 14 staatliche und 8 private Ortsnetze.
      Am 1. Januar wurde im Gebäude der Hauptpost das erste Durchgangsamt übergeben.

      Weitere Eröffnungen von Fernsprechämtern in Fiume (heute kroat.: Rijeka) und Sopron.

      Eine Verordnung zur Verbindung nach Rufnummern anstelle von Namen wurde erlassen, aber aufgrund der großen Empörung blieb man bei der Verbindung nach Namen

    • 1891: Eröffnung der Fernsprechämter in Győr und Kassa (Kosice).

    • 1892: Eröffnung von staatlichen Fernsprechämtern in Kolozsvár (Cluj), Nagykanizsa, Szabadka (Subotica), Székesfehérvár and Szolnok.

    • 1893 15. Feb.: Es wurde unter Verwendung des Budapester Fernsprechnetzes mit der Dienstleistung der Telefonnachrichten begonnen. (Später wurde dafür ein eigenes Netz errichtet)

    • 1895: Es gibt bereits 30 staatliche Ortsnetze, die Anzahl der privaten Ortsnetze ist von 8 auf 6 Ortsnetze zurückgegangen.

    • 1896: Die erste Vermittlungsstelle im Doppelleitungssystem wurde in Temeschburg (damals ung. Temesvár, heute rum. Timișoara) für 660 Teilnehmer gebaut.

    • 1897: Die Vermittlungsstelle in Budapest in der Szerecsen Strasse wird nach dem Doppelleitungssystem aufgebaut für 3.000 Anschlusseinheiten.

    • 1897 4. Mai: Durch ein Gesetz wurde festgelegt, das die restlichen privaten Ortsnetze nach Ablauf der Konzessionen zu verstaatlichen sind.

    • 1898: Zwischen der Hauptpost und der Vermittlungsstelle in der Szerecsen utca wurden die Kabel erstmals in Blockkanälen verlegt.

    • 1900: Es bestehen 49 staatliche Ortsnetze und nur noch ein privates Ortsnetz. Dieses hat sich bis zum Ablauf der Konzession im Jahre 1910 gehalten.

      In der Vermittlungsstelle in der Szerecsen utca wurde versuchsweise eine ZB-Vermittlungsstelle in Betrieb gesetzt.
      Obligatorisch wurde nun auch das Telefonieren mit Rufnummern eingeführt.

    Tabelle der Teilnehmerzahlen von 1895 bis 1924:

    Jahr Sprechstellen

    1895 8.440
    1905 28.000
    1913 79.200
    1924 58.150

    • 1901: Am Ostbahnhof wurden erstmals öffentliche Münzfernsprecher installiert

    • 1902: In Fiume errichtete man erstmals eine ZB-Vermittlungsstelle

    • 1904: Budapest wurde die erste Vermittlungsstelle mit Zentralbatterie in Betrieb gesetzt.. Diese Anlage war für 10.000 Anschlusseinheiten ausgelegt.

    • 1917: Wegen des Weltkrieges konnte die zweite ZB-Vermittlungsstelle in Budapest – die Vermittlungsstelle Joseph - erst in diesem Jahr übergeben werden.

    • 1924: Gewinner der Ausschreibung zum Planen von neuen Fernsprechapparaten waren die Apparate der Typen LB 24 und CB 24, die von der Gesellschaft „Ericsson“ hergestellt wurden.

    • 1925 1. Jul.: Es wurden in Budapest die Dienstleistungen Wecken und übertragen von Mitteilungen eingeführt.

    • 1928 – 1932: Das Ortsnetz in Budapest wird auf automatische Vermittlungsstellen umgestellt. Danach wurden die Vermittlungsstellen in Pécs, Szeged und Debrecen umgestellt.

      Als Vermittlungsstellen wurde das automatische System Rotary 7A in Budapest verwendet. In den kleineren Vermittlungsstellen in den Provinzen kam das Rotary 7B zum Einsatz. Das Rotary System arbeitet mit einem zentralen Antriebsmotor für jeweils 2 Gestellreihen. Die Drehbewegungen werden durch in den Gestellreihen durch Antriebswellen an alle Wähler herangeführt. Die Drehbewegung wird durch eine magnetische Kupplung ausgelöst.

      Das Rotary System wurde von der Antwerpener Bell Telephone Manufacturing Co. Entwickelt. Nach den Unterlagen wurde es von der Budapester Standard Villamossági Rt. produziert und installiert. Beide Unternehmen waren Tochtergesellschaften der amerikanischen Gesellschaft International Telegraf and Telephone (ITT).
      Anbei ein Video vom dem Rotary System.

      Wegen der Automatisierung wurden die vierstelligen Nummern in Budapest auf fünfstellig umgestellt.

    • 1929: In Budapest nahmen neue automatische Vermittlungsstellen ihren Betrieb auf – die Vermittlungsstelle „Lipót” und deren Nebenzentralen.

    • 1930: In Szeged und  Pécs wurde die Automatisierung mit
      Fernsprechvermittlungsstellen vom Typ Rotary 7B eingeführt.

    • 1931: In Debrecen wurde eine Vermittlungsstelle vom Typ Rotary 7B installiert.

    • 1932: Mit dem Bau der Ortsvermittlungsstelle „József ” und deren Nebenzentralen wurde die Automatisierung der Budapester Fernsprechvermittlungsstellen abgeschlossen.

    • 1933: Die Zweieranschlussstationen wurden eingeführt.

    • 1935: Der Fernsprechapparat vom Typ CB 35 wurde eingeführt.

    • 1936: Aufgrund der Zunahme von Zweieranschlussstationen ging man in Budapest auf sechsstelligen Rufnummern über.

    • 1938 17. Sept: Es wurde in Pápa die erste automatische Vermittlungsstelle vom Typ Rotary 7DU eröffnet

    • 1939: wurde in Miskolc eine AGF-Vermittlungsstelle von Ericsson in Betrieb gesetzt. Die Vermittlungsstelle mit 2.400 Anschlüssen bestand aus registergesteuerten Such- und Maschinenwählern mit 500 Bogenpunkten. Die Schalteinrichtung arbeitete mit Drehbewegungen.
      In Budapest wurde erstmals eine Vermittlungsstelle vom Typ Rotary 7A2 errichtet

    • 1940: Die Zeitansage nahm durch ein Gerät von Siemens ihren Betrieb in der Vermittlungsstelle József auf. Der Anruf wurde als Ortsgespräch berechnet.

    • 1945: durch den zweiten Weltkrieg wurde das ungarische Telefonnetz zu fast 75% zerstört.

    • 1949: In der Vermittlungsstelle „Innenstadt” wurde das in Ungarn entwickelte Gerät von Magyari und Pulvárizur  zur genauen Zeitansage in Betrieb gesetzt.

    • 1951: In Budapest wurde das Durchgangsamt des Systems Rotary für das Inland in Betrieb gesetzt.
      Ab dem 1. Januar konnte man die genaue Zeitansage auch von öffentlichen Fernsprechstationen aus anrufen.

    • 1954 20. Feb.: Es nahm in Miskolc die einzige Vermittlungsstelle vom Typ 7A2 in den Regionen ihren Betrieb auf (in den Provinzstädten wurde eher das 7DU-System eingesetzt)

    • 1955: Die Fernsprechapparate der Typen LB 55 und CB 55 wurden eingeführt

    • 1958: Als Folge des Programms zum Bau von Plattenbauten stiegen auch die Anträge auf Telefonanschlüsse an. Eine Lösung hierzu bot im Jahre 1958 die Ausarbeitung des Mietshaussystems, im Rahmen dessen der Betrieb von 20 Sprechstellen über 5 Hauptanschlüsse gewährleistet wurde.

      Im Jahr 1964 wurde eine weiterentwickelte Variante eingeführt, die CK-50, bei welcher an 10 Hauptanschlüssen 50 separate Sprechstellen oder 100 Zweieranschlussstationen angeschlossen wurden.

    • 1960: Entwicklung der ECR (Elektronische Crossbar Rural) Vermittlungsstellen von den Ingenieuren der Post und von der BHG zur Automatisierung der Ortsnetze in Kleinstädten und Dörfern.

      Diese ECR-Vermittlungsstellen wurden in den Netzen am Nord-Balaton, um Sopron und um das Mátra-Gebirge installiert. Diese Anlagen waren auch schon für den Selbstwähldienst  geeignet.

      Diese als herausragend geltende ungarische Entwicklungsarbeit wurde nicht weitergeführt. Die ungarische Industrie für Nachrichtentechnik kaufte die Lizenz für die Crossbar-Technologie von Ericsson.

    • 1962 8. Aug.: Es wurde die Vermittlungsstelle „Ferenc” vom Typ 7A2 in Betrieb gesetzt.

    • 1963: Das Fernrufsystem IT2 nahm zwischen Budapest-Veszprém und Budapest-Miskolc versuchsweise seinen Betrieb auf.

    • 1964 19. Dez.: Es wurde die neue Ortsvermittlungsstelle „Óbuda” vom Typ Rotary 7A2 in Betrieb gesetzt.


      In der Ortschaft Litér im Komitat Veszprém wurde erstmals eine Vermittlungsstelle vom Typ ECR-21 in Betrieb gesetzt.


      In Pápa. wurde ein Durchgangsamt vom Typ IT3 gebaut.

      Die vierstelligen regionalen Fernsprechrufnummern veränderten sich zu fünfstelligen Rufnummern.

    • 1965: Die neue Ortsvermittlungsstelle Zugló vom Typ Rotary 7A2 wurde in Betrieb genommen und damit erhöhte sich die Anzahl der Budapester Ortsvermittlungsstellen auf zehn:
      Belváros, Erzsébet, Ferenc, József, Krisztina, Lágymányos, Lipót, Óbuda, Teréz, Zugló

    • 1967: Die Ingenieure der Post entwickelten die Nebenzentrale PAM.
      Die Serienproduktion der Fernsprechapparate der Typen CB 666 und CB 667 begann.

    • 1968 13. Apr.: Es wurde die erste halbautomatische internationale Vermittlungsstelle des Fabrikats LM Ericsson vom Typ ARM 200/2 in Betrieb gesetzt.

    • 1969: In Balatonfüred wurde die Vermittlungsstelle vom Typ ECR 2000 in Betrieb genommen

    • 1970: Einrichtung der ersten Crossbar-Vermittlungsstelle vom Typ ARF 102 im Stadteil Lágymányos. 

      Es der folgten Vác (ARF +ARM) und Pécs (ARF + ARM), usw., und im zweiten Abschnitt folgten die von BHG nach Lizenz produzierten AR-Vermittlungsstellen, zuerst die ARF- und ARM-Vermittlungsstellen in Cegléd, dann die Vermittlungsstelle vom Typ ARF 102 in Miskolc-Diósgyőr, sowie die Vermittlungsstelle ARF 102 für die Innenstadt von Budapest.

    • 1973: In Ungarn sind am Telefonnetz insgesamt 540.000 Hauptanschlüsse in Betrieb. Die Ortsnetze sind zu 82% automatisiert.

    • 1976: Am 8. August wurde die neue Vermittlungsstelle „Belváros” vom Typ ARF 102 übergeben.

    • 1978: Zwischen den Ortsvermittlungsstellen wurde zur Erweiterung des Bezirkskabelnetzes erstmals PCM-Technik (Pulse-Code-Modulation) eingesetzt.

    • 1979: Im Stadtteil Kőbánya-Újhegy wurde erstmals eine sog. ortsveränderliche Vermittlungsstelle in Betrieb gesetzt, deren Mutterzentrale die Vermittlungsstelle „Teréz” vom Typ ARF 102 war.

    • 1981: Die Fernsprechapparate der Typen CB 811 und CB 812 erschienen auf dem Markt.

    • 1985: Zwischen den Vermittlungsstellen „Belváros ” und „József” wurden die ersten Lichtleitkabel verlegt.

    • 1986 24. März: ES wurde die neue Vermittlungsstelle „Városmajor” übergeben.

    • 1989 27. Feb: Es wurde in Szombathely die erste elektronische Vermittlungsstelle des Landes mit gespeicherter Programmsteuerung (TPV) übergeben. Die Vermittlungsstelle vom Typ ADS (Austrian Digital Switching System) wurde von der Firma Austria Telecommunication G.m.b.H. geliefert.


      Am 7. März wurde im internationalen Durchgangsamt die von der Firma Ericsson Telecom gelieferte Vermittlungsstelle vom Typ AXE-10 (Automatic Cross-Connection Equipment) in Betrieb gesetzt.


      Am 21. September wurde im Durchgangsamt für Inlandverkehr eine Vermittlungsstelle vom Typ ADS in Betrieb gesetzt.
      Ab dem 2. September wurden in Budapest siebenstellige Telefonnummern verwendet.

    • 1993: In der Budapester Vermittlungsstelle „István” wurde die neuste elektronische Vermittlungsstelle des Typs EWSD (Elektronisches Wählsystem Digital) von Siemens in Betrieb gesetzt

    • 1994: In Budapest wurde die neue Vermittlungsstelle „Erzsébet” gebaut, in der ebenfalls EWSD-Einrichtungen installiert wurden.

    • 1996: Das Internet wird eingeführt.

    • 1999: Vodafone baute sein im Frequenzbereich von 1800 MHz arbeitendes Netz des Systems GSM/DCS1800 aus.

    • 2001: Das Netz für öffentliche Fernsprechstationen wurde mit neuen Kartenfernsprechern vom Typ PROXIM-A 403 erweitert.

    Tabelle Hauptanschlüsse von 1989 bis 1994:

    Jahr Hauptanschlüsse

    1989 858.225
    1990 915.864
    1991 995.839
    1992 1.128.789
    1993 1.237.148
    1994 1.355.910



    Anrufsucher aus dem Rotary 7A1Fernleitungen und Ferndienst:
    • 1882: Auf der Margarethenbrücke wurde das erste 5x1-adrige Fernsprechkabel verlegt.

    • 1890 1. Januar: die ersten drei Fernleitungen gehen von Budapest nach Wien in Betrieb.

    • 1897: Eröffnung des Sprechverkehrs von Budapest nach Deutschland mit der Fernleitung Budapest – Berlin.

    • 1904: das erste Fernamt wird in Budapest eröffnet.

    • 1927 16. August: das erste Fernkabel geht von Budapest nach Wien in Betrieb. Sie wurde am 1. Oktober übergeben.

    • 1929: Die Fernkabelstrecke Budapest - Szeged wurde gebaut.

    • 1930: neue Fernkabel sich durch ganz Ungarn bis nach Szeged in Betrieb.

    • 1965: Die Einführung des SWFD beginnt.

    • 1968: Etwas 5% der Teilnehmer konnten die restlichen 67% per Selbstwahl erreichen.

    • 1973: Etwas 20% der Teilnehmer konnten 75 % per Selbstwahl erreichen.

    • 1991: Zwischen Budapest und Wien wurden die ersten ungarischen Lichtleitglasfaser-Fernkabel für den In- und Auslandsverkehr gelegt

    Das rechte Bild zeigt einen Anrufsucher aus dem Rotary System Typ 7A1
    Baujahr 1939


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    Weitere Informationen : Video Central telefonica Rotary 7A2 Weitere Informationen verfuegbar Video Central telefonica Rotary 7A2  

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